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Foto: Sebastian Willnow/dpa

Videoanrufe für Gefangene

In der JVA Zeithain können Häftlinge künftig per Skype telefonieren. Wird das Angebot jetzt Standard in allen sächsischen Gefängnissen?

Von Kai Kollenberg
erschienen am 13.02.2018

Dresden. Das Computerprogramm Skype verbindet Menschen rund um den Globus. Wer es nutzt, kann über das Internet kostenlos telefonieren und eine Videoübertragung zwischen zwei Rechnern aufbauen. Was mehr als eine Milliarde Menschen schon ausprobiert haben, können auch sächsische Gefangene dauerhaft nutzen. Das Justizministerium hat einen Test in der JVA Zeithain abgeschlossen und dort Skype seit Januar dauerhaft in Betrieb genommen, wie zunächst die "Dresdner Morgenpost" berichtete. Nun soll geprüft werden, ob weitere Gefängnisse im Freistaat diesen Beispiel folgen. Ein Zeitplan hierfür liegt nach Angaben des Ministeriums aber bislang nicht vor.

Generell steht in Zeithain das Skype-Angebot jedem Häftling offen. Die Nutzung könne "unter Angabe eines wichtigen Grundes zugelassen werden, sofern sich aus der grundsätzlichen Prüfung der Eignung des Gefangenen durch die Vollzugsabteilung keine Bedenken ergeben", heißt es in der Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfragen der Landtagsabgeordneten Katja Meier (Grüne). Wenn persönliche Besuche für einen Gefangenen aufgrund einer räumlichen Entfernung von mehr als 200 Kilometer kaum möglich seien, könne die Videotelefonie genutzt werden. Ebenso, falls gesundheitliche Zustände oder die finanzielle Situation eines Besuchers die Anreise nach Zeithain verhinderten.

Die Grünen-Politikerin Meier äußerte sich positiv dazu, dass Skype bald auch in anderen sächsischen Gefängnissen zur Verfügung gestellt werden könnte: "Der stetige Kontakt zu Angehörigen während der Haft ist ein elementarer Bestandteil der Resozialisierung. Er bereitet auf die Rückkehr in die Gesellschaft nach der Entlassung vor und gibt Sicherheit." Sie gehe deswegen davon aus, dass weitere Gefängnisse dem Beispiel Zeithain folgen.

Auch aus der Koalition gab es Unterstützung für Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). "Wir teilen die Einschätzung des Justizministeriums zum Testbetrieb in der JVA Zeithain", sagte der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Modschiedler: Er halte virtuelle Besuche via Skype in begründeten Fällen für eine sinnvolle Maßnahme. Aber: "Es ist und bleibt eine Haftstrafe, und Videotelefonie muss daher die Ausnahme sein!"

 
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