Ausgebremst: Ein Westsachse kämpft um schnelles Internet

Die Mobilfunktechnik LTE soll helfen, schnelles Internet auch in dünner besiedelte Orte zu bringen. Das funktioniert. Dennoch fühlt sich so mancher verschaukelt.

Limbach-Oberfrohna.

Es sollte alles besser werden. Jochen Bonitz wollte seine Musiksammlung in der Datenwolke (Cloud) abspeichern. Auch Internetradio würde er sich gern anhören. Dazu benötigt man einen schnellen Internetzugang. Doch wer auf dem Land lebt, hat mitunter Pech. DSL ist nicht überall verfügbar. Dort, wo Bonitz wohnt, im Limbacher Ortsteil Pleißa (Landkreis Zwickau), ist an schnelles Breitband-DSL nicht zu denken. Der 62-Jährige zögerte daher nicht lange, als sich mit der Mobilfunktechnik LTE eine Alternative auftat.

Bonitz holte sich bei der Telekom einen für den stationären Einsatz konzipierten LTE-Anschluss. Doch schon nach zwei Wochen erlebte er eine böse Überraschung: Die 15 Gigabyte (GB) Datenvolumen, die sein Vertrag monatlich bei voller Geschwindigkeit vorsah, waren aufgebraucht. Bis zum Monatsende kam Bonitz dann nur noch im Schneckentempo von höchstens 384 Kilobit pro Sekunde im Netz voran - weniger als ein Prozent der beworbenen Geschwindigkeit. "Man kann nicht mehr viel anstellen - außer E-Mails checken und ein paar Webseiten anschauen", sagt Bonitz und fügt hinzu: "Ein Windows-Update dauert schon mal sechs Stunden." Der Pleißaer stockte seinen Vertrag auf - auf 30 GB. Doch auch damit kam die fünfköpfige Familie nicht hin. Bonitz blieb nichts anderes übrig, als weitere Zehn-GB-Pakete zuzukaufen. "Man ist schnell bei Kosten von über 100 Euro im Monat", sagt Bonitz. Das Internetradio verkneift er sich heute, das Hochladen von Dateien auf die Wolke ebenso. Allein die automatischen Updates der Geräte zehrten am Volumen.

Zwei-Klassen-Internet

Irgendwann platzte ihm der Kragen - und er begann zu kämpfen gegen - wie er sagt - Diskriminierung und Zwei-Klassen-Internet. Eine Bundestagspetitionen hat er schon auf den Weg gebracht. Er schrieb an Ministerien, beschwerte sich bei Bundesnetzagentur und Telekom. Mit zwei Dutzend Mitstreitern steht er in Kontakt. Wie viele Betroffene es bundesweit gibt, weiß auch er nicht genau. Etwa 800.000 könnten es sein, schätzt er. Keine große Zahl.

Aufgeben will er dennoch nicht. "Wir wollen gar nicht unbegrenztes Volumen um jeden Preis, aber es muss so viel sein, dass 98 Prozent damit leben können." Per Umfrage wollen Bonitz und seine Mitstreiter herausgefunden haben, wie viel das sein müsste: Mit 100 Gigabyte könne das Gros leben. Zahlen, die für DSL-Nutzer mehr als selbstverständlich sind. Erst 2013 war die Telekom mit dem Vorstoß, DSL-Tarife zu deckeln, am Kundenprotest gescheitert. "Doch wer kennt schon LTE-Zuhause als DSL-Ersatz", so Bonitz.

Es ist ein Dilemma, bei dem sich alle winden: Die Politik sieht LTE als Alternative, um auch auf dem Land die "weißen Flecken" zu beseitigen, verspricht Breitbandanschlüsse für alle. Doch Vorgaben will sie den Anbietern nicht machen: Das seien private Firmen, die dem Grundsatz der Vertragsfreiheit unterliegen, heißt es in einem Brief, den Bonitz vom Verkehrsministerium erhalten hat. Ähnlich äußert sich die Bundesnetzagentur. Für die Protestler äußert Sprecher René Henn zwar Verständnis, nur ändern kann die Aufsichtsbehörde nichts. "Man muss die Entwicklungen der nächsten Jahre abwarten, da wird es sicher noch Bewegung geben", so Henn. Bonitz kann das nicht trösten, er fühlt sich verschaukelt - weil er sich schlechter gestellt fühlt als ein DSL-Nutzer. Dabei hatten Telekom und Vodafone bis vor kurzem ihre stationären LTE-Anschlüsse noch als vollwertigen Ersatz zum Festnetz beworben.

