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Die Pflichtverteidigerin von Beate Zschäpe, Anja Sturm.

Foto: Peter Kneffel

Anwältin krank: NSU-Prozess verzögert sich erneut

erschienen am 13.06.2018

München (dpa) - Kurz vor dem Ende der Plädoyers im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht (OLG) München die Verhandlung für diesen Donnerstag abgesagt. Grund ist offenbar eine Erkrankung von Rechtsanwältin Anja Sturm. Die Pflichtverteidigerin der Hauptangeklagten Beate Zschäpe hätte am Donnerstag ihr am Vortag begonnenes Plädoyer fortsetzen sollen. Allerdings klagte sie bereits am Mittwoch über Krankheitssymptome und unterbrach ihren Vortrag am Vormittag. Der Prozess soll jetzt kommenden Dienstag fortgesetzt werden.

Sturm ist als letzte Anwältin mit ihrem Plädoyer in dem seit über fünf Jahre dauernden Mammutprozess an der Reihe. Sie gehört zum Verteidigertrio, das Zschäpe seit Anbeginn vertritt - seit mehreren Jahren nach einem Zerwürfnis allerdings gegen den Willen der Angeklagten.

Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» angeklagt. Die Bundesanwaltschaft meint, sie sei so zu bestrafen, als habe sie die Taten selber ausgeführt. Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt. In dieser Zeit sollen die beiden, die sich 2011 nach einem missglückten Banküberfall das Leben nahmen, zehn Menschen ermordet haben, neun davon aus rassistischen Motiven. Die Bundesanwaltschaft hat für Zschäpe lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung gefordert. Zschäpes zwei Verteidiger-Teams fordern dagegen eine Haftstrafe von unter zehn Jahren beziehungsweise die sofortige Freilassung.

 
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