Immer mehr Uni-Jobs kommen aus Drittmitteln

Gesamtzahl der Stellen an den Hochschulen steigt - Kritik an Sparplan bleibt

Chemnitz/Kamenz.

Die Zahl der Beschäftigten an den sächsischen Hochschulen hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen - allerdings vor allem dank einer boomenden Drittmittelfinanzierung. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz gestern bekannt gab, waren Ende 2013 an den Universitäten und Fachhochschulen insgesamt mehr als 43.000 Personen beschäftigt. Das sind 1745 bzw. 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich erreichte der Anteil der Stellen, die aus Drittmitteln finanziert wurden, mit 30,1 Prozent einen neuen Höchststand. Vor fünf Jahren hatte er noch bei 20,5 Prozent gelegen. Als Drittmittel bezeichnet man Gelder, die nicht aus dem eigenen Etat der Hochschule oder des Landes stammen.

Auf die prekäre Personalsituation an den Hochschulen hat diese Entwicklung indes keine Auswirkungen. An der Uni Leipzig, wo die Einschnitte durch den Stellenabbau der Landesregierung besonders schmerzhaft sind, halten Studenten der Theaterwissenschaft seit über einer Woche ein Zimmer im Rektorat besetzt. Sie protestieren gegen die geplante Schließung ihres Instituts und gegen die übrigen Kürzungen an der Hochschule.

Auch die TU Chemnitz, wo die Zahl der Drittmittelstellen binnen Jahresfrist von 874 auf 1009 stieg, hält an ihrer Kritik fest. Im Februar hatte Rektor Arnold van Zyl betont, es gebe beim Personal keinen Spielraum mehr, in Universitätsverwaltung und Ausbildung sei die Schmerzgrenze längst erreicht. "Was nützt es uns, wenn wir die Drittmitteleinnahmen enorm steigern und damit mehr kluge Köpfe an unsere Universität und in die Stadt holen, wenn die Mehrkosten für räumliche Unterbringung und Drittmittelverwaltung nicht ausgeglichen werden", so der Rektor damals. TU-Sprecher Mario Steinebach sagte gestern: "An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert."

Weniger Habilitationen

81 Akademiker haben sich in Sachsen vergangenes Jahr habilitiert und damit die Lehrbefähigung erworben, um in eine Professur berufen zu werden. Das sind sieben weniger als 2012. Drei von vier Habilitanden waren Männer. Beim akademischen Spitzenpersonal sah das Verhältnis ähnlich aus: 2013 lehrten und forschten 1822 Professoren und 438 Professorinnen an Sachsens Hochschulen. Unter allen Beschäftigten lag der Frauenanteil indes bei 52 Prozent. (oha)

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1Kommentare
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  • 1
    0
    berndischulzi
    24.07.2014

    Und das bedeutet eine schleichende Privatisierung. Und welche Folgen das haben wird. sieht man in vielen anderen Bereichen.



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