Der FC Erzgebirge Aue wehrt sich

Aue fordert Gerechtigkeit vom DFB, der seinerseits gegen den FCE-Präsidenten ermittelt. Auch sonst schlägt das Skandalspiel von Darmstadt weiter hohe Wellen.

Aue. Der FC Erzgebirge nimmt die offensichtlichen Fehlentscheidungen, die das Schiedsrichtergespann am Sonntag in der Begegnung beim SV Darmstadt getroffen hat, nicht kampf- und klaglos hin. Wie der Zweitligist am Montag mitteilte, legt Aue beim Deutschen Fußball-Bund Widerspruch gegen die Wertung des Spiels ein. Als Grund führten die Lila-Weißen, die durch die 0:1-Niederlage auf den Relegationsplatz zurückfielen, "drei eklatante Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter Leitung von Sören Storks" ins Feld. Der DFB bestätigte den Eingang des Widerspruchs und kündigte eine zeitnahe Entscheidung an.

FCE-Präsident Helge Leonhardt erklärte zu dem Thema, das weiter hohe Wellen schlägt: "Diese ganz klar und in aller Welt sichtbaren Fehler dürfen und können wir nicht im Raum stehen lassen und einfach so hinnehmen. Uns wurde ein reguläres Tor nicht anerkannt, zudem wurden uns zwei klare Elfmeter verwehrt." In Darmstadt hatte er seinem Ärger deutlicher Luft gemacht, weshalb der DFB-Kontrollausschuss am Montag ein Ermittlungsverfahren "wegen verschiedener Äußerungen" gegen ihn einleitete. Der DFB kreidet Leonhardt unter anderem an, dass er nach der Partie am Böllenfalltor davon gesprochen habe, dass sein Verein verschaukelt worden sei und er nicht wisse, "ob fahrlässig oder vorsätzlich".

Zur Tat schritt am Montag auch der parteilose Auer Stadtrat Tobias Andrä, der Storks bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Betrugsverdachts anzeigte. Zudem forderte das FCE-Mitglied den Vorsitzenden der Elite-Schiedsrichterkommission, Lutz Michael Fröhlich, in einem Schreiben auf, disziplinarische Maßnahmen gegen den Referee aus Velen/Westfalen zu ergreifen. "Es ist an der Zeit, Flagge zu zeigen und nicht alles klaglos hinzunehmen", hieß es in einem Schreiben von Andrä.

Fröhlich meldete sich am Montag auch zu Wort: "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich", meinte er. "Verständlich ist der Ärger bei denen, die betroffen sind. Daraus aber den Vorwurf eines Vorsatzes abzuleiten, das ist entschieden zurückzuweisen", sagte der Schiedsrichterchef des DFB weiter.

Sören Storks (29) hatte zunächst einen regulären Treffer der Auer nicht gegeben. SV-Verteidiger Romain Brégerie konnte den Ball erst hinter der Torlinie klären, doch der Referee gab das Tor trotz heftiger Proteste der Veilchen nicht. Ein Handspiel von Darmstadts Felix Platte im eigenen Strafraum ahndete Storks ebenso wenig wie in der zweiten Halbzeit einen Haltegriff gegen den Auer Sören Bertram.

Die Lila-Weißen müssen im Relegationshinspiel am Freitag in Karlsruhe antreten. Die Partie wird live vom ZDF übertragen. Im Wildparkstadion kommt im Gegensatz zur 2. Bundesliga zudem ein Videoschiedsrichter zum Einsatz. Zu spät für die Auer. Diese behalten sich im Hinblick auf die Vorfälle beim "Skandalspiel" in Darmstadt "weitere strafrechtliche und schadenersatzrechtliche Schritte gegen das Schiedsrichterteam wegen des Verdachts der Spielmanipulation" vor.

Der Einspruch gegen die Spielwertung hat indes nur geringe Aussichten auf Erfolg, denn Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. So traf im Herbst 2013 der Leverkusener Stefan Kießling im Bundesligaspiel gegen Hoffenheim mit einem Kopfball nur das Außennetz. Durch ein Loch im Netz fiel der Ball jedoch ins Tor und hinter die Linie. Referee Felix Brych gab das Tor. Den Einspruch der unterlegenen Hoffenheimer, die ein Wiederholungsspiel forderten, lehnte der DFB, der sich auf eine Tatsachenentscheidung berief, ab.

Service

Seit Montag sind Tickets für das erste Relegationsspiel des FCE am Freitag in Karlsruhe erhältlich. Spielbeginn ist um 18.15 Uhr im 28.762 Zuschauer fassenden Wildparkstadion. Die Karten werden bis zum Vortag des Spiels um 12 Uhr nur im Fanshop des FCE hinter der Haupttribüne und im Fanprojekt Aue verkauft. Nach Vereinsangaben sollten auch am Spieltag in Karlsruhe noch Gäste-Eintrittskarten zu haben sein.

Für das Heimspiel am Dienstag nach Pfingsten (Anstoß: 18.15 Uhr) hat ebenso der Ticketverkauf an den bekannten Vorverkaufsstellen, darunter in allen "Freie-Presse"-Shops in Ihrer Nähe, begonnen. Die Plätze der Inhaber von Abo-Karten werden bis Donnerstag reserviert und gehen danach in den freien Verkauf. (tp)

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1Kommentare
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  • 8
    1
    Steuerzahler
    14.05.2018

    Da Verhalten des DFB und vor allem des Schiedsrichterobmanns Fröhlich nährt den Verdacht, dass das, was den Auern widerfahren ist, kein Zufall war oder zumindest nicht ungelegen kam. Statt den eigenen Laden zu kontrollieren, ermittelt man gegen die Geschädigten. Wie heißt es doch: wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen!



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