Klage gegen Vodafone

Dass sie das nicht mehr tun, daran hat auch Bonitz' Initiative ihren Anteil - sie suchte den Kontakt zur Verbraucherzentrale. Und die hat die Konzerne abgemahnt. Seitdem gewährt die Telekom allen betroffenen Kunden jeden Monat zusätzlich 30 GB - vorerst. Per Gutachter darf die Verbraucherzentrale demnächst ermitteln, wie viele der Nutzer das Zusatzvolumen ausreizen. Sind es mehr als zwei Prozent, habe die Telekom zugesichert, über eine Aufstockung nachzudenken, so Verbraucherschützerin Katja Henschler. Gegen Vodafone hat die Zentrale derweil Klage eingereicht.

Doch egal, wie das Verfahren ausgeht, Henschler sieht die Politik in der Pflicht: Der Gesetzgeber müsse die Anbieter zu einer angemessenen Grundversorgung verpflichten, meint sie. So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben."

www.lte-drossel.de

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20Kommentare
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    23.03.2014

    Hallo
    Hier mal einige Fakten zum Grundanspruch auf Internet:
    § 80 TKG: kann ein Universaldienst nicht erbracht werden so sind die Voraussetzungen zu schaffen, damit dieser erbracht werden kann.

    Jetzt fragen sich viele, was ist ein Universaldienst?
    Antwort aus § 78 TKG: Es ist ein Mindestangebot an Diensten für die Öffentlichkeit in einer festgelegten Qualität. Zum Universaldienst gehört: „der Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz an einem festen Standort, der Gespräche, Telefaxübertragungen und die Datenkommunikation mit Übertragungsraten ermöglicht, die für einen funktionalen Internetzugang ausreichen“
    Letzteres war ein wortgetreues Zitat und keine Meinung oder Ansicht.
    Wer jetzt noch wissen will was ein funktionaler Internetzugang ist dem empfehle ich: https://www.facebook.com/pages/Stoppt-die-Drosselung/603666593019789 (auch für Nicht- Facebooker lesbar) sowie die Grundprinzipien der Breitbandförderungen.

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    Pixelghost
    21.03.2014

    @Wohlrabe, denken Sie vielleicht, dass es in der Stadt VDSL oder Glasfaser mit 100 bzw. 200 MB/s umsonst gibt?

    Wenn die Telekom und einsEnergie keinen Gewinn erkannt hätten, säßen wir hier immer noch bei realen 3072 kb/s. Das kann heute jedes Mobiltelefon - außer man sitzt in einer Gegend fest, wo der Himmel noch Azur und die Wiesen noch grün sind :-)

    Alles hing nämlich daran, ob sich genügend Leute dazu durchringen konnten, einen solchen Anschluss zu beantragen und ich profitierte davon, dass ich in einer Gegend geblieben bin (die von vielen in Richtung "Land-EFH" verlassen wurde) und der Großvermieter mit einsEnergie einen Vertrag zur Versorgung seiner Häuser einging.

    Sie tun ja gerade so, als ob für den Städter alles kostenlos wäre. Denken Sie hier wird kein Profit gemacht?
    Für meinen Anschluss löhne ich jedenfalls genug. Kommt im Kollegenkreis das Gespräch darauf, kann ich gut erkennen, dass ich auf jeden Fall zu viel zahle, denn keiner meiner Kollegen würde meinen monatlich. Beitrag abdrücken. Das wäre allen zu teuer.

    Bemerken Sie was? Schnelles Internet hat seinen Preis und Datenvolumen auch.

    Wir finanzieren möglicherweise durch unsere monatlich. Kosten den Ausbau in anderen Gebieten und ich hoffe, dass bald alle in den Genuss eines schnellen Internetanschlusses kommen.

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    21.03.2014

    Es gibt Leute, die alles klein reden, weil sie sonst nichts zu sagen haben. Aber an echten Begründungen fehlt es ihnen. Stattdessen wird polemisiert.Fakt ist, dass LTE von den Anbietern hier genutzt wird, um hohe Profite abzuschöpfen, indem teueres Volumen nachgekauft werden muss. Eine sog. "Flatrate" bei 30 GB Volumen oder mehr hat auch seinen Preis, wo bei den DSL-Kunden kein Hahn danach kräht. Es gibt aber auch solche Abos mit 15 GB oder 10 GB - und da hört der Spass schon eher auf! Nicht jeder kann sich also das Volumen mit 30 GB leisten. Und da sind wir schon wieder bei den Unterschieden.
    Menschen zweiter Klasse eben.

