Wenig Wachstumspotenzial für die AfD

Das Institut Insa hatte im Juni in Sachsen nicht nur die Sonntagsfrage gestellt. Auch andere Ergebnisse lassen aufhorchen. 

Dresden.

Bevor im September 2019 die Sachsen zur Landtagswahl aufgerufen sind, wird es vermutlich noch ein paar Meinungsumfragen geben. Die bisher letzte wurde vor einer Woche bekannt - und verhieß ein ziemlich spannendes Rennen um die nächste Regierung: Die CDU, so ergab die Befragung von Insa im Auftrag der "Bild"-Zeitung, würde auf ein Viererbündnis gemeinsam mit SPD, Grünen und FDP angewiesen sein, will sie weiter eine Mehrheit ohne AfD oder Linke erreichen.

Aber dass es auch ganz anders ausgehen kann, belegen weitere Ergebnisse desselben Instituts. Im Auftrag des CDU-Landesverbandes hat Insa nämlich noch eine andere Analyse erstellt, deren Ergebnisse der "Freien Presse" vorliegen. Demnach unterscheidet sich das Umfrageergebnis für Aufsteiger AfD - zur Landtagswahl 2014 noch bei 9,7 Prozent - von dem aller anderen Parteien vor allem in einer Hinsicht: Mit 24 Prozent schöpft sie ihr Wählerpotenzial, das mit 28 Prozent angegeben wird, beinahe vollständig aus.

Die Konkurrenz von Grünen bis CDU ist hingegen durchgehend zweistellig von ihrem "Limit" entfernt - am meisten die SPD, deren Wahl sich immerhin 20 Prozent der Befragten vorstellen können, die sich in dieser Umfrage jedoch noch für eine konkurrierende Partei entschieden haben. Zugleich gaben freilich gerade mal sechs Prozent an, sich ihrer Wahlentscheidung für die SPD "sicher" zu sein - bei der AfD sind das mit 18 Prozent fast so viele wie bei der CDU (22 Prozent), bei Grünen und FDP jeweils nur 4 Prozent, bei der Linken 14 Prozent.

Die CDU wiederum, die in Sachsen seit 1990 regiert, zur Mehrheit aber seit 2004 auf jeweils einen Juniorpartner angewiesen war, dürfte auch aus anderen Detailergebnissen Hoffnung schöpfen. Im Auftrag ihrer Landtagsfraktion hat Insa nach Themenfeldern gefragt. Auf die Frage, welche Landtagsfraktion bestimmte Aufgaben "am ehesten bewältigen kann", erhielt die CDU fast immer den höchsten Wert. Nur bei der Frage nach "wirksamer Umwelt- und Energiepolitik" lagen die Grünen (28 Prozent) vor der Union (20 Prozent). Mit 26 Prozent vorn rangierte sie in der Befragung auch bei der "konsequenten Umsetzung des Asylrechts", die immerhin 23 Prozent der AfD am ehesten zutrauen. "Gute Schul- und Bildungspolitik" wird der CDU von 24 Prozent nachgesagt. Die Linken folgen mit 17 Prozent - ihrem Bestwert. (mit kok)

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4Kommentare
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  • 5
    3
    osgar
    21.06.2018

    Herr, bitte schmeiß Hirn vom Himmel.

  • 2
    7
    Interessierte
    21.06.2018

    Wo - in Sachsen haben die denn angerufen ?
    Und vielleicht wollen die damit die Leute animieren , die AfD nicht mehr zu wählen ...
    Das ist wie mit dem RIAS , wo man meinte , dass sooo viele schon ausgereist sind ..

  • 5
    8
    Tauchsieder
    21.06.2018

    Hier ist eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

  • 7
    8
    Pelz
    21.06.2018

    Wenig Wachstumspotenzial?
    Ich denke doch.
    Ein (!) Beispiel:
    https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Polizei-ermittelt-nach-Uebergriffen-auf-Kinder-und-Jugendliche-in-Chemnitzer-Freibad-artikel10239666.php



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