Linke fordern Konsequenzen aus Schießerei von Königsbrück

Dresden (dpa/sn) - Die Linken haben Konsequenzen aus der Schießerei eines geflüchteten Gewalttäters in Königsbrück gefordert. Die Tat sei «einmal mehr Beleg dafür, dass vom legalen Waffenbesitz ein erhebliches Risiko für die öffentliche Sicherheit» ausgehe, erklärte der Abgeordnete Enrico Stange am Mittwoch in Dresden. Eine regelmäßige Überprüfung des ordnungsgemäßen Umgangs mit den Waffen finde seitens der Behörden mangels Personal nicht statt. Man müsse die «sächsische CDU-Waffenlobby» in die Schranken weisen. Der Fall Königsbrück zeige die Notwendigkeit eines Ab- statt Aufrüstens.

Am vergangenen Montag hatte ein mutmaßlicher Mörder in Dresden auf der Flucht auf Polizisten geschossen und einen Beamten sowie einen Polizeihund verletzt. Der Mann war Sportschütze und bewahrte legal in seiner Dresdner Wohnung sieben Schusswaffen auf. Als die Polizei ihm diese bei einem vorherigen Einsatz wegnahm, stahl er eine Waffe aus einem Schützenverein. Zuvor soll er eine 75 Jahre alte Nachbarin erstochen haben. Mit der gestohlenen Schusswaffe attackierte er später die Beamten und tötete sich dann selbst.

Laut Statistik sind in Sachsen derzeit 160 611 Schusswaffen im Umlauf - 25 Prozent mehr als vor zehn Jahren. 29 016 Menschen besitzen legal Schusswaffen. Für die Überprüfung gebe es landesweit bei Behörden derzeit ganze 34 Vollzeit-Stellen, hieß es. Die Linken verlangen ein Konzept, den Waffenbesitz zu verringern und besser zu kontrollieren.

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