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Hans-Peter Pötzsch präpariert die Langlaufstrecken der Skiarena am Fichtelberg. Die Bedingungen hier sind gut.

Foto: Wolfgang Thieme

Wintersportsaison startet in der Region

Für Wintersportfans hat das Warten ein Ende. Zumindest in einigen Gipfellagen heißt es Ski Heil. Neue Lifte sind dagegen in der Region nicht in Sicht.

Von Gabi Thieme
erschienen am 06.12.2017

Chemnitz. In einigen Kammregionen hat sich das tagelange Beschneien der Pisten gelohnt. Ab Donnerstag drehen sich die ersten Lifte auf dem böhmischen Keilberg. Am Freitag um 9 Uhr startet dann auch in Oberwiesenthal der Liftbetrieb am Haupthang und damit die neue Skisaison.

Fichtelberg/Keilberg: Das seit Dienstag herrschende mildere Wetter hat die Schneedecke zwar etwas schmelzen lassen. Aber am Haupthang lagen am Mittwoch dennoch 30 Zentimeter festgefahrene Schneedecke - mehr als die Hälfte davon produzierten Schneekanonen und -lanzen. 51.000 Kubikmeter Wasser wurden seit Ende November in weiße Pracht umgewandelt. Im vergangenen Winter waren 143.000 Kubikmeter Wasser aus dem eigens dafür gebauten Speichersee "verschneit" worden, um an 120 Tagen den Skibetrieb für 270.000 Besucher und 1,8 Millionen Liftfahrten zu sichern.

Neu in dieser Saison ist das online erhältliche Ticket "1215 Pass". Man kann es von zu Hause aus lösen und erspart sich so die Warterei an der Kasse. Zugleich lassen sich damit Treuepunkte sammeln und beim nächsten Kauf einlösen. Auch dieser Pass gilt ab 1,5 Tagen grenzüberschreitend mit für die Lifte am Keilberg - allerdings muss die erste Fahrt in Oberwiesenthal erfolgen. Modernisiert und mit Überwachungskameras ausgestattet wurden am Fichtelberg alle Drehkreuze.

Auf den Berg gelangen Wintersportler jedoch auch in dieser Saison nur mit den alten Liftanlagen. Beide geplanten Großinvestitionen lassen weiter auf sich warten. Für den seit Jahren geplanten 1200 Meter langen Sechser-Sessellift an der Himmelsleiter für 8,5 Millionen Euro ist keine Genehmigung in Sicht. Dabei sollte er sich schon 2015 drehen. Ein Teil der 2013 eingereichten Unterlagen sei inzwischen veraltet, eine neue Kartierung zum Beispiel zu Fauna und Flora notwendig gewesen, beschreibt René Lötzsch, Chef der Fichtelbergschwebebahngesellschaft, das Problem.

Für den geplanten Speichersee auf dem Berg für die Beschneiung der Himmelsleiter mit 15.000 Kubikmetern Fassungsvermögen sei keine Genehmigung erteilt worden. Stattdessen mussten im Tal neue Flächen gesucht werden. Nun laufe die Untersuchung von Bodenproben für ein neuerliches Gutachten. Zudem muss der Nachweis erbracht werden, dass der Hüttenbach, der den bisherigen und den neuen See speist, ausreichend Wasser führt.

Nicht viel weiter sei man mit dem Liftprojekt am Haupthang, wo ein 1000 Meter langer Achter-Sessellift mit Flutlichtanlage geplant ist. Auch hier sind 8,5 Millionen Euro Baukosten eingeplant, die aus Rücklagen und über Kredite gestemmt werden könnten, sagt Lötzsch. Die Planungsunterlagen waren im Februar eingereicht worden. 22 Behörden und Privatpersonen nahmen im Mai Stellung. "Daraufhin erfolgte eine ,Anpassung' der Projekts in Form einer ersten Tektur, die vor wenigen Tagen bei der Landesdirektion eingereicht wurde. Anfang 2018 wird es dann erneut einen öffentlichen Erörterungstermin geben. Im günstigsten Fall könnte 2019 mit dem Liftbau begonnen werden. "Aber vielleicht bekommen wir wenigstens die Flutlichtanlage und die neue Beschneiung im Lauf von 2018 unter Dach und Fach", sagt Lötzsch.

Wie zwingend neue Anlagen sind, hatte sich im letzten Winter gezeigt, als der Himmelsleiterlift zwölf Tage wegen eines kaputten Getriebes pausieren musste. 25.000 Euro kostete ein Neues. "Das kann uns überall passieren", sagt Lötzsch. Alle Lifte sind mehr als 20 Jahre alt. Selbst die Vierer-Sesselbahn geht bald in ihr 20. Betriebsjahr.

Carlsfeld: Sorgen, die man auch am Hirschkopf in Carlsfeld teilt. Dort ist am Hang noch kein Skibetrieb möglich, weil die Hochdruckpumpe für die Beschneiungsanlage kaputt ist. "Der Naturschnee reicht nicht, um den Hang zu präparieren", sagt Christoph Beetz vom Skiclub Carlsfeld. Ersatz aus Italien sei bestellt. "Wir hoffen, dass bis Weihnachten alles läuft." Gute Nachrichten hat Beetz für Skilangläufer. Die Kammloipe soll bis Samstag zumindest zwischen Johanngeorgenstadt und Rammelsberg gewalzt, vielleicht sogar gespurt werden. In Richtung Vogtland bleibt sie aber wegen Sturmschäden noch gesperrt.

Eibenstock: Erstmals dreht sich am Samstag ab 9 Uhr auch der privat gebaute und betriebene Sessellift am Adlerfelsen in Eibenstock. Der Hang wurde seit vergangener Woche kräftig beschneit. Der 30 Zentimeter dicken Auflage konnte auch das Tauwetter nicht viel anhaben, berichtet Michael Uhlmann von der Skiarena Eibenstock. Montag bis Samstag soll sich der 650 Meter lange Lift unter Flutlicht bis 20, sonntags bis 17 Uhr drehen. Der Zauberteppich für die Jüngsten wurde um zehn auf 60 Meter verlängert. Allen, die ohne eigene Bretter kommen, wird in einem neuen Skiverleihgebäude geholfen.

Holzhau: Noch etwas ratlos war am Mittwoch Alexander Richter, der Betreiber der Skilifte in Holzhau. Auch dort ist an kalten Tagen beschneit worden, "aber wir brauchen bis Sonntag noch etwas Naturschnee oder Minusgrade. In dem Fall starten wir am Sonntag von 9.30 bis 16.30 Uhr mit einem Probebetrieb".

Vogtland: In Erlbach lädt zunächst nur der Rodelhang zum Winterspaß ein. In Schöneck, auf dem Balkon des Vogtlands, wurde zwar auch seit vergangenem Freitag drei Tage die Skiwelt beschneit, doch die Auflage reicht nicht, berichtet Michael Hecht. Er glaubt, dass das Skiareal ab dritten Advent oder erst am Montag danach öffnen kann. Bis dahin sei auch Rodeln nicht erlaubt. Weil auf Frau Holle schon seit Jahren kein Verlass mehr ist, soll in Schöneck 2018 weiter investiert werden: in sechs Schneekanonen zu den vorhandenen 18 sowie ein neues Pistenpflegegerät. 700.000 Euro sind für die Technik geplant, die Verantwortlichen hoffen auf Fördermittel.

 
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