Chemnitzer FC stellt Insolvenz-Antrag

Chemnitz. Drittligist Chemnitzer FC hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dies bestätigte der Verein am Dienstagmittag in einer E-Mail an alle Mitglieder. Darin heißt es unter anderem: "Nach intensiven Verhandlungen, Prüfungen und Beratungen haben die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates jeweils einstimmig die Einreichung des Antrages auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beschlossen." Der Verein habe Verbindlichkeiten aufgebaut, die vom Vereinsvermögen nicht gedeckt sind. Damit steht der CFC als Absteiger aus der Dritten Liga fest. Der CFC appellierte "an alle Mitglieder, Fans und Unterstützer, den Verein nicht fallen zu lassen, sondern gemeinsam für einen erfolgreichen Neustart zu kämpfen."

Nach Rot-Weiß Erfurt ist der CFC der zweite Ost-Traditionsklub, der in der 3. Fußballliga Insolvenz angemeldet hat. Ligakonkurrent Erfurt war nach dem Insolvenzantrag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden und steht seitdem als erster Absteiger in die Regionalliga des Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) fest. Auch Chemnitz, das sieben Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat, droht dieses Szenario.

Der DFB wird nun eine schriftliche Stellungnahme des Chemnitzer FC anfordern, anschließend wird der DFB-Spielausschuss über die Folgen für die laufende Saison befinden. Paragraf 6 der DFB-Spielordnung sieht bei einem Insolvenzantrag den Abzug von neun Punkten vor. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann von dieser Strafe abgesehen werden, beispielsweise wenn gegen den Hauptsponsor zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. (tre/dpa)

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21Kommentare
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  • 3
    0
    acals
    13.04.2018

    @Zeitungss: THX. Das Grunduebel koennen wir - soviel wir auch diskutieren moegen - leider nicht beheben. Auch ganz serioese Vorschlaege muessten wir an anderer Stelle einbringen - dazu gibt es heute einen kleinen Artikel in der FP der einen Weg aufzeigt. (Stadtrat Chemnitz + potentieller Untersuchungsausschuss) Wir duerfen hier aber auch mal sarkastisch auf die Schippe nehmen, eine andere Sichtweise beschreiben bzw. aus einer anderen Perspektive beleuchten. Gerne auch kontrovers. Mein Eindruck von Ihnen ist, dass Sie dies auch tun - und das finde ich gut.

  • 2
    1
    994374
    12.04.2018

    Als Kinder haben wir auf dem Wäscheplatz begeistert Fußball gespielt. Jetzt geht man in ein Fitnesscenter, um nicht ganz zu verkalken. Was in diesem Land für ein Kult um den (Profi-) Fußball getrieben wird, ist mir unverständlich. - Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen. - Gut, wenn der CFC kürzer treten muss und die Stadt nicht mehr in das Loch ohne Boden einzahlt.

  • 1
    1
    Zeitungss
    12.04.2018

    @acals: Danke für den Beitrag, nehme ich so zur Kenntnis, behebt aber das Grundübel leider nicht.

  • 3
    1
    acals
    12.04.2018

    @Zeitungs und @cn3b...: Ihre Beitraege habe ich mit viel Freude und Zustimmung gelesen. Ich muss aber hier @osgar explizit zustimmen, denn im Rahmen von Spendenaktionen sind aus dem CFC Umfeld so ca. 50.000,- Euro zusammengekommen. Lobenswert! Viel schwerer aber wiegt das Folgende: Auch die Spieler des CFC wurden 2016 gefragt ob sie spenden wollen - was sie natuerlich verneint haben. Das finde ich auch ok, denn wer zahlt um zu arbeiten. Was aber aber wirklich phaenomenal ist, ist die Solidaritaet und Loyalitaet der Spieler mit/zu ihrem Verein: Diese Saison wollten sie einfach nicht gewinnen - also gabs nur Auflaufpraemie (FP berichtete). Auch mit dem Toreschiessen haben sie sich zurueckgehalten. Als der Jungspund Tom Baumgart dann doch zu haeufig traf, gabs von den aelteren Spielern im Training eine Blutgraetsche (FP berichtete). Die hat Wirkung gezeigt, denn danach hat er sich mit Toreschiessen zurueckgehalten. (Insofern war das 5:o gegen Erfurt ein sehr teures Spiel!) In Summa: Auch beim CFC selber und seinen Fans gibt es Anstrengungen finanzieller Ausgaben zu minimieren und Einnahmen zu erhoehen.

