Wieso hat die Tasse in der Mikrowelle ihren Henkel stets nach hinten stehen?

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Wenn ich eine Tasse mit Flüssigkeit zum Erhitzen in die Mikrowelle (mit Drehteller) stelle, dann ausschalte, bleibt die Tasse immer mit dem Henkel nach hinten stehen. Warum ist das so? (Diese Frage hat Renate Lauterbach aus Zettlitz gestellt.)

Dafür gibt es grundsätzlich zwei Erklärungen. Die eine wäre die, dass Sie Ihre Tasse immer, ob nun bewusst oder unterbewusst, die exakt gleiche Zeit lang in der Mikrowelle lassen. In diesem Zeitraum vollführt der darin befindliche Drehteller jeweils auch die exakt gleiche Anzahl von Umdrehungen. In dem von Ihnen beschriebenen Fall müssten es dann eine bestimmte Anzahl ganzer Rotationen plus einer halben sein. Das ist die eine Möglichkeit.

Die zweite ist, dass es sich in Wirklichkeit gar nicht so verhält, wie Sie es beschreiben. Das Gedächtnis kann dem Menschen da Streiche spielen. Läuft alles so wie gewünscht, ist das demjenigen, der eine Handlung vollführt, in der Regel keiner näheren Betrachtung wert, und er vergisst die Begebenheit sofort wieder. Wenn aber die Säge klemmt, dann merkt man sich das. Eben auch, wenn man eine knallheiße Tasse, die man mit dem Henkel nach vorn in die Welle gestellt hat, an ihrem Korpus aus dem Küchengerät holen muss. Das ist mit Überwindung und möglicherweise kurzem Schmerz verbunden. Nun wird geeignetes Geschirr in der Mikrowelle zwar nicht heiß, sondern nur sein Inhalt - erwischt man aber eine "falsche" Tasse, kann auch diese selbst erhitzt werden: Nur wenn man sie dann am Henkel zu fassen bekommt, hat man dann noch eine Chance, sich nicht zu verbrennen.

Ein anderes, weit verbreitetes Beispiel ist der Versuch, einen USB-Stecker oder -Stick in einen USB-Anschluss zu schieben. Wenn man einfach so ohne genauer hinzusehen danach greift und das Ding dazu noch oben und unten gleich aussieht, dann ist auch hier die Wahrscheinlichkeit, zwei Versuche zu brauchen, 50/50. Das menschliche Gedächtnis ist nun mal darauf gepolt, sich eher die Ausnahmen zu merken als die Regel, da erstere vom Erwartungsschema abweichen. So entstehen ja auch die Reibereien im Familien- oder Ehealltag, die dann in Vorwürfen wie "Immer lässt du ...!" oder "Immer machst du ...!" gipfeln. Dabei hat er vielleicht nur in einem von sechs Fällen die Zahnpastatube nach Gebrauch offen gelassen oder sie es nur in einem von zehn Fällen versäumt, nach dem Duschen ausgefallene Haare aus dem Abfluss zu klauben.

Was die Mikrowelle betrifft, so habe ich noch zwei Tipps für Sie. Entweder, Sie schauen durchs Sichtfenster, bevor Sie das Gerät abstellen und warten, bis der Henkel vorn ist. Oder Sie stellen die Tasse gleich mit dem Henkel nach hinten in die Mikrowelle. Dann müsste der, wenn Sie ansonsten weiter so verfahren wie bisher, nach vorn stehen, wenn Sie den Apparat abschalten. (tk)

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