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Hausruinen in der polnischen Hauptstadt Warschau im Jahre 1945.

Foto: PRASA

Polnisches Gutachten: Deutschland muss Reparationen zahlen

Warschau beharrt auf deutsche Reparationen wegen des Zweiten Weltkrieges. Auch das polnischen Parlament kam in einer Expertise zu diesem Schluss. Darin heißt es, «die Behauptung, dass die Ansprüche abgelaufen oder verjährt seien, ist unbegründet.»

erschienen am 11.09.2017

Warschau (dpa) - Polen stehen nach einer Expertise des polnischen Parlaments Entschädigungen von Deutschland für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu. Das Gutachten des Sejm wurde am Montag veröffentlicht.

Darin heißt es: «Es ist legitim zu sagen, dass die Republik Polen einen Anspruch auf Entschädigungen von der Bundesrepublik Deutschland hat und die Behauptung, dass die Ansprüche abgelaufen oder verjährt seien, ist unbegründet.»

Die Erklärung der polnischen Regierung aus dem Jahr 1953 über den Verzicht auf Reparationszahlungen sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt. Außerdem habe sie nur die DDR betroffen, heißt es in der Begründung.

Mitglieder der polnischen Regierung haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder für Forderungen an Deutschland ausgesprochen. Premierministerin Beata Szydło hatte am Donnerstag betont: «Polen stehen Reparationen zu, wir sind bereit sie einzufordern.»

Die Bundesregierung weist dies zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Freitag, Polen habe 1953 auf weitere Forderungen verzichtet und dies später mehrfach bestätigt. 

Polens Außenminister Witold Waszczykowski sagte am Montag, es seien weitere Gutachten sowie eine Analyse der Verluste Polens während des Zweiten Weltkriegs notwendig, bevor die Regierung einen offiziellen Standpunkt einnehme.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
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  • 12.09.2017
    21:38 Uhr

    Freigeist14: Das der Versailler Vertrag als Unrecht gesehen wurde ,umfasste das gesamte Parteien-Spektrum der Weimarer Republik.Während bald Garantien für die Westgrenze abgegeben wurde,blieb die "Polnische Frage" bis 1933,und danach im Besonderen,offen.Das verhinderte die Annäherung zwischen Polen und Deutschland,während man mit der UdSSR schon in "Rapallo"schon die Annäherung und Entspannung fand.
    Bekannt ist Hitlers Äußerung ,das "Danzig" nie das Ziel ,sondern das Mittel war.Polen sollte von der Landkarte verschwinden.

    0 1
     
  • 12.09.2017
    19:48 Uhr

    Nixnuzz: @1953866: "..hat da Stalin nicht auch ein Teil von Polen überfallen/besetzt?).." Vor Dubcek war ich in Reichenberg und ein Mensch sagte mal zu den damaligen Bruderstaaten: "Freunde und Feinde kamen sich aussuchen - Brüder nicht.." Ich frage mich, ob diese Idee eine rein polnische Kreation oder in stiller vertraulicher geistiger Kooperation mit Putin entstanden ist. Erdogan, Orban, Putin und nun Lech Kaczy?ski bzw. Mdme. Beata Maria Szyd?o. Ist wirklich Deutschland das Zielobjekt oder nur der Stellvertreter für diese EU und ihre Mechanismen? Wer von den geehrten Mitschreibern hat soviel Augen und Ohren nach Polen, um sich das dortige Meinungsbild anzusehen/-hören und vielleicht abweichende Meinungen/Stimmungen an uns heranzutragen?

    0 5
     
  • 12.09.2017
    18:02 Uhr

    1953866: @Blackadder, es tut mir leid, wenn Sie das nicht begreifen, oder begreifen wollen. Aber ich gebe mir Mühe: Mit "Dreistigkeiten" meint der AfD-ler sicherlich die aktuellen Reparationsforderungen Polens, im Vergleich mit den Forderungen/Bedingungen im Versailler Vertrag.
    Wieso "Genau solche Dreistigkeiten führten zum zweiten Weltkrieg" jetzt als Legitimation für den Angriff auf Polen gedeutet wird, hängt wohl damit zusammen, dass es ein AfD-ler sagte. Wo ist da der Unterschied zum, nun ein zweites Mal erwähnten Ausspruch "Versailles öffnete die Pforte zum nächsten Krieg." eines ehemaligen französischen Premierministers? Dazu habe ich eigentlich alles schon geschrieben. Aber ich setzte gern noch drauf:
    Wladimir Putin - Die Wurzel des Zweiten Weltkriegs ist der Versailler Vertrag https://www.youtube.com/watch?v=FwhwRvy7L2c

    "Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München, sondern Versailles ..." Theodor Heuss
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42625405.html

    Vor 90 Jahren wurde der Vertrag von Versailles unterschrieben. Er bereitete dem nächsten Krieg den Weg
    https://www.welt.de/welt_print/article4001523/Ein-nur-gut-gemeinter-Frieden.html

    Die verständliche Unfähigkeit, emotionsfrei die Chancen zu erkennen, die der Versailler Vertrag für Deutschland schon mittelfristig bereithielt, begünstigte innenpolitisch die Destabilisierung der Weimarer Republik.
    http://www.kas.de/wf/de/191.631/

    Nun kann man die Meinungen und Personen durchaus kritisch bewerten. Ich würde ihnen aber nie unterstellen, sie, hier konkret Putin, legitimierten damit dem Angriff auf Polen und später auf die UdSSR. (Wobei Polen, Stichwort Hitler-Stalin-Pakt, hat da Stalin nicht auch ein Teil von Polen überfallen/besetzt?)

    2 4
     
  • 12.09.2017
    14:43 Uhr

    Blackadder: @1953: Sie beziehen sich explizit auf meinen Text. Ich zitierte eine AfD Mitglied, welches den Angriff auf Polen rechtfertigte - daraufhin kommen SIE mit dem Versailler Vertrag?! Wie anders soll ich bitteschön Ihre Ausführungen verstehen?

    5 2
     
  • 12.09.2017
    13:54 Uhr

    1953866: @Blackadder: "...Jetzt müssen Sie mir aber noch erklären, wie der Versailler Vertrag den Angriff auf Polen legitimiert?"
    Ich finde ich es ein Frechheit, harmlos ausgedrückt, die von mir zitierten Webseiten, oder ich hätten an irgendeiner Stelle behauptet, der Versailler Vertrag legitimiere den Angriff auf Polen!

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