Trotz der Ukraine-Krise senken erste Anbieter ihre Gaspreise

Die Angst vor steigenden Gaspreisen erweist sich bislang als unbegründet. Die Gasversorgung läuft ungestört.

Chemnitz.

Trotz der verschärften Krise in der Ukraine müssen Gaskunden in diesem Herbst nicht mit steigenden Preisen rechnen. Kurz vor Beginn der Heizsaison kommt nach einer Analyse des Verbraucherportals "preisvergleich.de" Bewegung in den deutschen Gasmarkt. Für September und Oktober 2014 hätten bislang 22 der mehr als 700 Gasanbieter in Deutschland Tarifänderungen angekündigt.

Anders als in den Vorjahren sinken diesmal die Preise leicht um durchschnittlich 3,4 Prozent. Unter den Anbietern, die ihre Gaspreise nach Angaben des Verbraucherportals senken, sind auch drei sächsische Energieversorger: die Stadtwerke Leipzig, die Gasversorgung Görlitz und die Stadtwerke Oelsnitz/Vogtland. In Oelsnitz sinkt der Gaspreis nach den Angaben zum 1. Oktober um 2,8 Prozent. Ein vierköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden würde damit um rund 40 Euro im Jahr entlastet.

Bei anderen Versorgungsunternehmen bleibt der Gaspreis voraussichtlich stabil. Der Chemnitzer Anbieter Eins teilte mit, dass der Preis für Erdgas bis mindestens Ende des Jahres konstant bleibt. Auch der Versorger Mitgas aus Halle will die Preise in seinem Grundversorgungsgebiet bis zum Jahresende 2014 stabil halten. Für die weitere Entwicklung könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verbindliche Aussage treffen, teilte Mitgas mit. Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Energieriesen Eon.

"Die Gaspreise sind stabil", lautete auch das Fazit von Florian Krüger vom Verbraucherportal Verivox. Der von dem Unternehmen bei 720 Anbietern ermittelte Index für Gas-Verbraucherpreise hat sich in diesem Jahr nur wenig verändert. Aktuell steht er bei 6,52 Cent je Kilowattstunde bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Ende vergangenen Jahres lag der Index bei 6,57 Cent. Den höchsten Wert hatte der Index im Jahr 2008 erreicht, als er bei 7,04 Cent notierte.

Ein Grund für die relativ entspannte Situation am deutschen Gasmarkt ist der geringe Verbrauch durch die milde Witterung im letzten Winter. So ging der Erdgasverbrauch nach ersten Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum 2013 um fast 20 Prozent zurück. Die Gaseinfuhren reduzierten sich nach Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle um 5,3 Prozent. (mit dpa)

Vorsorge auf dem Gasmarkt

Die Gasspeicher: Die Hälfte der russischen Gaslieferungen in den Westen wird über ukrainische Pipelines abgewickelt. Für einen Transitstopp wäre Deutschland, das 2013 über 38 Prozent seiner Gasimporte aus Russland bezog, zunächst aber gut gerüstet. Die 51 deutschen Gasspeicher sind aktuell zu 88 Prozent gefüllt, wie aus einer Übersicht europäischer Behörden hervorgeht. Das dürfte für mehrere Monate reichen. Deutschland verfügt mit einer Kapazität von etwa 23 Milliarden Kubikmetern über die weltweit viertgrößten Speichermöglichkeiten. Dies entspricht rechnerisch mehr als einem Viertel des Gas-Jahresbedarfs.

Der Gasmarkt: Seitdem Flüssiggas in großem Stil mit Tankern über die Meere transportiert wird, entwickelt sich eine Konkurrenz zum Gas aus der Pipeline. Der zunehmende Wettbewerb drückt die Preise. (dpa/cul)

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1Kommentare
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    321meins
    29.08.2014

    Da soll noch einer durchblicken. Die einen senken die Gaspreise, darunter Stadtwerke, aber die "großen" Anbieter, wie Eins, sprechen nur von konstant halten. Das ist doch alles ein Schwindel. Man sollte vielleicht mal in den oberen Etagen der größeren Anbieter etwas ändern, aber da haben dann die Damen und Herren, welche im Aufsichtsrat sitzen, wohl einige Cent weniger.



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