Chemnitz Hochburg rechter Straftaten

Sachsenweit gehen Delikte zurück

Dresden/Chemnitz. Entgegen dem sachsenweiten Trend hat sich die Anzahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten in Chemnitz im vergangenen Jahr auf 191 erhöht - im Jahr 2015 waren es 150, die Zahlen für 2016 lagen nicht vor. Mit 78 Fällen pro 100.000 Einwohner entwickelte sich Chemnitz 2017 damit zur Hochburg in diesem Deliktfeld, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleinen Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht. Nach Angaben des Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr 2144 solcher Straftaten sachsenweit registriert, acht Prozent weniger als 2016; es wurden 72 Menschen verletzt, zwei davon schwer. 2015 waren es laut Statistik 2415 Straftaten, im Jahr zuvor 1740. Im langfristigen Vergleich lägen die Fallzahlen aber weiter auf hohem Niveau, teilte die Linken-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz mit.

Nach absoluten Fallzahlen lagen 2017 die Städte Dresden (323) und Leipzig (222) vorn, es folgte der Landkreis Kreis Bautzen (204). Bezogen auf die Einwohnerzahl ist die Häufigkeit in Chemnitz mit 78 Taten pro 100.000 Einwohner am höchsten. Dahinter liegen Bautzen und Nordsachsen (je 67).

Unterdessen konnte die Chemnitzer Polizei einen dritten Tatverdächtigen ermitteln, der im Januar eine kurdische Bäckerei mit Nazi-Parolen beschmiert haben soll. Es handle sich um einen 19-Jährigen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien Beweise sichergestellt worden. In der Vernehmung habe der junge Mann gestanden, an den verfassungswidrigen Graffiti im Stadtteil Sonnenberg beteiligt gewesen zu sein. Als Motiv habe er seine politischen Haltung genannt. Bereits im Februar waren zwei Tatverdächtige ermittelt worden.

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