Gibt es unter den Vögeln Feinschmecker?

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Wir beobachten sehr gern die Vögel an unseren Futterhäuschen. Dabei ist uns aufgefallen, dass vorwiegend Meisen auf den Ästen eines nahen Bäumchens sitzen und dann gezielt entweder die Nussstange, den Meisenknödel, die Sonnenblumenkerne, das Samensäckchen, den Fettwürfel, den Nussbruch oder die Tränke anfliegen oder sich im Gras der Wiese zu schaffen machen. Nun würde uns interessieren, ob es unter den Meisen Feinschmecker gibt oder unter welchen Gesichtspunkten sie das jeweilige Futter auswählen. Besonders beliebt ist dabei der Nussbruch. (Diese Frage hat Roland Seifert aus Flöha gestellt.)

Wie Winfried Nachtigall von der Sächsischen Vogelschutzwarte in Neschwitz erläutert, gibt es unter den Vögeln keine Feinschmecker, so wie wir das von uns Menschen kennen. "Alle Arten suchen nach der einfachsten Möglichkeit an Nahrung heranzukommen - und dabei fressen sie natürlich zuerst das, was am nahrhaftesten ist", so der Ornithologe. Ob freilich nahrhaft für die Vögel bedeutet, dass es ihnen auch besonders gut schmeckt, lässt sich nicht wirklich beurteilen.

Wie es überhaupt zu den großen Rätseln gehört, woher die Vögel eigentlich genau wissen, was nahrhaft für sie ist. Vermutlich läuft dabei, so Nachtigalls Vermutung, "viel über Testen, Erfahrung und die genetische Anlage".

Wissenschaftlich gesichert ist ihm zufolge lediglich, dass die Vögel ihre bevorzugten Speisen - im Unterschied etwa zu Hunden - vor allem optisch, also mittels ihrer Augen identifizieren. Denn ihr Riechvermögen ist eher schwach entwickelt. Nachtigall empfiehlt, die Futterhäuschen stets in der Nähe von Sitz- und Versteckmöglichkeiten zu installieren. Denn das gibt den Vögeln eine gewisse Sicherheit. Frei und deckungslos stehende Futterstellen mögen sie hingegen nicht so gern. (jzl)

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