Auch ohne Sabitzer: RB Leipzig will dank Rotation siegen

Marcel Sabitzer sitzt diesmal auf der Tribüne. Nach seiner Schulterverletzung wird er Leipzig mehrere Wochen fehlen. Trainer Ralph Hasenhüttl hofft darauf, das kompensieren zu können. Auch ohne seinen Landsmann soll gegen Bremen in der Liga der nächste Sieg her.

Leipzig (dpa) - Rotation ist in dieser Saison eines der Schlagwörter bei RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. Die Dreifachbelastung von Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League macht es nötig. Und nun der mehrwöchige Ausfall von Dauerbrenner Marcel Sabitzer. «Aber wir haben schon in der Vergangenheit Verluste gut kompensiert. Wenn einer das schafft, dann wir», sagte Hasenhüttl am Freitag mit Blick auf das Liga-Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky).

Dennoch schmerzt Hasenhüttl das mehrwöchige Fehlen seines österreichischen Landsmannes. Denn der 23-jährige Mittelfeldspieler ist der Leipziger mit den meisten Einsätzen, absolvierte 18 der 19 Spiele, ist fast unersetzlich. «Marcel ist ein sehr wichtiger für uns. Er ist ein sehr intelligenter Spieler und erkennt immer, welche Tugenden nötig sind, und davon hat er viele anzubieten», lobte Hasenhüttl den Nationalspieler in den höchsten Tönen.

Sabitzer hatte sich beim 4:1 in der Champions League in Monaco die Schulter ausgekugelt. Eine Operation ist nicht nötig. Hasenhüttl wird keinen Druck machen, zu wichtig ist Sabitzer für den Rest der Saison. «Ich weiß nicht, ob es vor Weihnachten noch was wird. Aber wir müssen vorsichtig sein, dass es nicht noch mal passiert», sagte Hasenhüttl. Sabitzer bekomme die Zeit, die er brauche.

Um so wichtiger wird Kevin Kampl. Der Last-Minute-Neuzugang in der Sommerpause wurde zuletzt immer stärker, kann als Sechser genauso gut spielen wie auf der Zehner-Position. Er harmoniert mit Sabitzer und Naby Keita. «In diesem Sinn war Kevins Verpflichtung so sinnvoll. Ich hoffe, dass, egal welche Aufgabe auf ihn zu kommt, er sie so souverän löst wie die letzten», sagte Hasenhüttl.

Kampl ließ zwar am Donnerstag wegen leichter Probleme am Sprunggelenk das Training aus. Aber er wird auf die Zähne beißen. Auch Stürmer Yussuf Poulsen (Achillessehne) und Jung-Nationalspieler Marcel Halstenberg (Adduktoren) pausierten. Dafür kehrte Stefan Ilsanker nach seinem überstandenen Zehenbruch ins Teamtraining zurück. Er ist wohl noch keine Option für den Kader. Hasenhüttl entscheidet nach der Abschlusseinheit, wie groß die Rotation im Team ist. So könnten für Sabitzer Bruma, Diego Demme oder Dominik Kaiser zum Einsatz kommen.

Gegen den Tabellen-16. Bremen erwartet Hasenhüttl ein attraktives Spiel. «Bremen will was mitnehmen und ich erwarte keine Mannschaft, die hinten drin steht, sondern mitspielt.» Der Blick in die Statistik verspricht auch Action. Denn in den bisherigen beiden Liga-Duellen fielen immer mindestens drei Tore. 3:1 in Leipzig für RB, 3:0 in Bremen für Werder.

Und die Torjäger stehen bereit: Leipzigs Nationalspieler Timo Werner traf in den letzten vier Spielen immer, zweimal in Monaco und je einmal gegen Leverkusen, Hannover und Porto. Werners Pendant auf der Gegenseite Max Kruse kommt nach seiner Verletzung auch langsam wieder in Fahrt. Einen Hattrick steuerte der 29-Jährige zuletzt beim ersten Werder-Saisonsieg bei. Da hatten er und Sturmpartner Fin Bartels an die Form der vergangenen Rückrunde erinnert, in der sie Werder fast noch in den Europapokal geschossen hatten.

«Max Kruse ist ein Spieler, der den Unterschied für Bremen ausmachen kann. Aber wir müssen nicht nur ihn, sondern die gesamte Offensive in den Griff kriegen, auch Fin Bartels war stark» sagte Hasenhüttl.

Er fordert von seinen Mannen ein Auftreten wie in Monaco. «Da waren wir von Anfang an richtig scharf.» Die Statistik spricht für Leipzig, das zu Hause noch ungeschlagen ist, Werder holte auswärts noch keinen Sieg. Die Gäste geben sich aber forsch. «Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in Leipzig gewinnen können», sagte Trainer Florian Kohfeldt.

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