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Es war ein tragischer Unfall, der sich im August 2016 auf der A 4 ereignete. In dem Smart saßen eine junge Frau und ihr Vater. Sie waren auf dem Weg zum Standesamt, als der Unfall geschah.

Foto: A. Kretschel/Archiv

Unfall im Brautkleid: Ausgefallene Hochzeit beschäftigt nun Gericht

Vor einem reichlichen Jahr verunglückten auf der A 4 bei Hohenstein-Ernstthal ein Fahrer und seine Beifahrerin schwer. Sie waren auf dem Weg zur Hochzeit. Nun streiten sich Braut und Unfallverursacher um Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Erik Kiwitter
erschienen am 13.11.2017

Hohenstein-Ernstthal. Es ist Samstagmittag, 11.25 Uhr, Bundesautobahn 4 Fahrtrichtung Chemnitz. Für die junge Frau im weißen Smart auf dem Beifahrersitz soll es der schönste Tag in ihrem Leben werden. Sie ist auf der Fahrt zu ihrer Hochzeit. Aber es wird ihr schrecklichster. Augenblicke später muss sie schwer verletzt ins Krankenhaus. Ein Opel war mit voller Wucht auf den Smart gekracht.

Der Unfall ereignete sich vor über einem Jahr, am 18. Juni 2016. Der Unfallverursacher, ein Opel-Fahrer aus Sondershausen, musste bereits 1250 Euro Strafe bezahlen. Jetzt streiten sich Unfallverursacher und Geschädigte vor Gericht. Vor der 9. Zivilkammer des Landgerichtes Zwickau geht es um Schmerzensgeld und Schadensersatz für die ausgefallene Hochzeit - insgesamt um mehrere Zehntausend Euro. Eine genaue Summe wollte Jens Steinert aus Lichtenstein, der Rechtsanwalt der Unfallopfer, nicht nennen. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers will nicht die geforderte Summe bezahlen. Die Begründung: Der Smart sei viel zu langsam gewesen.

Der war - so ergaben die Ermittlungen - auf der rechten Fahrspur unterwegs, am Lenkrad saß der Vater der Braut, die ein schneeweißes Hochzeitskleid trug. "Auf der Kühlerhaube befand sich das Hochzeitsgesteck", so Rechtsanwalt Jens Steinert. "Deshalb war das Auto tatsächlich etwas langsam unterwegs", räumt Steinert ein. Er geht von 60 bis 80 Stundenkilometern aus. Etwa 500 Meter nach der Anschlussstelle Hohenstein-Ernstthal kam der Opel von hinten - und krachte auf den Smart, der über die Fahrbahn geschleudert wurde. Die junge Frau erlitt unter anderem schwere Prellungen und einen Nasenbeinbruch. Ihren Vater erwischte es noch schlimmer, er kam mit einem Schädelbruch und Hirnblutungen in die Klinik. Er leidet noch heute unter den Folgen des Unfalls.

Aufgrund des geringen Tempos habe er eine Mitschuld am Unfall, so die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers. Rechtsanwalt Steinert dagegen: "Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen. Die Sicht war gut, der Opel-Fahrer hätte den Smart rechtzeitig erkennen und auf die mittlere Fahrbahn wechseln können." Eine Entscheidung des Richters soll demnächst fallen.

Braut und ihr Bräutigam haben ein Jahr nach dem Unfall geheiratet.

 
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