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Foto: Tilo Steiner

Fast jede zweite Frau arbeitet in Sachsen inzwischen in Teilzeit

Die Große Koalition plant das Recht auf befristete Teilzeit. Laut einer Studie hält sich das Verlangen unter Arbeitnehmern bisher jedoch in Grenzen.

Von Tino Moritz
erschienen am 07.05.2018

Dresden. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind in Sachsen knapp 200.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden. Die Anzahl der Menschen in Vollzeit hat sich aber nur um etwa 9000 erhöht. Dies geht aus einer aktuellen Übersicht der Bundesarbeitsagentur (BA) hervor, die der "Freien Presse" vorliegt. Danach waren 2017 etwa 54.000 Männer mehr vollzeitbeschäftigt als 2007 - aber eben auch 45.000 weniger Frauen. Allein zwischen September 2016 und September 2017 sank die Anzahl um fast 3000 vollzeitbeschäftigte Frauen, während die ihrer männlichen Kollegen um knapp 10.000 stieg. Im gleichen Zeitraum wuchs die Anzahl der Teilzeitarbeiter um fast 21.000 - auf den Rekordwert von etwa 476.000. Bei insgesamt 1,6 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrifft dies inzwischen fast jeden Dritten - unter den Frauen sogar fast die Hälfte.

Sachsens BA-Regionaldirektionschef Klaus-Peter Hansen führt den Anstieg auch auf den Mindestlohn zurück, weil dessen Einführung 2015 zur Umwandlung vieler Minijobs in reguläre Beschäftigung beigetragen habe. Den Vormarsch von Teilzeit - unter die statistisch nicht nur Halbtagsjobs, sondern etwa auch "vollzeitnah" arbeitende Menschen mit 32 Wochenstunden an vier Arbeitstagen fallen - bewertet er differenziert: "Wenn sie aktiv eingefordert wird und freiwillig erfolgt, ist sie gut. Kritisch ist die Teilzeitarbeit nur, wenn sie erzwungen wird."

Vor allem Frauen soll die von der Großen Koalition in Berlin ab 2019 geplante Einführung des Rechts auf befristete Teilzeit helfen - mit Rückkehranspruch auf eine Vollzeitstelle selbst noch nach fünf Jahren, damit sie "nach einer Familienphase ihre beruflichen Pläne voll verwirklichen" könnten. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellte nun fest, dass der entsprechende Bedarf "relativ überschaubar" sei. Dazu verwies es auf eine Umfrage von 2014, als von bundesweit 7500 Beschäftigten lediglich sechs Prozent Interesse an einer temporären Teilzeit äußerten.

 
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