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    21.03.2014

    Genau Herr Schulte-Bockum.
    Du bist wahrscheinlich ein glücklicher DSL Besitzer, der aus purer Lust "NEIN" verkündet. Widderlich!

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    torschro
    19.03.2014

    ich bleibe dabei...Jammern auf hohem Niveau! Kartenversion auf Navi...ihr macht euch einfach nur noch lächerlich! wir reden hier von 30GB im Monat...stehen euch etwa auch freie Kontigente für Strom und Gas zur Verfügung? solange ihr auf FP noch kommentieren könnt, ist die Beschränkung leider noch nicht restriktiv genug...

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    17.03.2014

    Auch ich bin von diesen Mißständen LTE / Verfügbarkeit / Drosselung betroffen - als auf dem Land wohnender Bürger hat man keine andere Alternative. Mein sog. LTE-Zugang basiert nur auf einem "Outdoor-Empfang", verbunden mit zahlreichen Abbrüchen. Dazu kommt die Volumenbeschränkung, was alles in dieser Zeit, wo man auf das Internet angewiesen ist, nicht mehr tragbar und hinnehmbar ist. Es werden Dienste angeboten, Internetfernsehen, Videos herunterladen , Filme schauen uvm., die uns Bürgern auf dem Land vorenthalten werden.
    Bereits eine neue Kartenversion auf dem Navi zappt Volumen, was dann schnell aufgebraucht ist und teuer hinzugekauft werden soll.
    Dem Verfasser des Artikels ist zu danken für seinen Einsatz, der ja schon einige Fortschritte bewirkt hat, zumindest auch dadurch, dass diese Problematik endlich in der Öffentlichkeit bekannt wird und die Verbraucherzentrale Sachsen sich unserer Problematik widmet.
    Zwei-Klassen-Internet ist nicht hinnehmbar - die Anbieter sowie die Politiker sind hier zu Veränderungen aufgefordert! Und das jetzt und nicht erst in den nächsten 10 oder 20 Jahren!

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    17.03.2014

    Hallo
    „cn3boj00“ kann ich nur zustimmen.
    An „LTEmobileFranz“, als ich den Beitrag am Sonntag gelesen habe, fragte ich mich leider auch „Was ist das denn?“ Ja er war sicher gut gemeint. Wie man aber auch gerade an den ersten Beiträgen sieht, LTE via Funk ist nicht so einfach zu verstehen. „LTEgorny“ bringt es sehr gut auf den Punkt, wofür LTE via Funk überhaupt ist.
    Den einen oder anderen, würde ich, zusätzlich zu den von anderen bereits genannten Links, die folgenden drei Lektüren empfehlen: die Breitbandstrategie unter:
    http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=290012.html
    die Zukunftspfade digitales Deutschland 2020 unter:
    http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2013/Studie%20Digitales%20Deutschland.html
    und zahlreiche Infos rund um LTE unter:
    https://www.facebook.com/pages/Stoppt-die-Drosselung/603666593019789
    hier kommt man über ein Inhaltsverzeichnis zu zahlreichen Unterthemen.
    Darum sollte es gehen und deshalb ist die Drosselung nicht gerechtfertigt und abzuschaffen. Bisher war Speedon eine sehr gute Gelddruckmaschine. Sie sollte nie wieder zum laufen kommen.

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    17.03.2014

    LTE soll laut Bundesregierung für viele Orte die Lösung für den Anschluss an das Breitbandnetz darstellen, jedoch befasst sich niemand der Verantwortlichen damit, wie die eigentliche Umsetzung dieser Erschließungsform von den Netzbetreibern aussieht. Nach der eintretenden Drossel von 384kbit's sind viele Dienste stark eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr nutzbar, trotzdem gilt der Anschluss als breitbandig erschlossen. Von einer gewerblichen oder bildungsbegleitenden Nutzung, wie es immer mehr Bildungseinrichtungen halten, muss man sich nun verabschieden oder einen unverhältnismäßig hohen Betrag zahlen, den bestimmt nicht jeder Haushalt eben so zum ohnehin teuren Anschluss stemmen kann.

