Was verraten uns die Baumringe?

Was es mit den Baum- beziehungsweise den Jahresringen auf sich hat, will von Onkel Max Peter Kroll aus Oberlungwitz wissen.

Bei den Jahresringen handelt es sich um eine ringförmige Maserung des Holzes, welche die unterschiedlichen Vegetationsphasen aufzeigt. Mit ihrer Hilfe rekonstruieren Wissenschaftler die klimatischen Änderungen der Vergangenheit, erklärt die Helmholtz-Gemeinschaft, eine renommierte Forschungsorganisation.

Das Wachstum eines Baumes hängt unter anderem von der Temperatur und dem Niederschlag ab. Ein Jahresring eines Baumes in unseren Breiten zeigt schon zwischen Frühlings- und Sommerholz Unterschiede. Milde Temperaturen und ausreichend Wasser lassen das Frühholz schneller wachsen, sodass die Holzzellen größer sind. Höhere Temperaturen und wenig Niederschlag hingegen führen dazu, dass das Holz langsamer wächst und kleine Zellstrukturen aufweist. Das Spätholz ist deshalb dichter und dunkler.

Bei der detaillierten Untersuchung der Baumringe werden weitere Umwelt- und Klimaeinflüsse sichtbar, heißt es auf der Wissensplattform Erde der Helmholtz-Gemeinschaft weiter. Die Dicke, Farbe, Gestalt sowie chemische und physikalische Eigenschaften verraten die Bildungsbedingungen, unter denen der Baum herangewachsen ist, da während des Wachstums durch Fotosynthese Kohlen-, Sauer- und Wasserstoff aus der Atmosphäre ins Holz eingeschlossen werden. Im Baumholz werden die Bildungsbedingungen konserviert - der Baum dient zur Rekonstruktion von Klimadaten und ist deshalb ein Klima- archiv.

Aber nicht nur Witterungsbedingungen, sondern auch Umwelteinflüsse lassen sich anhand der Jahresringe ablesen. Wissenschaftler des Deutschen Geo-Forschungs-Zentrums in Potsdam haben den Einfluss von 52 massiven Vulkanausbrüchen innerhalb der vergangenen 1000 Jahre an selten untersuchten Tieflagenstandorten Mitteleuropas untersucht. 1128 archäologische Eichen- und Kiefernproben wurden begutachtet. Bei allen Bäumen konnte bis zu vier Jahren nach den heftigen Vulkanausbrüchen ein vorwiegend negativer Einfluss auf das Wachstum nachgewiesen werden. Jedoch zeigen Bäume höher gelegener, alpiner Extremstandorte stärkere Wachstumsabnahmen (80 Prozent) nach Vulkaneruptionen im Vergleich zu Bäumen der Tieflagenstandorte (60,2). (dpa)

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