17.500 Menschen bei "Pegida"-Demo in Dresden

In Dresden singen Pegida-Anhänger Weihnachtslieder, während die Gegner lautstark protestieren. Die Forderungen nach einer angemessenen Reaktion auf die "Pegida"-Bewegung werden lauter.

Dresden (dpa) - Das islamfeindliche «Pegida»-Bündnis verbucht in Dresden trotz wachsender Kritik weiter Zulauf. Bei ihrer zehnten Demonstration in Folge mobilisierten die «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) am Montagabend nach Schätzungen der Polizei rund 17.500 Menschen - 2500 mehr als in der vergangenen Woche und damit mehr denn je. Parallel dazu zogen 4500 Gegendemonstranten durch die Stadt, rund 400 Menschen versammelten sich zu einem ökumenischen Friedensgebet in der Kreuzkirche. Auch in anderen Städten kamen Tausende zu Kundgebungen gegen Rassismus und Ausgrenzung.

Am kommenden Montag will «Pegida» auf eine Kundgebung in Dresden verzichten. Am Montagabend hatte sich die Stimmung im Vergleich zu den Vorwochen allerdings deutlich verschärft. Angekündigt war ein gemeinsames Weihnachtssingen vor der Semperoper. Tatsächlich wurden Verunglimpfungen von Politikern und Beschimpfungen von Medienvertretern dort am Montagabend ebenso begeistert bejubelt wie ausländerfeindliche Vorurteile.

Kern der Proteste sind eine vermeintliche «Überfremdung» Deutschlands und die Asylpolitik. Experten rechnen Teile der Bewegung dem rechtsextremen Spektrum zu. Genährt wird die «Pegida», die auch Menschen aus dem bürgerlichen Lager auf die Straße lockt, nach Ansicht von Sozialforschern auch von einer diffusen Angst vor sozialem Abstieg und die Wut darüber, dass die Politik ihre Sorgen angeblich nicht ernst nimmt.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte, die Demonstranten sollten nicht «pauschal als rechter Mob» abgetan werden. «Dass Menschen bei uns auf die Straße gehen und sich zu Themen äußern, die sie beschäftigen, ist nicht nur zulässig, sondern in einer Demokratie normal», sagte der CDU-Politiker der Zeitung «Die Welt» (Dienstag). Er ermahnte die Teilnehmer aber, genau hinzuschauen, ob sie mit den Parolen der Veranstalter in Verbindung gebracht werden wollten.

Der Dresdner Politikwissenschafter Werner J. Patzelt empfiehlt Politik und Medien, das aufzugreifen, was hinter der Fassade steckt: «Was als Fremdenfeindlichkeit daherkommt, entpuppt sich so als sozialer Konflikt.» Besonders brisant sei, dass dieser sich mit einem kulturellen Konflikt verbindet, seit es eine nennenswerte Zuwanderung aus dem islamischen Kulturkreis gibt.

In westdeutschen Städten blieb der Zulauf zu den islamkritischen Demonstrationen mit einigen hundert Teilnehmern vergleichsweise gering. Wie in Dresden setzten allerdings auch in anderen Städten Tausende Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus. Vor der Münchner Oper versammelten sich nach Angaben der Veranstalter am Montagabend an die 25 000 Menschen, in Kassel stellte eine Gegendemonstration mit 2000 Teilnehmern die Kundgebung einer Gruppe «Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes (Kagida)» in den Schatten. In Bonn waren etwa 900 Polizisten im Einsatz, um die rund 200 Teilnehmer einer islam-kritischen Kundgebung von gut 2500 Gegendemonstranten zu trennen.

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31Kommentare
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    gelöschter Nutzer
    29.12.2014

    @ricowalther+:@kartracer: Die "GUTMENSCHENVEREINIGUNG" wird auch dieses Weihnachtsfest besinnlich mit der Familie oder bei Gottesdiensten in Kirchen gefeiert haben ohne von einer "Shariapolizei" oder muslimischen Nachbarn daran gehindert worden zu sein. Die Christen, die sich zu ihren Glauben bekennen, werden sicher Flüchtlinge in aller Welt in ihre Gebete einbezogen haben. Christentum ist gelebt Toleranz. Wenn sie sich auf das Christentum berufen klingt das wie blanker Hohn und sicher haben sie vor ihren Kirchgang einen Sack voll Kreide zu sich genommen.

