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Weißbüschelaffen zum Beispiel: Sie können auch blöd sein.

Foto: dpa

Wenn Affen gaffen

Warum Menschen manchmal nicht viel besser als Tiere sind

erschienen am 17.04.2018

Altruismus ist keine Krankheit. Sondern eine gesunde Reaktion. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Heißt es bei Goethe, der damit das selbstlose Handeln beschrieb. Das, was den Menschen zum Menschen macht. Denn das allein unterscheide ihn von allen Wesen, die wir kennen. So steht es im Gedicht. Womit Goethe sich aber irrte.

Beispiel eins: die fiese Ratte. Wenn wir damit bisher hinterhältige Egoisten meinten, sollten wir das nun schleunigst revidieren. Denn Ratten sind ziemlich nette Nager. Sind untereinander überaus hilfsbereit. Das haben Biologen der Universität Bern festgestellt. Ein Treffen zweier Ratten, die sich zuvor nicht kannten, läuft ab nach dem Motto: Kraul ich dich, dann kraulst du auch mich, wenn es später mal juckt.

Das ist Selbstlosigkeit, die vorausschaut - und gewiss den Selbstzweck einschließt. Ist Altruismus, den die Ratte praktiziert, weil sie in ihrer mentalen Buchhaltung abgespeichert hat: Wie du mir, so ich dir. Ein Deal ohne direkte Wirkung. Aber mit indirekter Nachhaltigkeit für die Kooperationsfähigkeit in der Rattengemeinschaft. Sehr schlau.

Beispiel zwei: die kleine Ameise. Deren Größe der Mensch oft als Maßstab bemüht, wenn er sich als der Tierwelt überlegen beschreibt. Während unsere Rettungsdienste allerdings an ihre Grenzen stoßen, funktionieren die entsprechenden Systeme im Ameisenstaat perfekt. Forscher der Universität Würzburg nahmen die afrikanischen Matabele-Ameisen unter die Lupe. Sie leben von der Jagd auf Termiten - und verletzen sich dabei oft. Das wunde Tier sondert einen Duftstoff ab. Die anderen suchen es, schleppen es heim, versorgen die Wunde, retten das Leben. Eine für alle. Alle für eine. Kollektiver Altruismus ist das.

Beispiel drei: der blöde Affe. Der wirklich so blöd ist wie ein Mensch. Weißbüschelaffen zum Beispiel erkennen die Notlage eines Artgenossen. Stehen drumherum. Gaffen aber nur. Siehe Homo sapiens und der Verkehrsunfall. Biologen in Zürich nennen das: Verantwortungsdiffusion. Ist ein Weißbüschel dagegen alleine mit dem, der Hilfe braucht - dann greift er ein. Keiner schaut zu. Wenn das kein wahrer Altruismus ist. Ulrich Hammerschmidt

 
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