    Internet ist in der heutigen Gesellschaft schon lange kein Luxusgut mehr und für die wirtschaftliche Zukunft von existenziellem Wert. Hier einen Beitrag zu schreiben und zu behaupten, dass die LTE-User nicht klar kommen, weil sie mit ihrem Datenvolumen nur nicht haushalten können, da ihnen selbst 30 GB voll ausreichen, zeugt von einer Weitsicht, die nicht viel weiter als bis zum eigenen Schnürsenkel reicht. Wer maßt sich denn bitte an zu behaupten, dass sein Verbrauch stellvertretend für jeden Haushalt steht. Die Folgen von schlecht, gar nicht oder dank LTE minderwertig erschlossenen Wohngebieten sind weitreichend. Die gesamte Kommunikation des Haushalts verlagert sich mehr und mehr auf IP basierende Dienste. Dazu zählt schon lange nicht mehr lediglich der einsame Hauscomputer. Grundstückspreise fallen, da niemand an einem Ort bauen will, der nur eingeschränkt an die Außenwelt angeschlossen ist. Alte Häuser in Ortschaften bleiben leer, da der Breitbandanschluss für die folgende Generation ein wichtiges Kriterium ist. Firmen ziehen sich aus bestimmten Regionen zurück oder werden erst gar nicht sesshaft.

    Soll LTE wirklich als DSL-Ersatz dienen ist es unumgänglich, dass LTE auch die gleichen Leistungen wie ein Kabel gebundener Anschluss bietet. Eine Überfüllte Zelle kann hierbei nicht das Problem des Kunden sein, sondern für den Netzbetreiber die Aufforderung, dieses Gebiet mit einer optimal abgeglichenen Zellabdeckung zu entlasten. Die benachteiligten LTE-User müssen sich ohnehin schon damit abfinden, dass sie nur ein Bruchteil der beworbenen Leistung erhalten, obwohl sie mit der günstigsten Technik, das meiste zahlen.

  • 3
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    Pixelghost
    17.03.2014

    Ich kenne es auch noch in eine andere Richtung: Aus der Stadt heraus auf's Land gezogen, raus aus den schlimmen, schlimmen Neubaublocks, für die man vor der Wende alles gegeben hätte, um eine der Wohnungen zu bekommen, und nun hängt man im selbstgewählten Leid, ohne Doc, ohne Physiotherapie und ohne schnellem Internet.

    Auch das gibt's.

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    cn3boj00
    17.03.2014

    Besonders Gewerbetreibende, die auf Internet angewiesen sind, aber weil sie ihren Standort in einem weißen Fleck haben sind betroffen. Wenn ein Ingenieurbüro oder ein Architekt seine CAD-Daten versendet sind ganz schnell viele GB weg. Und es kann nicht einfach mal von seinen Kunden 15 Euro (soviel kosten 10 GB zusätzlich bei der Telekom) als "Versandkosten" für die Daten berechnen. Ich denke die meisten die das hier als Luxusproblem abtun sind sich nicht bewusst welchen Luxus sie selber als DSL-Kunden in Anspruch nehmen.

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    gelöschter Nutzer
    17.03.2014

    Oh Mann oh Mann,

    in diesem Artikel ist einiges daneben gegangen so gut er auch gemeint sein mag !!!

    Es geht nicht um Musik irgendwo ins Netz hoch zu laden oder ähnliches, sondern darum das wir LTE-Kunden nur Kunden 2.Klasse sind ! Ähnlich einer Woll-Milch-Sau

    Wir bezahlen mehr als DSL-Kunden und erhalten weit weniger Leistung als ein DSL-Kunde , nur weil die Telekom ihre Profite ins Ausland schickt anstatt das deutsche Festnetz auszubauen! (Kauft einen maroden Mobilfunkanbieter in den USA, und investiert dort zig Milliarden Euro um dort das Mobilfunknetz zu sanieren)

    LTE wurde immer mit der Bezeichnung Flat beworben.

