Für den Menschen gefährlich?

Im Garten entdeckte ich diese Spinne neben einem vermutlichen Nest, es sah aus wie ein Kokon. Was ist das für eine Spinne und ist sie eventuell gefährlich? (Diese Frage stellte Joachim Göbel.)

Bei dem abgebildeten Tier handelt es sich, wie Professor Claus Zebitz von der Universität Hohenheim erklärt, um die Zebra- oder Wespenspinne Argiope bruennichi. "Sie gehört zu den Radnetzspinnen und ist mittlerweile überall in Deutschland verbreitet", so der Entomologe (Insektenkundler). Früher kam sie nur in den wärmeren Regionen Deutschlands vor, etwa am Kaiserstuhl oder im Großraum Berlin. Doch seit einigen Jahren findet man sie auch im Norden. "Sie ist die einzige hier heimische Art der Gattung Argiope", so Zebitz. "Im Mittelmeerraum existiert aber noch eine weitere, ähnliche Art."

Die Nahrung der Zebraspinne besteht vor allem aus Heuschrecken sowie aus Bienen, Wespen, Schmetterlingen und Libellen. Sobald sich die Opfer in ihrem Netz verfangen haben, werden sie von der Spinne eingewickelt und mit einem Gift getötet, das auch der Vorverdauung dient. Für den Menschen ist es jedoch harmlos, es führt allenfalls zu einer mäßig schmerzhaften Rötung der Haut. Ganz zu schweigen davon, dass die Giftklauen des gerade mal bis zu 25 Millimeter großen Tiers normalerweise zu schwach sind, um durch unsere Haut zu kommen.

Die große und auffallend gezeichnete Art hat es schon zu einiger Berühmtheit gebracht: Sie wurde 2001 zur "Spinne des Jahres" gewählt. Dieser Titel wird seit dem Jahr 2000 jährlich durch die Arachnologische Gesellschaft ausgerufen, um auf die Gefährdung dieser Tiere und ihrer Lebensräume aufmerksam zu machen. Seit 2006 wird die Spinne des Jahres europaweit ausgerufen, in Zusammenarbeit unter anderem mit der European Society of Arachnology. (jzl)

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