Wieso fährt man wie ein Henker?

Wie entstand die Redensart "fahren wie ein Henker"? (Diese Frage stellte Gisela Schlünz aus Annaberg-Buchholz.)

Fährt jemand schnell und rücksichtslos, sagt man von ihm gern, er fahre wie der Henker. Diese Redewendung könnte man durchaus so begründen, dass der Henker in seiner Berufsausübung keine Rücksicht auf das Leben nimmt. Aber: Vor allem in Redewendungen steht "Henker" für den Teufel. Diesen beim Namen zu nennen, wagte man nicht; man umschrieb ihn, da man glaubte, er erschiene - sehr schnell - beim bloßen Nennen oder auch Zeichnen. Unsere Wendung "den Teufel an die Wand malen" verdeutlicht das. Und in fast allen Sagen wird mit der Schnelligkeit des Teufels gearbeitet. Später entwickelte sich dann die weitere Bedeutung "Böses erahnen", "Böses vorwegnehmen". Die Menschen bildeten also neue Benennungen für den Teufel, so den Henker, den Bösen, den Leibhaftigen, den Höllenfürsten und so weiter.

In "fahren wie der Henker" beruft man sich demnach auf die Schnelligkeit des Teufels. Im Schwäbischen gibt es dazu die Wendung "so schnell, eh der Deubel die Schuh' anhat". Und das ist sehr schnell.

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