    Dazu: FP 29.12.2014 "Patzelt sieht Verschärfung im Umgangston der «Pediga»-Anhänger"
    ...«Insbesondere die Rede des Vertreters aus Leipzig hat an mehreren Stellen den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt»

    Sie können sich ihre Ausländerfeindlichkeit selbst schönreden, aber Pegida entlarvt sich nach und nach selbst. Sie können sich nicht herausreden, dass sie von nichts gewusst hätten. Sie erklären uns ihren Fremdenhass und ihre Vorbehalte hier selbst fast täglich. Da braucht es keinen Interpretationsspielraum den ich besetzen müsste.

    Pegida bedient Kollektivängste einer dem Grunde nach potentiell von Fremdenhass beseelten Minderheit. Das macht Pegida für Sachsen als auch für Deutschland gefährlich. Rechtsextremisten und Nazis holen sich bei Pegida ihre Rechtfertigung für ihr künftiges Handeln ab.

    226.099 Menschen, Stand 29.12.15 20:15 Uhr, sagen nein zu Pegida!

    https://www.change.org/p/1-mio-unterschriften-gegen-pegida-nopegida

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    gelöschter Nutzer
    29.12.2014

    'Interessierte: Vermutlich kam Jesus zwischen 7 und 4 vor Christus zur Welt...'

    Oh herrlich! Jesus kam vor Christus zur Welt. Der kann ja wirklich Wundersames vollbringen. :)))

  • 0
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    Interessierte
    29.12.2014

    Vermutlich kam Jesus zwischen 7 und 4 vor Christus zur Welt

    Das Weihnachtsevangelium nach Lukas hingegen erwähnt eine Volkszählung in Judäa unter dem syrischen Statthalter Quirinius, die erst im Jahr Sechs nach Christus stattfand. Eine zu späte Datierung, befinden heutige Forscher. Aktuell gehen die meisten davon aus, dass der historische Jesus irgendwann - zwischen den Jahren Sieben und Vier vor Christus zur Welt gekommen ist.
    .
    http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/zehn-populaere-irrtuemer-der-geschichte-irrtum-3-jesus-kam-im-jahr-null-zur-welt_id_3627625.html

    Und :
    Matthäus schrieb, Jesus sei vor dem Tod Herodes des Großen geboren, also vor 4. v. Chr. Das gilt heute als am wahrscheinlichsten. Das Jahr eins ist in jedem Fall falsch, doch wir können dem Mönch Dionysius kaum böse sein. Er tat sein Bestes
    .
    http://www.welt.de/kultur/history/article11605469/Warum-Jesus-nicht-im-Jahr-Null-geboren-wurde.html

  • 0
    2
    Interessierte
    29.12.2014

    Zu : Gedanken zum Fest - von Rico Walther

    So war es …
    Der römische Kaiser Augustus wollte , dass die Juden Steuern an Rom zahlen
    Der Josef war Zimmermann in Nazareth , und er mußte mit Maria nach Bethlehem zur Volkszählung …

    In Bethlehem wurde das Kind geboren und es sollte der neue ´Herrscher/ König` werden …
    Aber König Herodes wollte Alleinherrscher sein und noch lange bleiben und wollte nun aus Angst das Kind töten …
    Josef und Maria mußten mit dem Kind nach Ägypten fliehen ...
    König Herodes tobte und sandte vergebens Verfolger aus .
    Und als Herodes gestorben war , konnten sie nach Nazareth zurück kehren .

    Nach 30 Jahren wurde Jesus von Johannes am Jordanufer getauft und danach ging er nach Galiläa zurück ; und Jesus wurde ´Herrscher`....
    Und er konnte nun Wasser zu Wein verwandeln und den Fischern volle Netze bescheren und er konnte seinen Freund Lazarus wieder zum Leben erwecken und er konnte heilen und kluge/reiche Worte finden .

    Aber Jesus hatte auch Neider und wurde auch gefürchtet und verraten und von Knechten festgenommen und zu Pontius Pilatus gebracht ..
    und letztendlich hingerichtet ( gekreuzigt ) .

    ( nur , das Problem : Herodes starb 4v.C. ???????????

  • 2
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    Schinderhannes
    28.12.2014

    @ kartracer: Hier ist ein Anhänger von Saftpresse und seinen „Anhängern“. Zumindest in dieser Rubrik.
    Da Sie, Herr „kartracer“, zu DDR-Zeiten in einer Firma gearbeitet haben, wo eine gewisse Hackordnung groß geschrieben war und welche Arbeitnehmer in allen Bereichen der Gesellschaft besser gestellt hatte, als alle übrigen Mitbürger, ist es kein Wunder, wenn Ihr geistiger politischer Horizont etwas eingeengt ist. Nun denken Sie mal nach…


    Wenn auch nicht alle Führer und Mitläufer bei „pegida“ als rechtsextrem einzustufen sind, dann zumindest als intolerant, gierig und eifersüchtig.

