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Die 19 Kilometer lange, neue Brücke zwischen Russland und der annektierten Krim überspannt die Meerenge von Kertsch.

Foto: Sergei Bobylev

USA verurteilen neue russische Brückenverbindung zur Krim

erschienen am 16.05.2018

Washington (dpa) - Einen Tag nach der Eröffnung durch Präsident Wladimir Putin ist die umstrittene Brücke auf die Halbinsel Krim für den Auto-Verkehr freigegeben worden.

Schon in der ersten Betriebsstunde am Mittwochmorgen nutzten mehr als 1100 Autofahrer die 19 Kilometer lange Brücke, wie die Betreiber mitteilten. Das mehr als drei Milliarden Euro teure Bauwerk verbindet das russische Kernland mit der Halbinsel Krim, die Russland 2014 von der Ukraine annektiert hat.

Die EU und das US-Außenministerium nannten die Brücke eine Verletzung der ukrainischen Souveränität. Aus Sicherheitsgründen darf das Bauwerk vorerst nur von Autos genutzt werden, nicht von Lastwagen. Die Bahnstrecke auf der Brücke soll Ende 2019 in Betrieb gehen.

Die USA haben den Bau und die Teileröffnung einer Brücke zwischen Russland und der Halbinsel Krim verurteilt. Der Brückenbau sei ohne die Zustimmung der Regierung der Ukraine erfolgt, heißt es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums.

«Die Krim ist Teil der Ukraine», hieß es in dem Text weiter. Der Brückenbau zeige nicht nur, dass Russland versuche, die ungesetzliche Vereinnahmung der Halbinsel zu untermauern.

Er bereite der Ukraine zudem Probleme, weil die Größe der Schiffe, die darunter die Meerenge Straße von Kertsch passieren können, limitiert sei. «Wir erneuern hiermit unseren Standpunkt, uns der Souveränität der Ukraine verpflichtet zu fühlen», heißt es in dem Statement weiter. Russland hatte die Halbinsel im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum ins eigene Staatsgebiet aufgenommen.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht die neue Brücke als ein Symbol von «Einheit und Freiheit» Russlands. Mit 19 Kilometern ist das Bauwerk die längste Brücke Russlands und Europas. Putin setzte sich selbst ans Steuern eines Lastwagens, um die Brücke an der Spitze einer Lkw-Kolonne zu eröffnen.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
6
Kommentare
6
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 16.05.2018
    15:20 Uhr

    aussaugerges: Hier kommen wohl die Rot Daumen alle aus dem Westen.(Mannheim)
    Solche Bauwerke sind bei den unendlichen deutschen Architektensumpf
    nicht möglich.

    4 8
     
  • 16.05.2018
    13:52 Uhr

    Interessierte: Wenn sich nur mal ´jeder` um seine eigenen Angelegenheiten kümmern würde , da haben alle viel zu tun ...
    Und wenn man Tunnel durch Meere baut , das ist wohl immer gerechtfertigt ?

    2 9
     
  • 16.05.2018
    13:08 Uhr

    Deluxe: Die Krim war historisch immer russisches Staatsgebiet. Nur weil Genosse Chruschtschow sie im Rahmen einer kleineren Gebietsreform seiner Heimat Ukraine zugeschlagen hat, ist die Krim noch lange nicht ukrainisch. Zumal auf der Krim mehrheitlich Russen wohnen.
    Ohne die Nato-Zange, die in den letzten 25 Jahren immer enger um Rußland gelegt wurde, hätte es dieses Problem vielleicht nie gegeben. Aber ich verstehe jeden Russen, der in einer solchen Kessel-Situation den Flottenstützpunkt im Schwarzen Meer mal lieber auch im Hinterland sichert.

    Die USA scheren sich doch sonst auch nicht um die Zustimmung irgendwelcher Länder und deren Regierungen, wenn es um ihren Vorteil geht. Öl zum Beispiel...
    Zweierlei Maß. Völlig indiskutabel.

    Sind LKW neuerdings keine Autos mehr?
    Automobil heißt übersetzt "selbst beweglich" - jeder LKW ist somit ein Auto, aber nicht jedes Auto ist ein LKW.

    A propos LKW:
    Der Präsident der Russischen Föderation saß bei der Eröffnung der Brücke am Steuer eines Kamaz-LKW.

    Jedenfalls gratuliere ich den Menschen in Russland, den Gestaltern, Planern und Bauleuten zur Fertigstellung dieses Bauwerkes. Brücken trennen nicht. Brücken verbinden.

    5 12
     
  • 16.05.2018
    12:27 Uhr

    Zeitungss: Mit den Verantwortlichen für dieses Brückenbauwerk wäre BER und S21 schon auf der Zielgeraden.

    3 10
     
  • 16.05.2018
    12:13 Uhr

    kartracer: Ups, hat wieder jemand vergessen die
    selbsternannte Weltpolizei USA um Erlaubnis zu fragen?
    Die sollten mal eine ordentlich große Schaufel und
    Besen nehmen, und vor der eigenen Tür, den großen
    Müllberg wegkehren.
    Ach ja, und eine Souveränität ist demnach nur mit
    Segnung des Nabels der Welt möglich?!

    4 11
     

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