Streit um Nachfolge des Rektors der TU Chemnitz

Stura: Wahl eines Nachfolgers wird in die Länge gezogen - Rektorbüro weist Vorwürfe zurück

Chemnitz. An der Technischen Universität ist ein Streit um die Neubesetzung des Rektorpostens entbrannt. Der Studentenrat (Stura) der TU wirft der Universitätsleitung vor, den Auswahlprozess zur Bestimmung eines Nachfolgers in die Länge zu ziehen. Die Uni-Spitze um Rektor Klaus-Jürgen Matthes weist unterdessen die Vorwürfe als "nicht richtig" zurück.

"Der Rektor ist weiter im Amt, ohne wirklich bestätigt worden zu sein", sagt Stura-Mitglied Anni Fischer. Seit dem 1. Oktober 2003 steht Matthes an der Spitze der TU Chemnitz. Seine erste Amtszeit endete 2006. Noch im selben Jahr wurde er wiedergewählt - nach altem Hochschulgesetz für weitere drei Jahre. "Seine zulässigen zwei Amtszeiten endeten 2009, einen Nachfolger gibt es noch nicht und Herr Matthes wurde seitdem nicht offiziell im Amt bestätigt", sagt Fischer auf Anfrage von "Freie Presse".

"Die Amtszeit der Rektoren der sächsischen Hochschulen wurde durch das neue Sächsische Hochschulgesetz bis zur Wahl eines Amtsnachfolgers verlängert", heißt es unterdessen aus dem Büro des Rektors. Die Amtszeit von Matthes ende erst, wenn ein Nachfolger gefunden sei.

Die Wahl eines neuen Rektors ist aufwändig und kompliziert. Bevor die Stelle überhaupt ausgeschrieben wird, muss der Senat tagen. Und die nächste reguläre Tagung sei laut Stura erst wieder im Oktober. Der Senat ist an den Hochschulen eines der obersten Gremien.

Nach der Ausschreibung tagt die Auswahlkommission und erarbeitet eine Liste mit Wahlvorschlägen aus den eingegangenen Bewerbungen. Die Auswahlkommission besteht im Wesentlichen aus Hochschulrat und Senat. Erst berät der Hochschulrat, der die Bewerbungen in den Senat gibt. Der Hochschulrat beschließt letztendlich im Einvernehmen mit dem Senat die Wahlvorschläge. Am Ende wählt ein erweiterter Senat den neuen Rektor.

Das Hauptproblem laut Stura: Derzeit gibt es an der TU Chemnitz keinen Hochschulrat. Nach dem Sächsischen Hochschulgesetz vom 1. Januar 2009 müsste es den aber schon längst geben. "Die Vorschlagsliste der zu benennenden Mitglieder des Hochschulrates der Universität hätte im Oktober vergangenen Jahres vorliegen müssen", sagt Fischer.

Anfragen des Studentenrates, warum das noch nicht der Fall sei, blieben unbeantwortet, so Fischer. "Dabei haben wir uns schon an das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gewandt", erklärt sie weiter. Der Hochschulrat besteht aus sieben Personen. Drei werden vom Ministerium bestimmt, vier von der jeweiligen Universität selbst.

TU-Sprecher Mario Steinebach zu "Freie Presse": "Wir gehen davon aus, dass die Ausschreibung der Rektorstelle im Herbst dieses Jahres erfolgt." Der Grund für die Verzögerung liege nicht bei der TU, sondern beim Staatsministerium: "Wir hoffen, dass die Berufung der Hochschulratsmitglieder durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Kürze erfolgen wird."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...