    Keine Angst, die Asylanten werden Euch schon nicht das letzte Stück Butter vom Brot nehmen und auch Euer Abendland wird durch den gemäßigten Islamismus nicht in Gefahr sein. Ihr orientiert Euch nur an dem fanatischen Islamismus. Fanatiker gab und gibt es aber in allen Teilen und politischen sowie geistlichen Nischen der Welt. Je nach Epoche und mal mehr und mal weniger.

    Ihr schert alle Asylanten über einen Kamm! Habt Ihr Euch mal damit beschäftigt, wie viele der Asylanten wirklich kriminell sind?

    Sympathie der „pegida“ und AFD zu Putin… Einem ehemaligen KGB- und Stasimitarbeiter… Einem Diktator und geistig verwirrtem… Wohl bekomme es… In Russland werden auch Minderheiten verfolgt.

    Es tut mir auch extrem leid, dass Ihr in einem Land so leiden müsst, in welchem die politische und geistliche Elite als Lügner einzustufen sind.


    PS:
    Ich liebe mein Vaterland auch. Aber ohne Ausländer wären wir in der Geschichte unseres Landes nie dahin gekommen, wo wir jetzt sind.

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    TheBeastFromTheEast
    28.12.2014

    Sorry, Herr Walther, da hätt´ ich Ihnen ja Unrecht tun können: Natürlich war Joseph Fischer, wurde aber eigentlich nur "Joschka" genannt, und später deutscher Außenminister. Nur: Dem Joschka zu unterstellen, er habe Jesus groß gezogen - ich persönlich konnte den Joschka ja schon in Frankfurt gut leiden, aber geht das nicht ein bißchen weit, selbst wenn der Joschka sich eigentlich immer alles zugetraut hat ?
    Guten Rutsch, wenn´s soweit ist .....

  • 2
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    TheBeastFromTheEast
    28.12.2014

    @ricowalther & die anderen Retter des Abendlandes: Eigentlich ist es zu doof, daß ausgerechnet die, die offenbar noch nie ´ne Kirche von innen gesehen haben, das christliche Abendland retten wollen - aber "such is life!", wie der Lateiner sagt *lach*. Josef war Fischer ? Ährlich ? Isso ? Und die Regierung nimmt Sie nicht ernst ? Hört nicht auf sie ? Und deswegen reden Sie jetzt nicht mehr mit der Regierung ? Klar, Josef war Fischer. Das sollten Sie mal dem Herrn Gauck schreiben, damit die "Lügenpresse" endlich aufhört, Jesus als "Zimmermannssohn" zu bezeichnen ! Und dann ist das Abendland endgültig gerettet !

  • 0
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    Schneekurt
    26.12.2014

    an alle kartracer und Rasumichins: Wenn ihr mal eine echte Weihnachtsansprache hören und sehen wollt, schaut mal bei ERZ-TV Spezial Weihnachten (2)rein. Hoffentlich müsst ihr hinterher nicht in das in diesem Video bezeichnete Klinikum und man stellt fest, welche Typen da Hilfe wollen.

  • 4
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    kartracer
    25.12.2014

    Hallo, Herr Walther, eine bessere Weihnachtsansprache
    kann ich mir nicht vorstellen, danke.
    Da kann man mal gespannt sein, wo zB. "Saftpresse"und
    Anhänger hierzu den Rassismus, und Fremdenfeindlichkeit
    hineininterpretiert!?

  • 3
    4
    gelöschter Nutzer
    25.12.2014

    Werter Herr Walter,

    da Sie, wie ich Ihrem Kommentar entnehme, ohne jede Schwierigkeit Ihnen völlig fremde Menschen aus Politik, Kirche und Gewerkschaft pauschal in die sogenannte Ecke einer GUTMENSCHENVEREINIGUNG stellen, sollten Sie es auch mit Gelassenheit hinnehmen, dass Sie im Gegenzug als Vollidiot in die rechte Ecke gestellt werden. Sich ein paar Gedanken zu machen, wenn Zeit zwischen den Feiertagen ist, wäre in Ihrem Fall in der Tat angebracht.

    Ich selbst bin Gutmensch, linksliberal, ein Freund und Gefährte Winnetous und mache mir stets Gedanken.

    Trotz alledem: Frohes Fest und guten Rutsch.

  • 6
    1
    25.12.2014

    Gedanken zum Fest
    von Rico Walther

    Es ist Weihnachten, und jeder sollte sich ein wenig zurücknehmen und sich auf seine Familie und engen Freunde konzentrieren. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist das umso wichtiger um den Bodenkontakt nicht zu verlieren. Ich wollte das eigentlich genauso machen und mich an diesen besinnlichen Tagen nicht zu tagesaktuellen Themen wie PEGIDA, die Krise in der Ukraine oder unseren Politikern äußern.

