Was ist denn das für ein seltsamer Vogel?

Seit einigen Tagen beobachte ich an einer Futterstelle in meinem Garten einen seltsamen Vogel. Er mutet wie eine mutierte Amsel an und hat, wie Sie aus den beigefügten Fotos ersehen können, ein weiß gesprenkeltes Gefieder und einen fächerförmigen Schwanz. Was ist das für ein Vogel, fragt Peter Meyran aus Plauen.

Bei dem abgebildeten Vogel handelt es sich, wie Winfried Nachtigall von der Sächsischen Vogelschutzwarte in Neschwitz erläutert, um eine teilalbinotische Amsel. "Denn dieses Phänomen ist - im Unterschied zu echten Albinos mit roten Augen - bei Vögeln nicht so selten anzutreffen", so der Ornithologe. Es handelt sich dabei in der Tat um das Ergebnis einer genetischen Mutation, also einer Veränderung im Erbgut. Der korrekte wissenschaftliche Terminus dafür ist der Leuzismus.

Dass teilalbinotische häufiger vorkommen als vollalbinotische Vögel hat seine Erklärung weniger darin, dass die Letzteren in der Natur mehr auffallen, sondern darin, dass bei ihnen - wegen der fehlenden Augenpigmente - auch das Sehvermögen stark eingeschränkt ist. Und ein Vogel, der nicht gut sehen kann, ist ein schlechter Flieger und eine leichtere Beute für seine Feinde. Bei der abgebildeten Amsel ist das offenbar nicht der Fall, ihre Augenfarbe ist normal. (jzl)

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