Das Fahrrad wird nicht neu erfunden

Die Bauteile bleiben gleich, aber in vielen Details wird es immer besser

Chemnitz. Mancher Fahrradfreund erhofft sich vom Weihnachtsmann ein neues Gefährt. Und sollte es nicht klappen: Einiges am Alten muss erneuert werden. Dazu ein paar Tipps, was neu im Handel zu haben ist oder demnächst kommt.

Stufenlos schalten: Viele Hersteller bieten 2013 Fahrräder mit der stufenlosen Nabenschaltung Nuvinci an. Nabenschaltungen gibt es ja bereits seit über hundert Jahren. Heute sind Modelle mit drei, fünf, sieben, acht, neun, elf und 14 Gängen im Handel. Seit einigen Jahren haben sie Konkurrenz bekommen: Besonders bei Pedelecs ist das stufenlose Nuvinci-Getriebe auf dem Vormarsch, das weniger störrisch auf Schaltvorgänge unter Last reagiert als klassische Nabenschaltungen. Neu ist die Kombination mit stufenloser Automatik, die sich wahlweise auch manuell schalten lässt.

Einen anderen Weg geht der junge deutsche Hersteller Pinion. Sein 18-Gang-Schaltgetriebe sitzt im Tretlager. Es verbindet die Vorteile der Nabenschaltung mit einem günstigen Schwerpunkt: Das Gewicht der Schaltung rückt vom Hinterrad in die Mitte des Fahrwerks, vorteilhaft zum Beispiel bei vollgefederten Mountain-Bikes. Aber auch in Treckingrädern findet sind das Pinion-Getriebe. Es erfordert eine spezielle Rahmenkonstruktion, kann also nicht nachgerüstet werden.

Neue Reifengrößen: Mountainbikes auf großen "Puschen": Sogenannte Twentyniner, also Geländefahrräder mit 29 Zoll statt der üblichen 26-Zoll-Bereifung, finden immer mehr Freunde. Denn die größeren Räder bringen Laufruhe und rollen leichter über Hindernisse. Doch für kleinere Fahrer oder für große Federwege haben die 29er konstruktive Nachteile. Daher kommt jetzt mit dem Format "650B" eine neue Reifengeneration, deren Format zwischen 26 und 29 Zoll liegt. Sie kombiniert die Geländegängigkeit der 29er mit der Agilität der 26-Zöller. Bikes mit entsprechender Rahmengeometrie planen viele Hersteller für 2013.

Mehr Licht: Rasant entwickelt sich die Lichttechnologie am Fahrrad. Leichtlaufende und wetterresistente Nabendynamos sind inzwischen bei Alltagsrädern Standard. Ergänzt werden sie durch immer hellere LED-Scheinwerfer mit High-Tech-Neuheiten: geschwindigkeitsabhängige Leuchtweitenregelung und 70 Lux Lichtleistung (Axa Luxx 70 plus), separate Tagfahrlicht-LEDs, Sensorautomatik und ebenfalls 70 Lux (B&M Luxos) oder sogar für schnelle E-Bikes bis 140 Lux mit Abblendlicht. Alle selbstverständlich für den Straßenverkehr zugelassen.

Schneller und weiter - Pedelecs: Ungebrochen ist der Boom bei den Pedelecs. Bosch, erst vor kurzem erfolgreich mit einem Tretlagerantrieb in den Elektrofahrrad-Markt eingestiegen, hat die Kapazität des Akkus und damit die Reichweite deutlich erhöht. Das ist besonders für die schnellen 300-Watt-Motoren sinnvoll. Pedelec-Pionier Flyer hat neben dem bewährten Panasonic-Tretlagermotor jetzt auch sportliche Pedelec-Modelle mit einem neuen 500-Watt-Motor in der Hinterradnabe im Programm. Insgesamt schicken sich die Pedelecs an, das Image des "Fahrrades mit Hilfsmotor für Betagte" abzulegen. Immer mehr Fullys, also vollgefederte Mountainbikes, Fitnessbikes und sogar einige Rennräder kombinieren sportlichen Fahrstil mit dem "eingebauten Rückenwind" des elektrischen Zusatzantriebs.

Scheibe statt Felge: Scheibenbremsen - bei Mountainbikes längst Stand der Technik - finden zunehmend Verwendung bei Cyclocross-Rädern - geländegängigen Rennrädern mit schmalen Stollenreifen. Scheibenbremsen sind schmutzunempfindlicher und zuverlässiger als die bisher verbreiteten Catilever- und Mini-V-Felgenbremsen. Auch erste Prototypen von scheibengebremsten Rennrädern waren auf den Messen zu sehen. Serienmodelle können sicher in den nächsten Jahren erwartet werden.

Elektrische Kettenschaltungen: Derzeit markieren elektrische Kettenschaltungen die technologische Avantgarde bei Rennrädern. Neben Marktführer Shimano hat nun auch der italienische Nobelhersteller Campagnolo eine Elektroschaltung marktreif; Shimano bringt für 2013 eine Version seiner elektronischen DI2-Schaltung für die obere Mittelklasse.


Ein neues Kuschelfahrrad für zwei

Mit dieser pfiffigen Idee werden sicherlich neue Freunde für das umweltfreundliche sportliche Gefährt gewonnen: Dieses Fahrrad für zwei Personen wird Cuddlebike genannt. Dahinter steckt das englische Wort "cuddle" für umarmen oder kuscheln. Und was den Erfinder zu dieser Namensgebung führte, dürfe an dem Foto zu erkennen sein: Anders als bei einem Tandem hält sich die zweite Person am Vordermann oder der Vorderfrau durch Umarmen fest.

Das Cuddlebike wird in einer Fahrradmanufaktur in Sachsen-Anhalt handgefertigt. Durch die Doppeltrittleisten kann das Fahrrad - nicht größer als ein herkömmliches City-Bike - problemlos bewegt werden. Das Cuddlebike besitzt eine höhenverstellbare, gepolsterte Sitzbank für die zwei Passagiere.

"Rückenwind aus der Steckdose" gibt's für das Zweimanngefährt jetzt auch: Es wird seit neuem auch ein Bike mit Elektroantrieb angeboten. Besonders älteren Fahrradfahrern wird durch den zusätzlichen Antrieb die Fahrt erleichtert. (fp)

Service

www.cuddlebike.de

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