Kaltes Vogtland und Erzgebirge?

Seit langem fällt uns auf, dass auf der Wetterkarte für das Vogtland und das Erzgebirge meist die niedrigsten Temperaturen von ganz Deutschland zu finden sind. Wie kommt das, fragt Helfried Gneuß aus Falkenstein.

Wie Onkel Max von Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst erfuhr, sind die Temperaturen in den Mittelgebirgsregionen Deutschlands einander ähnlich. Im Winter könne es allerdings zur lokalen Wetterbesonderheit kommen, dass kalte Luft aus dem Böhmischen Wald über den Kamm gelangt und dann in die Täler des Erzgebirges vordringt. "Und dieser Luftstrom kann auch dann noch anhalten, wenn es in anderen Mittelgebirgsregionen wieder deutlich wärmer geworden ist."

In einigen Tälern des Erzgebirges und des Vogtlandes können diese Wettersituationen zu extremer Kälte führen. So werden in Deutschneudorf-Brüderwiese, Morgenröthe-Rautenkranz und im Marienberger Ortsteil Kühnhaide immer wieder Tiefstwerte von über 20 Grad Minus erreicht. In Kühnhaide wurden im Januar 2016 minus 29 Grad angezeigt, und im Mai 2020 ging es auf über 6 Grad minus herunter. Zu solchen Extremtemperaturen kommt es, weil Kühnhaide im Schwarzwassertal liegt, das sich taleinwärts durch umliegende Bergzüge so stark verengt, dass der Luftfluss praktisch zum Erliegen kommt. Dadurch sackt gerade in windstillen und wolkenfreien Winternächten die Kaltluft zu Boden, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Aber selbst im Sommer muss man dort mit Bodenfrost rechnen. (jzl)

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