Die zehn größten Irrtümer beim Frühjahrsputz

Ist die Toilette der schmutzigste Ort oder das frischbezogene Bett der sauberste? Experten geben Antwort

Chemnitz. .

Frühjahrsputz, das mögen nur wenige. Ein paar Tipps machen die alljährliche Mammutaufgabe erträglicher. Doch die meisten Regeln stimmen nicht. Die Reinigungsexperten der Internetplattform Helpling.de erklären zehn Mythen, die beim Hausputz am häufigsten begangen werden:

Fenster bei Sonnenschein putzen?

Natürlich sieht man die Flecken auf der Scheibe besser, wenn die Sonne darauf scheint, nur leider heizt sich das Glas auf und das Putzwasser trocknet schneller. Dies führt zu unschönen Schlieren, da die Schmutzreste auf der Scheibe zurückbleiben. Reinigen Sie die Fenster deshalb besser bei bedecktem Himmel: Dadurch werden Sie auch weniger von der Sonne geblendet und können präziser arbeiten.

Die Toilette ist der schmutzigste Ort im Haus?

Eine viel größere Bakterienquelle ist das Spülbecken. Der Toilettensitz ist trocken und kühl, Bakterien aber bevorzugen feuchte und warme Bereiche. Die Feuchtigkeit und Rückstände von Essensresten in einer Spüle fördern das Wachstum der Bakterien, sodass die Belastung bis zu 1000 Mal höher ist als auf einer Klobrille. Das Spülmittel selbst reinigt das Becken nicht, geben Sie Neutralreiniger auf einen Schwamm und schrubben Sie die Spüle regelmäßig.

Flecken wird man nur mit heißem Wasser los?

Viele Leute folgen beim Putzen dem Mantra: Je heißer, desto besser - denn nur so verschwinden Flecken und Bakterien! Ein großer Irrtum, denn die meisten Reinigungsmittel sind Kaltwasserreiniger. Beim Geschirrspülen hingegen macht warmes Wasser Sinn, da es das Fett besser löst.

Je mehr es schäumt, desto besser wirkt der Reiniger:

Viel hilft nicht viel, die Dosierung ist das Wichtigste! Zu viel Schaum bewirkt, dass sich die Textilfasern des Lappens nicht mehr bewegen bzw. sich nicht entfalten können und so der Mechanismus nicht wirkt, um die Flecken zu entfernen. Dies gilt sowohl fürs Waschen als auch Wischen.

Nur mit antibakteriellen Reinigern wird es richtig sauber?

Da die meisten Mikroorganismen ungefährlich sind, ist antibakterieller Reiniger überflüssig. Da er das bakterielle Gleichgewicht zerstören und die Bildung von resistenten Bakterien zur Folge haben kann, ist er sogar umweltschädlich. Solange Sie nicht Natursteine wie Marmor, Holzparkett, Armaturen oder Gummidichtungen putzen wollen, ist Essigreiniger ausreichend.

Das frischbezogene Bett ist der sauberste Ort in der Wohnung?

Zum Frühling hin legen wir unsere Winterdaunen wieder zurück und holen die leichte Bettdecke wieder aus der Abstellkammer hervor. Die frisch bezogene Bettwäsche duftet so gut! Doch was wir nicht wissen: Was da jetzt alles darin rumkriecht. In jahrelang ungewaschenen Kopfkissen können sich bis zu 400.000 Milben tummeln. Der Frühjahrsputz bietet also die perfekte Gelegenheit, Ihre Winter- und Frühjahrswäsche zu waschen oder zumindest gründlich durchzulüften. Die Matratze können Sie in die Sonne stellen, die UV-Strahlen töten nämlich die Milben ab.

In der Tiefkühltruhe sterben Bakterien?

Bei minus 18 Grad Celsius stellen Bakterien die eigenen Lebensprozesse ein und können sich nicht mehr vermehren - sie sind aber nicht tot. Sobald das Lebensmittel auftaut, fangen Bakterien wieder an zu arbeiten. Bei Zimmertemperatur verdoppelt sich dann die Anzahl der Bakterien alle 20 Minuten. Deswegen gilt beim Abtauen der Truhe zum Frühjahrsputz: Reinigen Sie die Flächen und Wände mit Essigreiniger, sodass Bakterien nicht auf die Lebensmittel kommen können.

Schneidebretter sind Bakterienschleudern?

Wenn man sie immer intensiv reinigt, kann man sowohl Holz- als auch Plastikbretter ohne Bedenken länger benutzen. Holz hat beispielsweise wegen der Harze und den ätherischen Ölen keimtötende Eigenschaften, bestimmte Holzarten enthalten außerdem die keimtötende Gerbsäure. Außerdem trocknet Holz schnell, was Bakterien zusätzlich abtötet. Plastikbretter kann man in die Spülmaschine geben, in der Temperaturen um die 60 Grad die Bakterien abtöten.

Kaffeesatz als Rohrreiniger?

Einer der gängigsten Tipps, wie man ohne Chemie den Abfluss wieder frei bekommt, ist Kaffeesatz. Dabei könnte es keinen größeren Irrtum geben! Kaffeesatz ist nämlich kein Schmirgelpapier und verbindet sich im Abfluss eher mit anderen Ablagerungen wie Fetten oder Essensresten. Deswegen: Lieber nichts Zusätzliches in den Ausguss kippen, das verstopft nur noch mehr. Heißes Wasser hingegen beugt Verstopfungen durch Fett wesentlich besser vor. Greifen Sie lieber zur herkömmlichen Saugglocke oder zur Drahtbürste.

Kleberreste lassen sich nur mit Messer oder Chemie entfernen?

Wer Kinder hat, kennt dieses Problem zu Genüge: Überall unschöne Aufkleber-Rückstände an Türen und Möbelstücken. Doch diese muss man nicht mühselig mit Fingernägeln oder Messern abknibbeln. Zum Entfernen brauchen Sie nur etwas Öl und Salz. Dieses vermischen Sie und tragen es anschließend mit einem Lappen auf die entsprechenden Stellen auf. Ein chemischer "Etikettenlöser" wird also nicht benötigt.

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