Peenemünde: Heeresversuchsanstalt

Zwischen 1936 und 1945 beherbergte der Ort eines der modernsten Technologiezentren weltweit. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Wernher von Braun gelang von hier aus 1942 der weltweit erste Start einer Rakete ins All. Seine Rakete ging unter dem Namen "V 2" in die Geschichtsbücher ein. Doch nicht für den Transport von Menschen zur Erforschung unseres Universums war die Rakete gedacht, sondern als Transportmittel eines tonnenschweren Sprengkopfes.

Peenemünde heute: ein Ort mit vielen Gesichtern. Das Kraftwerk ist eines der wenigen Gebäude der Heeresversuchsanstalt, das bis heute überdauert hat. Es wurde 1942 eröffnet, um den ungeheuren Energiebedarf der Forschungs- und Produktionsstätten abzudecken und war bis 1990 in Betrieb. Im Frühjahr 2001 wurde hierin das Historisch-Technische Museum eröffnet. Eine ständige Ausstellung dokumentiert in den beiden Abschnitten "Die Enden der Parabel" und "Das Raketenerbe von Peenemünde" unter Einbeziehung umfangreichen Quellenmaterials die Raketenentwicklung, die Geschichte der Versuchsanstalten sowie die Produktion und die Folgen des Einsatzes der Peenemünder "Wunderwaffen".

Etwa 220.000 besucher gehen der Geschichte Peenemündes jährlich auf die Spur. Das ehemalige Kraftwerk ist dabei mehr als nur die lebende Dokumentation der Vergangenheit. Während des Usedomers Musikfestivals wird die einstige Turbinenhalle als Konzertsaal genutzt. Außerdem finden hier auch Seminare und Workshops statt, die die Technologie, Ökologie, Politik und Ethik der Gegenwart thematisieren. So verschmelzen in Peenemünde die Bauseteine der Vergangenheit mit dem kulturellen Leben der Gegenwart zu einer einmaligen Synthese. Das Gebäude-Enseble der einstigen Heeresversuchsanstalt gitl heute als das größte technische Denkmal Mecklenburg-Vorpommerns.

 

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