    Als ich heute Morgen die Freie Presse aufschlug, musste ich jedoch feststellen das anscheinend viele unserer so genannte Vorbilder und Meinungsmacher gerade diese besinnliche Zeit zwischen den Jahren nutzen um von oben herab eine Stimmung zu beschwören das es mir übel wird. Da wird auf einer Seite schon vorab, die Rede des Herrn Gauck, gedruckt. Dieser fühlt sich natürlich mal wieder berufen explizit darauf hinzuweisen, dass wir doch toleranter sein müssen und nennt im ersten Satz seiner Rede als Beispiel dafür gleich das Thema Asyl.

    Weiter geht es auf einer der nächsten Seiten mit einer Einschätzung der PEGIDA Bewegung in der schlicht und ergreifend Unsinn geschrieben wird. Jesus war kein Flüchtling sondern seine Eltern waren auf dem Weg zu einer Volkszählung. Selbst wenn man diese als kurzzeitig Asyl suchende darstellen möchte, muss man auch dazu schreiben, dass Maria und Joseph nach der Volkszählung wieder nach Hause gegangen sind. Denn diese drei hatten ein Haus und Joseph einen Beruf - er war Fischer. Meine Frage: Wo sehen Sie die Verbindung zur heutigen Asylproblematik? Ich kann keine erkennen.

    Zum Thema Herr Gauck ist ja eigentlich schon alles gesagt und geschrieben. Eine ganz kleine Sache finde ich, wurde jedoch vergessen. WER HAT IHN GEWÄHLT? Also ich nicht, und auch kein anderer aus dem Volk, denn das dürfen wir ja nicht. Wir dürfen lediglich unsere Zustimmung zu einer der altgedienten Lobbyparteien geben. Und die bestimmen dann, wer sich Bundespräsident nennen darf. Und dieser Bundespräsident darf dann zu allem seine persönliche Meinung kundtun, ohne sich dafür vor dem Volk rechtfertigen zu müssen. Somit spricht der Bundespräsident, meiner Meinung nach, nur für sich selbst, weshalb man ihn getrost ignorieren kann.

    Eine letzte Sache noch: Wie wir mittlerweile alle wissen will die politische, kirchliche und gewerkschaftliche sogenannte Elite oder kurz GUTMENSCHENVEREINIGUNG nichts mit uns, den PEGIDA Teilnehmern, zu tun haben. Das beste Beispiel hierfür ist die Ablehnung der Spenden, die für die Dresdner Tafel gesammelt werden sollten, das im übrigen auch nirgends in der unabhängigen Presse zu lesen war.
    Außerdem möchte ich gern wissen, welcher Grüne heute Asylbewerber zum Abendessen bei sich zu Besuch hat und welcher Rote und Dunkelrote in einem Aufnahmelager für Asylbewerber Weihnachten feiert? Gern lasse ich mich eines besseren belehren, aber ich denke, da finden sich sicher kaum welche unserer Gutmenschen. Man hat ja gesehen, wie zum Beispiel der DGB redet und sich im Gegenteil ganz anders verhält.

    Diese verlogene Darstellung ist es, warum Menschen auf die Straße gehen und warum die Alternative für Deutschland eine solch hohe Zustimmung erfährt.

    Ich freue mich schon auf das Jahr 2015 in der Hoffnung, dass es weiterhin Menschen gibt, die sich nicht mehr alles gefallen lassen. Menschen die AUFSTEHEN und ihrer Meinung ein Gesicht geben.

    Denn eins ist ganz klar: Ich liebe Deutschland, mein Vaterland, und zwar als Demokratie. Ich möchte keine Verhältnisse wie zwischen 1933 und 1945 und auch nicht wie sie in der DDR waren. Aber ich möchte als Bürger von meiner Regierung ernst genommen werden und nicht nur aufgrund meiner Teilnahme an einer DEMO, die friedlich ist, als NAZI oder VOLLIDIOT in die rechtsextreme Ecke gestellt werden.

    Meine Familie und ich wünschen Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2015.

    Lichtenstein, 24.12.2014

  • 6
    1
    GrafZ
    25.12.2014

    @ ToolBox

    Was Ihre Einschätzung der Gesetzesauslegung betrifft, so sollte man festhalten, dass Sachsen in der Abschiebepraxis zu den restriktivsten Ländern gehört. Über die Abschiebepraxis wird übrigens schon diskutiert, etwa die Frage nach der Ausdehnung der Drittstaatenreglung oder der Triton-Mission. Dass dies kaum zur Sprache kommt, ist nicht nur bedauerlich, sondern auch Ausdruck, wie informiert die Demonstranten wirklich sind.