    Flat bedeutet UNBEGRENZT !!! Jedoch wird nur , je nach Vertrag , ein bestimmtes Volumen zugewiesen. Wenn dieses Volumen verbraucht ist wird gedrosselt! Je Preiswerter der Vertrag ist umso kleiner ist dieses Volumen , das ein relativ schnelles arbeiten im Netz erlaubt. Somit ist ein teures Nachbuchen des Volumens den weniger bemittelten Menschen, die sowieso mangels Breitband keine andere Wahl haben kaum möglich !!!
    Einziges Ziel ist dabei , den Kunden dazu zu zwingen einen höheren Vertrag abzuschließen und mehr Kasse zu machen.

    http://www.lte-drossel.de/
    http://forum.ltemobile.de/
    http://www.lte-anbieter.info/lte-forum/forum.php

    Daumen hoch für Jochen Bonitz , der für seinen Einsatz leider oft nur Spott erntet. Er kämpft nicht nur für sich , sondern für alle LTE-Kunden , egal welcher Provider auch immer.

    mfg

    Franz

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    gelöschter Nutzer
    17.03.2014

    Natürlich ist es Schwachsinn, seine Musik in eine Cloud zu laden anstatt auf der heimischen Festplatte zu lassen. Das kann auch eine dem Rechner angeschlossene ext. Festplatte sein.
    Schlimm ist nur, wenn der "normale" Alltags-Internetgebrauch derart gestört ist, daß sich der endverbraucher die Haare rauft. Das können neben Privatpersonen in ländlichen Regionen - auch in ländlichen Regionen der großen Städte, zum Bsp. C-Rottluff sein - oder eben auch Firmen. Und da gehört Musik aus einer Cloud hören, Fotos in eine Cloud laden oder mehrere Filme aus dem Internet gleichzeitig ziehen nicht zu den vordergründigsten Sorgen. Wer das Internet so nutzt, sollte vielleicht seinen Foto-"Knipsmüll" reduzieren oder seine Musikhör- oder Filmansehgewohnten auf ein bodenständiges Mass zurück schrauben. Leider ist es so, dass die (Kommunikations-)Industrie hier erst ein Bedarfsgefühl entwickel hat (DEIN Smartphone, DEIN Tablet, DEINE Cloud.... das machen ja ALLE so; ALLE haben das... usw.), der im Nachhinein als echter Bedarf dargestellt wird. Weil es Profit verspricht!
    Fakt ist, daß LTE eine gute Alternative zu Modem oder gar kein Internet haben ist - aber keine Alternative zu DSL.
    Hier sprechen wir wirklich vom Zweiklassen-Internet.

    Ich habe hier mal einen Beitrag vom Februar 2013, also ein Jahr her: "Glasfasernetz in Chemnitz und anderen Städten." Denn das ist das andere Extrem der Internetverfügbarkeit; und hier schafft man tatsächlich eine immer weiter auseinanderklaffende Schere. Warum lässt man die einen wie Hinterwäldler leben, und den anderen drängt man schon wieder die nächste Evolutionsstufe des Internet auf? Weil es Profit verspricht!

    Diesen folgenden Beitrag habe ich vor einem Jahr an anderer Stelle schon einmal veröffentlicht. Am Problem hat sich nichts geändert:
    Wie die Zeitung XXX am 27.02.13 berichtet, scheint das superschnelle Internet-Glasfasernetz der Telekom und des örtlichen Auftragnehmers/Partners "Eins-Energie" zum Flopp zu werden. Von den mindestens 1.800 verbindlichen Bestellungen, die die Telecom benötigt, um "Eins-Energie" überhaupt mit der Verkabelung von 20.000 Haushalten beginnen zu lassen, sind gerade einmal 850 Bestellungen vorhanden.
    Und schnell ist man dabei, den Chemnitzern wieder einmal Kurzsichtigkeit und "Hinter dem Mond leben" zu bescheinigen. Vielleicht denken die Chemnitzer aber gerade weise? Wer will schon immer nur "schneller, noch schneller und noch viel mehr schneller"? Man kann doch auch mal mit DSL zufrieden sein! Vielleicht sollte die Telekom erst einmal die Stadtteile auf DSL-Niveau anheben, die noch mit Modem und tatsächlich "wie hinter dem Mond" herumhantieren oder sich in Eigenleistung und aus Verzweiflung Internet per Richtfunk von einer Seite des Dorfes zu anderen einrichten? Mit dem Glasfasernetz würde die Schere zwischen Modem einerseits und schnellem Internet anderseits noch weiter auseinandergehen.
    Mit Standortvorteilen will man die zögerlichen Kunden locken; mit so schnellem Internet, daß man drei Filme "ziehen" kann und den vierten gleichzeitig anschauen. Klar, das habe ich schon immer vermisst! Fehlt bloß noch der Hinweis, "Das sind auch Arbeitsplätze." Ja klar, gähn! Sollen doch ehrlich sein, die Brüder: Profit lockt, und der ist umso größer, je mehr Menschen auf engem Raum sich beteiligen. Laß doch die Randbezirke weiter mit Modem hantieren. Dort lockt ja auch nicht so ein Profit. Daß aber auch in den Außenstadtteilen Arbeitsplätze vom einigermaßen schnellen Internet (DSL) abhängen, interessiert da nicht.
    Die Menschen haben scheinbar keine Lust, ständig daheim in ihrer bestehenden Kommunikationstechnik und in bestehenden Verträgen herumzurühren. Wohl wissend, daß das nie ohne Probleme über die Bühne geht. Aber die Chemnitzer leben ja hinter dem Mond. Ja klar, danke.

