Die besten Strategien für Ihr Geld

Warum Aktien derzeit alternativlos und Optionen nichts für Anfänger sind - Finanzexperten raten Lesern

Die Nullzinspolitik verleidet vielen das Sparen. Doch es gibt noch Geldanlagen, die Rendite abwerfen. Welche das sind und was dabei zu beachten ist, beantworten Finanzexperten des Bundesverbandes deutscher Banken beim Telefonforum der "Freien Presse".

Ich suche eine klassische, einfache und sehr sichere Geldanlage. Das Geld kann zu einem Teil liegenbleiben, ein Teil müsste im Monatsraster abhebbar sein.

Eine solche Anlage wäre ein Tagesgeldkonto. Nachteil ist die derzeit minimale Verzinsung. Wenn Sie einen Teil längerfristig anlegen und Renditechancen nutzen wollen, kommen Investmentfonds in Betracht. Grundsätzlich ist aber ohne Risiko keine Rendite mehr möglich.

Gibt es Banken, die größere Einlagensicherungen als die typischen 100.000 Euro gewähren?

Ja. Auf der Internetseite www.bankenverband.de können Sie sich informieren, bis zu welcher Höhe die Guthaben bei der jeweiligen Bank abgesichert sind.

Mein Mann hat sich immer um unsere Aktien und Fonds gekümmert. Jetzt ist er krank und nicht mehr in der Lage dazu. Leider habe ich mich nie um das Thema gekümmert. Wer kann helfen?

Vereinbaren Sie ein Gespräch mit Ihrer Hausbank. Man sollte ohnehin regelmäßig, beispielsweise einmal im Jahr, mit seinem Bankberater sprechen, um zu klären, ob die gewählte Vermögensstruktur und die Zusammensetzung des Depots noch den persönlichen Zielen und der eigenen Risikoneigung entsprechen.

Mein Sohn (21 Jahre) spart monatlich 100 Euro auf ein Tagesgeldkonto. Ich möchte ihn zu einer Aktienanlage überreden, vielleicht mit 50 Euro monatlich. Was können Sie empfehlen?

Hier bietet sich ein Fondssparplan an. Die besten Renditechancen bieten breit streuende Aktienfonds. Das geht mit 50 Euro monatlich oder einem beliebig höheren Betrag. Ihr Sohn kann so jederzeit über sein Geld verfügen und die Sparrate verändern.

Welche Renditechancen bieten sich heute mit Aktienfonds?

Im Voraus weiß man das nicht. Bislang boten Aktienfonds auf lange Sicht im Schnitt eine jährliche Rendite von sechs Prozent und mehr. Allerdings müssen Anleger bereit sein, Wertschwankungen auszuhalten.

Ich habe vor 14 Monaten 20.000 Euro in Anteile eines Stiftungsfonds angelegt und jetzt über 1000 Euro Verlust gemacht. Soll ich die Fondsanteile halten oder anders investieren?

Diese Investmentfonds sind, wie der Name schon sagt, auf die Bedürfnisse von Stiftungen ausgelegt. Und eine Stiftung muss das Kapital langfristig sicher anlegen, benötigt aber auch regelmäßige Erträge. Deshalb legen Stiftungsfonds eher konservativ an, mit einem gewissen Aktienanteil. Kurzfristig müssen Anleger mit Schwankungen rechnen: Vor 14 Monaten hatten die Aktienkurse einen Höhepunkt erreicht, heute stehen sie niedriger. Wenn Sie mit Wertschwankungen leben können, sollten Sie die Anlage halten. Wenn nicht, ist das für Sie die falsche Anlage. Denken Sie aber daran, dass bei einer Neuanlage in einen anderen Fonds erneut Kosten anfallen.

Sind Investmentfonds auch durch die Einlagensicherung geschützt?

Nein, das ist aber auch nicht nötig, denn sie sind Sondervermögen der Fondsgesellschaft und stehen damit in keinem Zusammenhang mit einer möglichen Insolvenz der Bank. Das ändert aber nichts daran, dass Investmentfonds Wertschwankungen unterliegen. Die Einlagensicherung schützt nur Bankguthaben von Kunden wie Spar-, Giro-, Fest- und Tagesgeldkonten.

Was ist ein thesaurierender Fonds?

Ein thesaurierender Fonds schüttet die Erträge nicht regelmäßig an den Anleger aus, sondern legt sie immer wieder neu an. Wollen Sie regelmäßig über Ihre Erträge verfügen, ist das nicht die richtige Wahl.

Ich habe keine Erfahrung mit Geldanlagen. Mir sind jetzt sogenannte Optionen angeboten worden. Was ist davon zu halten?

Optionen sind spekulative Anlagen. Mit einer Kaufoption erhalten Sie das Recht, ein Wertpapier zu einem vereinbarten Kurs in der Zukunft zu kaufen. Der Markt ist risikoreich und unübersichtlich. Für Anfänger ist das nicht zu empfehlen.

