Chemmy-Verleihung wird durch Wohltätigkeitsprojekt erweitert

Bei der Auszeichnung der Chemnitzer Sportler des Jahres wird Geld gesammelt, das einem Verein in der Stadt zugutekommen soll. Die Finanzierung der Sportgala selbst war indes wieder ein Kraftakt, sagen die Veranstalter.

Die Verleihung des Sport Chemmy, die Auszeichnung für die Sportler des Jahres aus Chemnitz, am 5. April wird erstmalig durch ein Wohltätigkeits-Projekt erweitert. Das gaben die Veranstalter gestern bekannt. Sie haben sich für die 17. Auflage der Veranstaltung die Laureus Foundation ins Boot geholt. Die Stiftung fördert Sportprojekte, die Kinder verschiedener sozialer Herkunft und Hautfarbe zusammenbringen.

Laut Sven Hertwig vom Organisationsteam wird damit erstmalig in den neuen Bundesländern - mit der Ausnahme von Berlin - ein Laureus-Projekt initiiert. Allerdings, so Hertwig, werde die Stiftung kein Geld beisteuern. Ihm zufolge wird es im Rahmen der Sportgala eine Tombola geben, bei der es unter anderem ein E-Bike und Hotelgutscheine zu gewinnen gibt. Die Einnahmen der Verlosung sollen gesammelt und einem Chemnitzer Verein zugute kommen, der sich im Breitensport sozial engagiert. "Es geht da also nicht um die Förderung des Spitzensports, sondern um das soziale Anliegen des Vereins", ergänzte Michael Hübner.

Vereine können sich bewerben

Die Veranstalter riefen Chemnitzer Vereine auf, sich zu bewerben. Wer sich am Ende über eine Geldspritze freuen darf, entscheiden die Organisatoren gemeinsam mit der Laureus-Stiftung, kündigte Hertwig an: "Wir wollen die Zusammenarbeit mit der Stiftung auch ausbauen."

Die Finanzierung der Sportgala sei indes gesichert, sagte Jens Carlowitz. Vor drei Jahren wäre die Gala beinahe abgesagt worden, weil das benötigte Budget lange Zeit nicht gedeckt werden konnte. Die Veranstaltung musste damals auf Anfang Juli verschoben werden. Das war dieses Mal nicht notwendig, auch wenn die Finanzierung wieder ein Kraftakt gewesen sei, sagte der ehemalige Leichtathlet: "Das ist alles andere als ein Selbstläufer."

Rund 70.000 Euro kostet die Chemmy-Verleihung. Ein Großteil des benötigten Geldes kommt laut Carlowitz aus der Wirtschaft, also von Firmen und Banken.

Aber auch die Stadt engagiere sich: "Wir hatten dazu ein gutes Gespräch mit der Oberbürgermeisterin." Ihm zufolge steuert die Stadt vor allem Veranstaltungs-Equipment und Sachleistungen bei. Dass es von dieser noch mehr finanzielle Hilfe gebe, sei zwar wünschenswert, aber: "Wir wollen ja auch nicht, dass, wenn wir mehr Geld bekommen, dann bei der Vereinsförderung gespart würde." Mit Blick auf die nächsten Jahre hat der Organisator kleine Sorgenfalten auf der Stirn: "Wir fangen jedes Jahr wieder bei null an. So lange es der Wirtschaft gut geht, funktioniert das auch bei uns." Zudem sei die Organisation eng mit dem derzeitigen Team verbunden, das sich ein Netzwerk aufgebaut habe: "Wenn wir das irgendwann nicht mehr machen, wird es schwierig, den Chemmy fortzuführen", sagte Carlowitz

René Kindermann moderiert

Gute Nachrichten gab es indes für die Moderation der Sportgala. Dafür konnten die Organisatoren René Kindermann gewinnen. Der Fernsehmoderator hat kürzlich für die ARD von den Olympischen Winterspielen in Sotschi berichtet. Zur Frage, welchen Sportlern und Teams er den Pokal bei der Chemmy-Verleihung wohl überreichen wird, gingen die Tipps gestern gar nicht so weit auseinander. Carlowitz sieht die Entscheidung bei den Männern auf einen Zweikampf zwischen Kugelstoßer David Storl und Bahnradfahrer Stefan Bötticher hinauslaufen. Beide Namen wurde auch von Thomas Schönlebe und Michael Hübner genannt. Bei den Frauen sei Sophie Scheder seine Favoritin, sagte Hübner.


1998 von Weltmeistern ins Leben gerufen

Der Chemmy wird in fünf Kategorien vergeben: Sportler des Jahres, Sportlerin des Jahres, Nachwuchssportler des Jahres, Mannschaft des Jahres und Lebenswerk. Zudem wird ein Ehrenchemmy für außergewöhnliches Engagement vergeben.

Die Preisträger werden durch die Sportjournalisten aus Chemnitz gewählt, hinzu kommen die Stimmen der Veranstalter. Der Ehrenchemmy wird allein durch die Veranstalter gewählt.

Ins Leben gerufen wurde der Chemmy 1998 von den ehemaligen Weltmeistern Thomas Schönlebe, Jens Carlowitz (Leichtathletik) und Michael Hübner (Bahnradsport). (lumm)

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