52 Abgeordnete sind neu im Landtag

Am Montag konstituiert sich das sächsische Plenum. Mehr Frauen sind auch diesmal dort nicht vertreten. Und wirklich verjüngt hat sich das Parlament auch nicht.

Dresden. Vier Wochen nach der Sachsen-Wahl vollzieht sich im Dresdner Landtag am Montag einer der umfassendsten Personalwechsel seit der Wende. 52 der 126 Abgeordneten werden zur konstituierenden Sitzung des Parlaments erstmals ihren Platz im Plenarsaal einnehmen, während 58 Mandatsträger ausscheiden. Damit kommen die Anfänger fraktionsübergreifend auf einen Anteil von 41,3 Prozent. Einen ähnlich großen Personaltausch gab es zuletzt nur 2004. Damals traten sogar 53 Neulinge im Plenum an, nachdem gleich drei Parteien neu in den zuvor allein von CDU, SPD und PDS beherrschten Landtag einzogen.

Davon scheiterten dieses Mal mit der FDP und der rechtsextremen NPD zwei Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde. Die dafür erstmals in einen Landtag gewählte AfD stellt 14 Abgeordnete. Mit jeweils zwölf Vertretern entsenden CDU und Linke gleich viele Neulinge in den sechsten Landtag, SPD und Grüne bieten jeweils sieben frische Kräfte auf. Bemerkenswert: Weil von den acht Grünen nur Eva Jähnigen Erfahrung als Abgeordnete hat, kommt die kleinste Fraktion auf eine Erneuerungsquote von 87,5 Prozent.

Die Öko-Partei weist mit knapp 42 Jahren auch den jüngsten Altersdurchschnitt aus, vor fünf Jahren lag er noch bei etwa 47 Jahren. Dahinter folgen die Linken mit 43 (2009: 47) und die SPD mit 44 Jahren (2009: 43,5). Fraktionsübergreifend liegt der Altersschnitt mit knapp 46 Jahren genauso hoch wie 2009 - und damit immerhin ein Jahr unter dem Durchschnittsalter aller Sachsen.

Deutlich verjüngt hat sich die mit 59 Abgeordneten größte Fraktion des Landtags: Die CDU verbesserte ihren Schnitt von rund 51 Jahren 2009 auf knapp 48 - genauso alt ist auch die AfD-Fraktion. Jünger war die Union im Landtag zu Beginn einer Legislaturperiode zuletzt vor 20 Jahren. Dafür hat sich der Frauenanteil in der Union durch nunmehr zehn statt elf Vertreterinnen auf knapp 17 Prozent verschlechtert.

Insgesamt sitzen wie schon seit 2009 wieder 40 Frauen im Landtag. Das entspricht jetzt einem Anteil von knapp 32 Prozent - während Frauen in Sachsen in der Altersgruppe ab 18 insgesamt 51 Prozent ausmachen. Diesem Verhältnis entspricht im Landtag nur die Zusammensetzung von Linken (14 von 27 Abgeordneten) und Grünen (vier von acht). Die SPD kommt mit acht Frauen bei 18 Mandaten auf 44 Prozent, die AfD mit vier von 14 auf 29 Prozent. Abitur haben mit 92 Mandatsträgern 73 Prozent der Abgeordneten. Bei den Berufsgruppen dominieren die Juristen (15) und die Ingenieure (17).

Alterspräsident eröffnet Landtag

Mit 64 Jahren ist Svend-Gunnar Kirmes eigentlich nur der zweitälteste Landtagsabgeordnete, aber weil der 70-jährige AfD-Mann Detlev Spangenberg nach Vorwürfen um seine rechtsgerichtete Vergangenheit verzichtete, darf am Montag der CDU-Politiker die Landtagssitzung mit einer Rede eröffnen. Möglicherweise geht er darin auch auf die in der vorigen Woche aufgeflammte Debatte um seine eigene Biografie ein: Der gebürtige Altenburger ist erst seit 2008 CDU-Mitglied, seit 2009 sitzt er für die Union im Landtag. Seit 1984 arbeitet er als Rechtsanwalt in Grimma. Zu DDR-Zeiten war er 18 Jahre lang in der SED, von 1971 bis September 1989. Nach dem Auftritt von Kirmes stellt sich dann sein Fraktionskollege Matthias Rößler zur Wiederwahl als Landtagspräsident.

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1Kommentare
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    berndischulzi
    29.09.2014

    Und wirklich verkleinert hat er sich auch nicht, obwohl ansonsten damit im öffentlichen Dienst der permanente Stellenabbau begründet wird.



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