    Was das Vokabular betrifft, so sind eben solche Formulierungen wie "Gutmenschen", "Lügenpresse" oder "Volksverräter" zwar nicht genuin rechtsextrem, aber dort beliebtes Vokabular. Selbst wenn Sie nicht zugestehen, dass es sich hier um rechtsextremes bzw. von Rechtsextremen benutztes Vokabular handelt, sind wir uns vielleicht einig, dass es sich um eine verrohte Sprache handelt, die schon tief blicken lässt. In einigen Diskussionen haben manche Teilnehmer (auch hier in der FP) kein Problem damit, dass Flüchtlinge ertrinken oder in ihren Herkunftsländern zu Tode kommen, nur weil scheinbar ständig gefühlte Nichtarier mit I-Phone sehen.

    Was die Gesprächskultur in den genannten TV-Sendungen betrifft, da haben Sie recht. So macht man Märtyrer. Aber was die genannten Politiker betrifft, so ließe sich die selbstverliebte Frau Roth vielleicht zur politischen Linken vielleicht zählen. Aber weder Herr Özdemir noch Frau Schwan zählen dazu. Sie sind bürgerliche Politiker, verteidigen bürgerlich-liberale Positionen wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte etc.

    Wenn einem Liberalität zu "links" ist, so muss man eine entsprechende politische Zuordnung hinnehmen. Es gibt schon Gründe, weshalb Pegida in Sachsen funktioniert und nicht in Rheinland-Pfalz.

  • 1
    2
    aussaugerges
    25.12.2014

    Die Wende der obersten Politiker.(PEGIDA)
    Sie sehen langsam ein (Kauder,Herms,Finanzminister)
    das die Flüchtlinge Arbeit in Ihren Länder brauchen.

    Die Kirche lebt gut von der Armut,und schickt gigantische Klammottenberge in die Länder.
    Das ist der totale Arbeitstod für Millionen Frauen.
    Und hier sind sie alle Millionäre geworden.Namen sind bekannt. Habe ich. Wirkllich.

  • 4
    0
    gelöschter Nutzer
    24.12.2014

    Na ja, ...Cem Özdemir, der ominöse Olaf Sundermeyer, Gesine Schwan, Frau Roth...
    Links und Rechts sind ziemlich volatile Begriffe. (Es redet niemand mehr von einem rechten Lager im Bundestag. Wie soll es da ein linkes Lager geben?)

    Aber schauen wir das mal aus Sicht der (alten?) Politikwissenschaft an, so ist ja bekannt, dass abgeleitet vom Grundwiderspruch des Kapitalismus, Arbeit vs. Kapital, sich links befindet, wer sich auf die Seite der Arbeit (der lohnabhängig Beschäftigten) schlägt und deren Interessen vertritt.
    Da sie das offensichtlich nicht tun, verorte ich die oben Genannten im konservativen, rechten Lager.

  • 3
    0
    23.12.2014

    @Rasumichin

    "Was im Positionspapier steht, ist zu 80% verwirklicht und Praxis. Stand in der FP und in einigen Kommentaren hier. So what?"

    Ungeprüft der von dir genannten Prozentzahl aber Gesetze sind das Eine, dass Andere deren Anwendung. Gesetze taugen nichts, wenn diejenigen, die sie zur Anwendung bringen sollen, es nicht im vollem Umfang tun. Es ist leider ein offenes Geheimnis, dass sich die Politiker kaum mehr die Hände beim Thema Abschiebung verbrennen...und das geht nicht.

    @GrafZ

    "Aber die Sorge um das Abendland kommt meist – auch in den Kommentaren hier – in einem hemmungslos zynischen und mit Rechtsextremisten geteilten Vokabular daher."

    Meinst du nicht, dass du hier etwas stark überziehst...

    "Die vermeintliche linke Meinungsführerschaft in der Öffentlichkeit wird beklagt, in den alltäglichen TV-Diskussionsrunden sitzen aber zumeist bürgerliche, liberale und konservative Politiker, die – wie etwa Herr Kauder – noch Öl ins Feuer gießen."

    Wenn ich mir die bekannten Polit-Talk-Sendungen der öffentl.-rechtlichen Sender so anschaue, dann glänzen die eher durch Polarisierung, was sich meist schon an der Zusammensetzung der Gäste ablesen läßt...nach dem Schema: drei oder vier gegen einen...dazu noch der Moderator, der sein übriges beiträgt. Und mal quer drübergeschaut von Plasberg bis Jauch zum Thema Pegida..Cem Özdemir, der ominöse Olaf Sundermeyer, Gesine Schwan, Frau Roth etc.. würde ich jetzt nicht unbedingt dem bürgerlich, liberalen oder gar konservativen Spektrum zuordnen.

