Was ist eine Nagelprobe?

Woher stammt dieser Ausdruck? (Diese Frage stellte Günter Mühlbrant aus Plauen.)

Wer auch immer eine Nagelprobe machen muss, steht auf dem Prüfstand. Zu dieser Wendung lassen sich unterschiedliche Herkunftserklärungen finden. Das liegt unter anderem an der Doppeldeutigkeit von Nagel. So kann man die Nagelprobe mit einem Brauch der Zimmerleute deuten. Waren sie auf Wanderschaft und suchten Arbeit, wurden sie häufig aufgefordert, einen Nagel einzuschlagen. Gelang ihnen das mit weniger als drei Hammerschlägen, war die Nagelprobe bestanden.

Eine andere Deutung des Wortes legt Nagel als "Fingernagel" zu Grunde. Von 1583 bis 1611 regierte in Dresden Kurfürst Christian II. In einer von ihm herausgegebenen Trinkordnung heißt es: "Erst soll man trinken (auf) die herrschaftliche Gesundheit; darnach soll man bringen dem freudigen Bergmann mit dem Spruche: Glückauf; dann folgt die Nagelprobe mit dem Spruche: So hatten es auch die Alten im Brauch." Dies ist der erste Beleg für das Wort Nagelprobe. Man musste nach dem Trinken das Glas über den Daumennagel stülpen und hatte die Probe erst bestanden, wenn kein Tropfen mehr auf dem Daumennagel zu sehen war.

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