Was wurde aus den Geschwistern Caldarelli?

Was ist aus dieser berühmten erzgebirgischen Gesangsgruppe geworden? (Die Frage hat Frank Bormann aus Werdau gestellt.)

Die Geschwister Caldarelli mit den hellen Sopranstimmen gehörten vor allem in der Zeit von etwa 1945 bis 1975 zu den populärsten Volkskunstgruppen des Erzgebirges. Als eine der Schwestern, Tisilda Caldarelli, schwanger wurde, kam für sie 1953 - zunächst als vorübergehender Ersatz geplant - die damals 24-jährige Hildegard Kranz zum Terzett. Und sie blieb.

Während einer Urlaubsreise durch das Erzgebirge 2012 erzählte sie: "Vater Caldarelli wurde in den Abruzzen geboren und siedelte 1902 ins obere Erzgebirge, wurde Steinbrucharbeiter bei der Eisenbahn und ehelichte eine Einheimische. In Sosa bei Aue sprudelte der Kindersegen. Papa Caldarelli zeugte ein dutzend Kinder, vorwiegend Mädchen. Drei der kleinen Damen war eine goldene Kehle in die Wiege gelegt worden. Tisilda, Pierina und Annina trällerten schon als Kinder munter drauf los und begeisterten bereits 1939 das Publikum." Mitschnitte ihrer Veranstaltungen hatte der Reichssender Leipzig, später der Mitteldeutsche Rundfunk, übertragen. Sie nahmen volkstümliche Lieder für den Rundfunk und für Schallplatten auf. Das Trio trat in zahlreichen Städten auf, insbesondere auf dem Gebiet des heutigen Sachsens. Die regionale Konzert- und Gastspieldirektion unterstützte die Gruppe mit dem Zitherspieler Carl Herbert Richter sowie dem Mundartsprecher Erwin Günther, Sohn des Volkssängers Anton Günther; so wurden gemeinsame Auftritte bestritten. Hildegard Kranz blättert gern in ihrem Erinnerungsalbum und erzählt von Höhepunkten, wie vom Auftritt unter freiem Himmel in Prag vor 5000 Zuschauern oder in der DDR-Fernsehsendung "Da lacht der Bär" mit dem Moderator Heinz Quermann.

1976 verabschiedeten sich die Caldarellis mit dem Lied "Feieromd" offiziell von der Bühne. Doch die drei, nunmehr reiferen Frauen, tingelten noch einige Jahre frohgemut durch das Erzgebirge. Ihre erzgebirgischen Lieder sind heute kaum noch im Radio zu hören, ihre CDs aber weiterhin in einigen Geschäften im Erzgebirge erhältlich.

Mittlerweile sind die Caldarelli-Damen gestorben, nur Hildegard Kranz, die ursprüngliche "Ersatzsängerin", wohnt heute 87-jährig in Hannover.

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