Auf den Spuren von Profi Marcus Burghardt

Radsportler Tobias Nolde vom Chemnitzer Stützpunkt gehört zum Kader der U-23-Auswahl. Am Sonntag wartet das für ihn bisher schwerste Rennen.

Chemnitz.

Bereits zweimal hat er die Tour über 165 Kilometer im Training bewältigt. "Eine so schwere Runde bin ich noch nie gefahren", meint Tobias Nolde, nachdem er sich mit dem Profil der Erzgebirgsrundfahrt vertraut gemacht hatte. Am Sonntag wird er diese Strecke mit seinem Team Radnet-Rose erstmals im Wettkampf in Angriff nehmen. Der Akteur vom RSC Sachsenblitz Burgstädt fühlt sich für die Tortur nunmehr ganz gut gewappnet. "Für ganz vorn wird es noch nicht reichen, aber ich will versuchen, so lange wie möglich mitzuhalten", schätzt der Schüler realistisch ein.

Denn mit seinen erst 18 Lenzen gehört Tobias Nolde zu den jüngsten Startern, kennt zudem seine spezielle Aufgabe in der Mannschaft noch nicht. Das erste Jahr fährt er in der U-23-Kategorie, sieht seine Rolle vor allem als Helfer. Dabei erhielt er bereits nach dem ersten Bundesligarennen viel Lob, denn sein Gefährte Konrad Geßner konnte sich auf Platz zwei behaupten. "Tobias hat sich absolut in die Dienste von Konrad gestellt. Er hat mich beeindruckt, fährt stark und zeigt, dass es richtig war, ihn zu verpflichten", lobte Teamchef und Bundestrainer Ralf Grabsch.

Tobias Nolde ist einer der Youngster am Chemnitz Stützpunkt, die international schon Bewährungsproben meisterten und sich große Ziele setzen: später als Profi für ein Topteam zu fahren oder an einer WM teilzunehmen. Ansporn ist für ihn auch der Weg von Marcus Burghardt. Der gebürtige Zschopauer wurde gleichfalls in Chemnitz geformt, erhielt 2004 seinen ersten Profivertrag und fährt gegenwärtig für den deutschen Bohra-hansgrohe-Rennstall.

Aktuell gehört Tobias Nolde, der das Sportgymnasium besucht, bereits zum Kader der U-23-Nationalmannschaft, wurde direkt aus der Juniorenauswahl übernommen. In der Vorsaison schaffte er den Durchbruch, durfte an mehreren Rundfahrten und an der EM teilnehmen, beendete die Bundesligasaison als Zweiter der Gesamteinzelwertung. Während der EM sprach ihn Ralf Grabsch an und bot ihm einen Platz im Radnet-Rose-Team, in dem auch die besten deutschen Verfolger konzentriert sind, an. Eine bessere Perspektive konnte es für ihn nicht geben. "Die Bahn ist für mich aber nicht so reizvoll", sagt Tobias Nolte, obwohl er ebenso in diesem Metier beachtliche Erfolge feierte, so als Dritter bei den Juniorenmeisterschaften im Punktefahren.

Bemerkenswert sind seine Resultate auch deshalb, weil er erst 2014 mit dem intensiven Training anfing. Im heimatlichen Ebstorf mitten in der Lüneburger Heide begann er als 14-Jähriger mit dem Radsport, gewann auf Anhieb kleinere Rennen. "Ich wollte Radsport professioneller betreiben, doch da gab es keine Möglichkeiten in Niedersachsen. Ich schrieb mehrere Stützpunkte an, einzig von Chemnitz bekam ich eine Antwort. Nach einer Probewoche wusste ich, es passt. Die Gegebenheiten sind optimal. Ich habe mich auch schnell eingelebt", erzählt die Nachwuchshoffnung. "Tobias war sofort der Leistungsträger, da ging gleich ein Ruck durch die ganze Truppe. Er kann andere mitreißen, ist unheimlich teamorientiert", wertet sein Trainer Steffen Haslinger, der ihn seit dem Wechsel betreut und ihm einiges zutraut: "Er besitzt noch viel Potenzial."

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