  • 2
    2
    gelöschter Nutzer
    23.12.2014

    @f1234: Eigentlich müssten sie doch in der Konsequenz zu der Erkenntnis kommen, dass auch sieben Jahre nach einen Fehlurteil einer Richterin der Rechtsstaat noch Bestand hat und die Islamisierung Deutschlands seither auch nicht fortgeschritten ist.
    Was wollten sie uns denn nun eigentlich mitteilen? Das der Rechtsstaat den Auswüchsen des Islamismus stand hält trotz der hohen Zahl Asylsuchender aus den arabisch -nordafrikanischen Ländern?
    Danke für ihre "selbstlose" Beweisführung. Damit haben sie Pegida geradezu vorgeführt.

  • 3
    2
    GrafZ
    23.12.2014

    @f1234: In der Tat, ein damals skandalöses Urteil. Nur, was wollen Sie damit sagen? Wenn Sie in die Presselandschaft von damals schauen, dann werden Sie feststellen, dass die von PEGIDA-Anhängern immer wieder als "Lügenpresse" titulierten Medien die Richterin sehr scharf angriffen.

    Es gab ja noch einen Skandal nach dem Skandal, weil nämlich ranghohe Politiker aus der CDU/CSU eine Maßregelung (bis hin zur Ausbürgerung) der Richterin forderten. Der Skandal liegt nun darin, dass hier gegen die Unabhängigkeit der Justiz argumentiert wird - ein Kernbestand des deutschen Rechtsstaates, den Sie in Ihren Kommentaren gern und zu Recht verteidigen.

    Lesen Sie doch mal: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24921/1.html

    Im Übrigen verstehe ich bei Ihnen nicht, weshalb Sie gegen die Altkommunisten die freie Welt verteidigen, dann aber denen auf den Leim gehen, denen Menschenrechte ein bloßes Ärgernis sind.

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    23.12.2014

    Na ja, wenigstens ist der Artikel nicht 150 Jahre alt.
    Außerdem ist es doch so, dass Gerichte hierzulande rechtsstaatliche Urteile fällen, die zu akzeptieren sind bzw. man in die nächste Instanz gehen kann. Ansonsten stellt sich die Frage: Sind wir etwa ein Unrechtsstaat?

  • 0
    2
    vomdorf
    23.12.2014

    @f1234: ich habe den artikel angefangen zu lesen...mir ist immer noch schlecht, denn ich habe das gefühl, dass das alles nur ein böser...was auch immer sein kann.

  • 2
    1
    f1234
    23.12.2014

    Hier mal die Titelstory des SPIEGEL 13/2007

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50990541.html

    für die, die so lange Texte lesen können.
    Für alle Phrasendrescher hier nur die Überschrift:


    Mekka Deutschland - Die stille Islamisierung


    Und nein, das ist kein Aprilscherz im Dezember!

  • 2
    1
    GrafZ
    23.12.2014

    In einem Land, in dem die Mehrheit nichtkonfessionell gebunden ist, wird ständig etwas vom christlichen Abendland erzählt. Aber die Sorge um das Abendland kommt meist – auch in den Kommentaren hier – in einem hemmungslos zynischen und mit Rechtsextremisten geteilten Vokabular daher. Mit dem Gedanken der Frohen Botschaft hat das alles nicht viel zu tun. Irgendwie seltsam, oder? Nächstenliebe ist also "Gutmenschentum"? Interessant. Na, Hauptsache, man muss die Texte für die Weihnachtslieder aushängigen.

    Die vermeintliche linke Meinungsführerschaft in der Öffentlichkeit wird beklagt, in den alltäglichen TV-Diskussionsrunden sitzen aber zumeist bürgerliche, liberale und konservative Politiker, die – wie etwa Herr Kauder – noch Öl ins Feuer gießen. Aber statt die Konservativen zu kritisieren, weil sie nicht mehr konservativ sind (was ich bezweifle, aber das tut nichts zur Sache), wird auf "die" Linken eingeschlagen (wer auch immer das ist). Schließlich wählen alle dann brav die CDU, AfD oder sitzen daheim und schimpfen auf "das System". Um es mal etwas drastisch auszudrücken: Damit man zum Narren gemacht wird, gehören immer zwei: Einer der, der einen zum Narren macht, und einer, der sich zu Narren machen lässt.