    Übrigens geriet dieses superschnelle Internetkabel schon in anderen Städten zum Flop, so zum Beispiel in Münster/Westfalen oder in Zürich/Schweiz beim Telecom-Äquivalent Swisscom.

  • 2
    2
    cn3boj00
    17.03.2014

    Ich glaube die meisten Schreiber hier haben das Problem nicht verstanden. Sie ziehen sich jetzt an der Cloud oder so was hoch, dabei ist das nur ein vom Redakteur schlecht gewähltes Beispiel. Ich weiß nicht wer von den Schreibern auf LTE angewiesen ist und mit 30 GB Volumen im Monat auskommt. Die meisten Schreiber hier haben sicher einen DSL-Anschluss und wissen gar nicht wieviel Volumen sie tatsächlich verbrauchen, weil es einem mit DSL völlig egal ist!
    Im Übrigen gehört Internet zu den Grundrechten, im §78 Telekommunikationsgesetz gibt es eine Universaldienst-Verpflichtung. Und unsere Kanzlerin und Herr Dobrindt tönen allenthalben von der Breitbandinitiative. In 4 Jahren soll jeder deutsche Haushalt 50 Mbit/s haben. Aber was nützt die Geschwindigkeit, wenn Sie dafür sorgt dass in 2 Stunden das Volumen verbraucht sein kann? Es ist einfach eine Tatsache das die Politik einerseits beschließt, dass die Leute auf dem land per Funk erschlossen werden sollen weil Leitungen zu teuer sind, andererseits sich nicht darum kümmert dass diese Leute dann für viel Geld deutlich weniger Leistung bekommen.

  • 1
    2
    16.03.2014

    Wer von den bisherigen Wortmeldungen nutzt LTE via Funk?
    Das was „pixelghost“ da beschreibt ist etwas, was in dem obigen Beitrag noch gar nicht angesprochen wurde. Viele Nutzer von LTE via Funk stellten nach kurzer Zeit, bei nur wenig bis kaum veränderten Nutzungsverhalten fest (wer auf sein Volumen achtet und es dokumentiert, der weiß schon was er verbraucht), was offiziell leider keiner zugibt, bei LTE via Funk wird ein höheres Datenvolumen erzeugt, als bei DSL.
    Ob Musik in der Cloud speichern zu wollen sinnvoll ist oder nicht ist unerheblich, es war erstens sicher nur ein Beispiel und zweitens wird es von der Telekom beworben.
    An ZwenAusZwota, wo wurde die Petition eingereicht und unter welchen Titel?

  • 2
    5
    Purzl
    15.03.2014

    Kann mir mal Herr Bonitz erklären, warum er seine Musik in die Cloud laden will, wenn das Streamen aus der selbigen wiederum Traffic verursacht, der offensichtlich teuer ist? Wie wäre es denn mit einem lokalen Mediacenter? Da kann ich meine Musik auch per Handy, Tablet oder Internetradio hören. Mal abgesehen das die Musik auf meiner Festplatte ist und nicht irgendwo auf der Welt.

    Ansonsten: dann bitte auch Petitionen gegen Mineralölkonzerne, Versicherungen, Immobilienmakler. Die sind mir alle zu teuer ;-)

  • 3
    5
    torschro
    15.03.2014

    gehört Internet schon zu den Grundrechten oder habe ich das was verpasst? das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau! Internetradio? Cloud? gehts noch?
    nicht wenige Firmen kommen mit LTE und 30GB im Monat aus! und da reden wir von >20Mitarbeitern!

  • 4
    5
    Wahrheit
    15.03.2014

    ZwenAusZwota wie können sie vom Internet abhängig sein wenn sie in einer Gegend wohnen wo es vor LTE nie Internet gab?...Selber Schuld...