Ich möchte einmal im Jahr 1000 bis 2000 Euro für meine Kinder in Fonds anlegen. Wie mache ich das am besten?

Statt einmal im Jahr sollten Sie lieber regelmäßig monatlich Fonds kaufen. Das geht gut mit einem Fondssparplan. Der Vorteil monatlicher Einzahlungen ist, dass Sie von den Kursschwankungen profitieren können und nicht das Risiko eingehen, einmal im Jahr gerade zu Höchstkursen zu kaufen. Denn, wenn in einem Monat die Kurse hoch sind, kaufen Sie weniger Fondsanteile für die Sparrate, sind sie niedrig, erhalten Sie mehr Anteile. In der Fachsprache nennt man das Cost-Average-Effekt.

Ich investiere schon lange in Aktienfonds. Da die Kurse gestiegen sind, frage ich mich, ob ich nicht verkaufen soll.

Es schadet nicht, auch mal Gewinne mitzunehmen, um in Ruhe nach neuen Anlagemöglichkeiten für dieses Geld zu schauen. Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie die Anlageentscheidung heute wieder so treffen würden. Wenn ja, belassen Sie es dabei. Angesichts der extrem niedrigen Zinsen scheinen Aktien für langfristig orientierte Anleger allerdings alternativlos zu sein. Trotzdem sind sie nicht ohne Risiko.

Ich möchte 50.000 Euro aus einer frei werdenden Sparanlage neu anlegen. Ich besitze bereits Mischfonds im Wert von 50.000 Euro. Was mache ich mit dem frei werdenden Geld?

Eine Möglichkeit wäre, einen Teil des Geldes, beispielsweise 20 Prozent, in offene Immobilienfonds anzulegen. Sie können aber auch die Mischfonds aufstocken, wenn Sie bisher zufrieden waren. Bei offenen Immobilienfonds müssen Sie eine zweijährige Haltefrist und eine einjährige Kündigungsfrist beachten. Allerdings sind offene Immobilienfonds und Mischfonds ohnehin mittel- bis langfristige Anlagen. Hier sollte man mindestens eine Laufzeit von drei bis fünf Jahren einplanen.

Ich weiß, dass man sein Geld gestreut anlegen soll. Reicht dafür ein Fonds?

Mit einem Mischfonds können Sie Ihr Geld breit gestreut anlegen. Dennoch sollten Sie größere Beträge auf mehrere Fonds mit unterschiedlichen Anlagestrategien verteilen, unter Berücksichtigung verschiedener Anlageklassen. Das sind insbesondere Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie auch schnell verfügbare Mittel brauchen.

Muss ich meine Kursgewinne von Aktien und Investmentfonds versteuern?

Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und Fonds sind steuerfrei, wenn diese vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden. Für Papiere, die danach erworben wurden und jetzt mit Gewinn verkauft werden, gilt die Abgeltungssteuer. Sie beträgt 25 Prozent vom Veräußerungsgewinn zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer. Steuerfrei sind alle Kapitalerträge bis zum Sparerfreibetrag von 801 Euro pro Person.

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2Kommentare
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    Zeitungss
    10.09.2016

    @crasy9708: Eine Alternative die vorerst nicht von der Hand zu weisen ist. Wird der Schalter eines Tages wieder einmal auf Null gedreht, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, wird es nicht funktionieren. Was die Versicherung betrifft noch ein kleiner Hinweis - alles was mit VER.. beginnt (der Satz geht weiter).
    Viel Spaß beim Anlegen und Wiederfinden.

  • 2
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    gelöschter Nutzer
    04.09.2016

    Man nehme einen Kanister tiefengrund, Tapetenkleister und eine leicht abziehbare Vlies-Tapete, dazu natürlich seine Altersvorsorge in verschiedee Geldscheinen und klebe diese vor dem Tapezieren unter an die Wand und dann darüber die Tapete.

    So entgeht man künftigen "Straf-Zinsen" der Banken und Sparkassen.

    Auch geht man nicht den sogenannten "Finanz-Experten" auf den Leim, die das Geld gerne sehr Gewinn bringend für den Sparer anlegen möchten.

    Ausserdem ist diese Anlageform noch Hartz-IV-sicher!

    Nur beim Rauchen sollte man aufpassen, dass man nicht die Bude abfackelt, denn sonst ist das Geld gleich mit weg.

    Zuletzt braucht man aber auch noch eine vernünftige Hausrat-Versicherung, die auch in ausreichender Menge etwaiges Bargeld im Hause mitversichert, dann sind Verluste bei Brand oder Diebstahl wenigstens etwas abgefedert.

    Nicht umsonst stecken alte Leute ihre Ersparnisse noch in den "Spar-Strumpf"!



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