    Die nun ausgepackte Aussage, man wolle mehr mitreden, ist eigentlich auch eine Nullaussage: Worüber möchte man denn mehr mitreden,- außer dass Ausländer gefälligst zu verschwinden haben? Die wichtigen Themen unserer Gesellschaft, Generationenvertrag, Umweltschutz, Wirtschafts- und Finanzpolitik spielen ja keine große Rolle. Aber ach, die Welt ist kompliziert.

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    23.12.2014

    @ToolBox 2 Gründe:

    a: Was im Positionspapier steht, ist zu 80% verwirklicht und Praxis. Stand in der FP und in einigen Kommentaren hier. So what?

    b: alleswirdgut schrieb:

    "... Tatsächlich hat dieser PEGIDA-Protest kaum noch etwas mit Islamisierung, Asylpolitik und dergleichen zu tun, das sind zwei Anlässe gewesen. Ich war da. Die Leute protestieren nicht gegen einzelne politische Entscheidungen oder bestimmte Politiken, da mobilisiert sich ein grundlegender Widerstannd gegen das korrupte, oligarchische Regime in Deutschland. ..."

    Davon steht im Positionspapier nichts.
    Wenn das so wäre, dann müssten imo dort Themen wie Agenda 2010, Neoliberalismus, Hartz 4 und Sanktionspraxis, Finanzsystemkrise, Verstaatlichung der Schulden Privatisierung der Gewinne, Boni...etc. stehen, bzw. zur Sprache kommen.

  • 1
    3
    gelöschter Nutzer
    23.12.2014

    @ToolBox: Was jammern sie vertanen Chancen nach? Das ostdeutsche und später das gesamtdeutsche Volk hat in zahlreichen Wahlen die Politik der s.g. Volkparteien regelmäßig bestätigt. Sie müssen auch heute nicht glauben, dass sie in Deutschland für ihre Irrlichteleien um Pegida eine Mehrheit finden. Wenn sie und Ihresgleichen schon zu Maiden Verhältnissen tentieren haben sie, was mich jetzt nicht wirklich wundert, eine klare antidemokratische Haltung. Auch der Maidan wurde von Nationalisten und rechten Extremisten für sich vereinnahmt, denen Demokratie genau wie ihnen zu wider ist. Sie müssen sich auch nicht hinter halbseidenen Floskel verstecken. Ihre politische Ausrichtung wird auch ohne Gesinnungstest deutlich.

  • 4
    1
    23.12.2014

    @alleswirdgut

    Sehr guter Beitrag.

    @Rasumichin

    Warum sollte das Positionspapier angepasst werden ? Die Positionen und Forderungen spiegeln einen Teil, viell. sogar einen wichtigen Teil, dessen wieder, was viele Menschen bedrückt. Man muss ja noch erwähnen, dass etliche Forderungen, die Einhaltung bestehender Gesetze zur Grundlage haben. Und die Reaktionen darauf, der Umgang von Politik und Medien, zeigt doch, wie groß die Kluft inzwischen ist. Ich würde sogar von einem Hass, einer Verachtung gegenüber den Bürgern, die dort auf die Straße gehen, sprechen. Das zeigt, wie das Polit- und Medienestablishment reagiert, wenn die Bürger eben nicht mehr die alternativelose Politik, wie es Frau Merkel ausdrückt, mitmacht oder wirklich innergesellschaftliche Probleme einfach weggedrückt bzw. idelogisch bedingt blockiert/zerredet werden.

    Ohne pathetisch zu werden... 89/90 haben die "Ossis" friedlich das verknöcherte SED-Regime hinweggefegt. Der Kardinalfehler war gewesen, dass man mit der Wiedervereinigung, dem Ganzen nicht eine solide Basis durch, wie von den Alliierten eigentlich nach dem 2WK vereinbart, eine in gesamdeutschen Wahlen legitimierte dt. Verfassung gegeben hat...nein, stattdessen hat man das stark von den westalliierten beeinflußte westdeutsche "verknöcherte" System übernommnen|übergestülpt, in dem sich ein Konglomerat von etabl. Parteien mit fast schon absolutistischen Zügen es sich heimich gemacht hatte\hat. Ich will hier jetzt nicht von hinwegfegen reden aber wenn Pegida der Anlass dazu ist, dass es hier zumindest zu einer Neujustierung kommt, dann ist das schon mehr als man sich am Anfang erdacht hatte.

    Bezüglich Extremismus...hier kommt es darauf an, wie sich die Initiatoren positionieren, nur das ist machbar und wichtig...und das macht die Pegida eindeutig...eindeutiger als die Gegenseite (Stichwort: Linksextremismus | Antifa etc.). Einen Gesinnungstest für Teilnehmer wird | kann es nicht geben.

