Schock für Fans: Motorrad-WM auf dem Sachsenring fällt aus

Für die Veranstalter ist das finanzielle Risiko zu hoch

Hohenstein-Ernstthal. Hiobsbotschaft für alle Motorsport-Fans in der Region. Der ADAC Sachsen gibt die Ausrichtung des Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring im kommenden Jahr auf. Das gab Klaus Klötzner, Vorstandsmitglied für Sport im sächsischen ADAC, gestern bekannt. Gegenwärtig ist noch unklar, welche Strecke 2012 als Ersatz einspringen wird. Aussichtsreichster Kandidat ist der Lausitzring. Ab 2013 soll laut ADAC der Weltmeisterschaftslauf aber wieder an den Sachsenring zurückkehren.

Nach Angaben der Veranstalter hat der Motorrad-Grand-Prix in den vergangenen beiden Jahren jeweils zu einem Verlust von etwa 600.000 Euro geführt. Trotz Einsparungen von 1,25 Millionen Euro bei den Veranstaltungskosten sowie einer Ticketpreis-Erhöhung um zehn Prozent hätten 2012 immer noch 850.000 Euro gefehlt, um ohne Verluste abzuschließen. Die Organisationskosten am Sachsenring sind deshalb so hoch, weil der Kurs keine permanente Rennstrecke ist. Allein eine Million Euro kostet der Aufbau der Tribünen. Wie Klötzner betonte, habe man in den vergangenen
Monaten zwar zahlreiche Gespräche mit Politikern und Wirtschaftsvertreten geführt, doch eine finanzielle Unterstützung des WM-Laufes sei ausgeblieben. Wie Dirk Müller-Thederan, Sprecher der Landesregierung, sagte, stehen Freistaat, Landkreis und Kommunen hinter den Bemühungen des ADAC, den Grand Prix ab 2013 wieder auf den Sachsenring zurückzuholen.

Um den Grand Prix 2012 hatte es seit Monaten ein heftiges Ringen gegeben. Das Rennen auf dem Sachsenring war nur unter Vorbehalt in den provisorischen Motorsport-Saisonkalender aufgenommen worden, nachdem sich der ADAC mit der Motorsport-Marketingagentur Dorna nicht über eine Vertragsverlängerung verständigen konnte. Die Dorna hatte im Sommer eine Verlängerung des Vertrages davon abhängig gemacht, dass die Ausrichtungsgebühr auf drei Millionen Euro verdoppelt wird.
 


Wirtschaftsfaktor und Publikumsmagnet

Der Motorrad-Grand-Prix hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beträchtlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Nach Hochrechnungen gaben die Besucher jährlich mehr als 22 Millionen Euro in der Region aus.

Am Renn-Wochenende waren jeweils die Hotels zwischen Freiberg und Plauen ausgebucht. 40.000 Übernachtungen wurden registriert.
Seit 1998 hat sich das Rennen auf dem Sachsenring zu einem großen Zuschauermagneten entwickelt. Fast jährlich wurden neue Rekorde aufgestellt. 2011 kamen 230.000 Motorsport-Fans an den Kurs bei Hohenstein-Ernstthal.

Der Ankerberg wurde Jahr für Jahr zur Partymeile. Allein 10.000 Camper pilgerten in diesem Jahr dorthin. (sg)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
2Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 0
    0
    gelöschter Nutzer
    13.09.2011

    Wenn die Dorna so gierig ist, soll sie doch mal sehen, wo sie ihr Geld herbekommt. Kann mir kaum vorstellen, daß eine andere Region in Deutschland annähernd so viele Besucher herzubringt. Soweit ich weiß, waren nur in Spanien mehr Besucher. Schade um die Tradition, aber man muß sich nicht erpressen lassen.

  • 0
    0
    klapp
    13.09.2011

    da geht ein stück kultur verloren. sehr schade!



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...