  • 2
    4
    ZwenAusZwota
    15.03.2014

    Wir haben bei uns in Lichtenau genau das gleiche Problem. Kein DSL und LTE wird Volumenbegrenzt, wenn es denn überhaupt verfügbar ist.

    Wenn man von zu hause arbeitet und beruflich auf das Netz angewiesen ist, mehrere Mobiltelefone und diverse Rechner in der Famiele hat, die allenthalben nach einem Sicherheitsupdate verlangen, oder auch mal einen Tatort per Stream anschaut, oder Online-Videotheken nutzt, dann kommt man sehr sehr schnell auf über 15GB.
    Ich hatte diesbezüglich auch schon eine Petition beim Bundestag eingereicht, die aber gar nicht erst zugelassen wurde: soviel zur Demokratie!

    Dle Alternative, die bei uns in der Gemeinde langsam Verbreitung finden, nennt sich CEMI.

  • 0
    0
    15.03.2014

    Gleiches Problem haben wir im Raum Riesa. Während in Ballungsgebieten der Großstätte 16000 Kbit/s Datenvolumen zur Verfügung stehen, werden für ländliche Regionen im DSL Vertrag nur bis zu 2000 Kbit/s Datenvolumen versendet. Kein Entertainment TV
    u.s.w. aber die gleichen Gebühren wie ein Telekom-Anschluss mit vollem Datenvolumen. Die Vertragsbestimmungen sind mit dem Wortlaut " bis zu" unbestimmt und korrekt nicht verhandelbar. Eine Klassifizierung nach Datenvolumen wird zu Gunsten der Aktionäre verworfen, war die Aussage des Kundenmanagement der Telekom. Es steht demnach jeden Kunden frei den Tele-Anbieter zu wechseln. Leider besitzen Telekom und Vodafone das Monopol und weitere Anbieter sind auf deren Vernetzung angewiesen. Nun sollte die Kundschaft von Telefon-Vertrags-Anbietern sich doch fragen warum keine Alternativen geschaffen werden. Zwei Möglichkeiten im Handelsrecht wären vertretbar, einmal gleiche Vertragsbedingungen für jeden Kunden herstellen zu gleichen Preisen, die Zweite wäre, die leistungsgebundene Berechnung (Preisabstufen) der Kundschaft anzubieten, stattdessen bietet man verschiedene Tarife tatsächlich an und lenkt von dem eigentlichen Problemen von den Regionen ab die keine Standartversorgung erhalten. Eine nicht gerechtfertigte Gleichstellung wie es in der BRD allgemein üblich ist. Ich kann persönlich nur empfehlen, vor Abschluss von Verträgen das Handelsrecht korrekt anzuwenden und darauf zu bestehen.

  • 4
    4
    Pixelghost
    15.03.2014

    Daten - so z. Bsp. Musik - aus der Cloud auf stationäre oder mobile Geräte zu übertragen kostet mächtig Datenvolumen.
    Das mach' nicht mal ich, und ich bin ein Freak.
    Was ich mobil hören will, übertrage ich vom PC aus auf das Mobilgerät (Smartphone) und muss damit leben, dass von den 500 CDs halt nur ein Teil dort drauf passt.
    Und ganz ehrlich: Musik mobil aus der Cloud hören gehört für mich nicht zur Grundversorgung. Was anderes ist es, die Zeitung online zu lesen oder für die Schule oder die Arbeit zu recherchieren, aber da kommen keine 50 GB im Monat zusammen.
    Wie gesagt, ich bin ein Freak und meine beiden Söhne haben auch gesurft was das Zeug hielt, als sie noch hier wohnten, aber meine Güte...
    Wir hatten damals noch den 40000er Anschluss von der Primacom und da sind wir zu viert im Monat mit ca. 30 GB dabei gewesen.
    Mit meinem Tablet und dem Smartphone verbrauche ich im Monat
    ca. 5 GB. Über das Smartphone meiner Frau laufen lächerliche 50 MB.

    Dass auch in ländlichen Gebieten endlich richtig schnelles stationäres Internet her muss und eine Gleichstellung zu den Städtern erfolgt, ist ja vollkommen klar. Aber selbst hier in CTown haben nicht alle so eine fixe Leitung wie ich (Glasfaser) und das ohne Begrenzung.
    LTE ist, in dieser Form, keine Lösung.



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