  • 0
    1
    aussaugerges
    23.12.2014

    Rasumichen:Stand alles in der FP.
    Auf einer ganzen Seite,mal lesen.

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    23.12.2014

    Okay @alleswirdgut. Dann müsste das Papier mit den Pegida Forderungen aber mal angepasst werden und klar kommuniziert werden, worum es den Demonstranten denn nun geht.
    Das würde erstens den Außenstehenden eine realere Einschätzung der Bewegung ermöglichen und zweitens die Attraktivität für extremistischen Mitläufer verringern.
    So ist es eine Demo und keiner weiß so richtig wofür.

  • 2
    1
    Datko
    23.12.2014

    Etwas mehr direkte Demokratie in Deutschland
    In Bayern gehen wir gelegentlich zur Wahlurne um grundsätzliche Dinge, wie z.B. beim Rauchverbot in Lokalen, selbst zu entscheiden.
    Wir sollten auch bundesweit gelegentlich in direkter Demokratie Entscheidungen treffen.
    Joachim Datko - Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    http://www.monopole.de

  • 4
    1
    ThorstenS
    23.12.2014

    Unsere Politiker und Journalisten verstehen das Volk nicht.
    Die transatlantische Marionette Gauck beschimpft das Volk als Chaoten, weil es in Massen gegen abgehobene Politiker, Verdummungsmedien und die Kriegspropaganda gegen Russland auf die Straßen geht. Und unsere Mainstream-Medien sind in Massenpanik und beißen willd um sich, weil auch ihnen die Massen die Gefolgschaft verweigern und ihre Lügengeschichten einfach liegen lassen und nicht mehr bezahlen. Ein Land wacht endlich auf!

  • 1
    1
    aussaugerges
    23.12.2014

    Ja der Maidan hochgejubelt von Gauk und Merkel.
    Aber wir brauchen keine Gewalt.
    Sie wurde von Gauk und Merkel hofiert.(unerträglich)
    Die armen brennenden Polizisten.

  • 4
    1
    abc2
    23.12.2014

    Trotz der Lügen und Unterstellungen - Pregida wächst und
    wächst und wächst....
    Zwei Tage vor Heiligabend hat die größte Kundgebung eine
    Antwort auf die Hetze der Politik und gleichgeschalteten Medien
    gegeben. Dazu waren alle Mittel recht. Sogar Gerhard Schröter,
    sonst gern als "Knappe Putins" dargestellt und die Öko- sozialistin Jutta Ditfurth wurden benutzt und erhielten eine Plattform.
    Auch die jungen linken Spinner, die sich zu Pegida immer wieder
    mit ihren Nazi-Geblabber melden, sollten lieber einmal überlegen,
    weshalb sie immer wieder auf den "Leimruten" falscher Bericht-
    erstattungen kleben bleiben.
    Wohltuend, weil wahr, der Politikwissenschaftler Patzelt.
    Fazit: Je mehr die Parteien, Medien und die Spitzen der so-
    genannten "Gesellschaft" lügen und desinformieren, desto mehr
    Menschen gehen auf die Straße.
    Weiter so.....

  • 12
    2
    23.12.2014

    Ihr alle - die herrschende Politik und ihre Medienhandlanger - begreift einfach nichts mehr. Am ehesten hat wirklich noch der Herr Thielemann die Realität richtig erfasst mit dem, was er in der MOPO gesagt hat. Tatsächlich hat dieser PEGIDA-Protest kaum noch etwas mit Islamisierung, Asylpolitik und dergleichen zu tun, das sind zwei Anlässe gewesen. Ich war da. Die Leute protestieren nicht gegen einzelne politische Entscheidungen oder bestimmte Politiken, da mobilisiert sich ein grundlegender Widerstannd gegen das korrupte, oligarchische Regime in Deutschland. Daran lässt sich auch nichts mehr ändern, weil es kein bestimmtes Thema gibt, bei dem man einfach nur die Politik anpassen müsste und der Ärger wäre vorbei. Die Leute, die in Dresden protestieren, wollen einen viel grundsätzlicheren politischen Wandel, eine demokratische Revolution sozusagen. Das formuliert die Anmelderriege nicht so, aber der montägliche Protest ist im Grunde auch gar nicht mehr deren Angelegenheit. Die sind nur noch die technischen Administratoren. Der Protest hat sich verselbständigt oder ist zumindest gerade dabei, dies zu tun. Geht das so weiter, dann könnte der Dresdner Theaterplatz der deutsche Maidan werden.



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