  • 1
    1
    Zeitungss
    12.04.2018

    @osgar: Danke für die Hilfestellung und die Spende ehrt Sie natürlich. Die Frage allgemein ist aber, hängt das sportliche WIRTSCHAFTSunternehmen CFC am Tropf der Steuerzahler oder nicht? Sie können ihr ganzes Vermögen dort verheizen, was einzig und allein IHRE Sache ist und nicht die Allgemeinheit belastet. Was dort bisher verbrannt wurde, wäre eine mehr als großzügige Förderung für den Nachwuchs, welcher auch mir am Herzen liegt, möglich gewesen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte es @cn3bojOO in seinem gestrigen Beitrag ähnlich gesehen. Mich begeistert noch immer, dass zwei Damen im Stadtrat "ihren Mann" gestanden haben um Schaden vom Volk abzuwenden, was auch ihre Pflicht ist. Der Rest hatte es gerade vergessen, für was er einmal das Pfötchen gehoben hat. Der CFC ist mir eigentlich WURSCHT, zumal mit diesen Leistungen, es ist nur wichtig, dass dieses "CHEMNITZER MODELL" keine Schule macht und sich auf andere Gemeinden ausbreitet. Nur aus diesem Grund gebe ich gelegentlich meinen Senf dazu, auch wenn er nicht willkommen ist, ich lebe schließlich nicht im Abseits und trage auch für manche Vorgänge Verantwortung.

  • 2
    3
    osgar
    12.04.2018

    @Zeitungss, Sie reden wie immer viel, aber ohne jegliche Kenntnis. Ich helfe Ihnen mal ein klein wenig auf die Sprünge. Ende 2016, als es mit den Geldproblemen richtig losging, wurde von den Fans eine Spendenaktion gestartet, dass da nur symbolische Beträge zusammenkommen dürfte klar sein (zumal in so einer Sportstadt wie Chemitz). Ich bin kein Fan des CFC, aber ich habe auch 19,66 Euro gespendet. Vielleicht bekommen Sie ja raus wieso ausgerechnet diesen Betrag. Das Geld aus der Aktion wurde damals an die Nachwuchsabteilung übergeben, damit es dort ankommt wo es am Nötigsten ist.

  • 2
    1
    Zeitungss
    11.04.2018

    @cn3b..: Ich fasse mal zusammen. Mit unseren Meinungen sollten wir uns in der Fangemeinde nicht blicken lassen, es gäbe Ärger ohne Ende. Fußball und Realität liegen oft weit auseinander, zumal es mit SPORT eigentlich absolut nichts mehr gemein hat, was unserer Zeit voll und ganz entspricht. Die Spieler von oben bis unten mit Werbung beklebt, können unter dieser Last ihren eigentlichen Aufgaben auch nicht mehr gerecht werden, denn man kann ja nur einem HERRN gleichzeitig dienen. Wer aus der Fangemeinde diese Zeilen jetzt nicht verstanden hat oder will, für die Übersetzung stehe ausnahmsweise gerne bereit, auch wenn es eigentlich sinnlos ist.

  • 2
    1
    Zeitungss
    11.04.2018

    Den Vorschlag für eine finazielle Fanbeteiligung hatte ich vor einiger Zeit schon einmal in den Ring geworfen. Ergebnis, nicht anders zu erwarten, jede Menge rote Daumen. Fremdes Geld läßt sich nun einmal besser verprassen. Zumindest sind die Verantwortlichen und dieser erbärmliche AR schon in Feierlaune, es war doch nur Geld vom Steuerzahler und manchen Fan ist eben nicht klar, dass er auch einer ist.

  • 3
    0
    cn3boj00
    11.04.2018

    @Zeitungss: ja richtig, aber wie man hier sehen kann, sehen viele "Fans" das offenbar anders. Man hat kein Problem damit wie Steuergelder zweckentfremdet werden. Vielleicht ja deshalb, weil es kein Einzelfall ist, sondern Normalität. Ich bin nur neugiereig und würde gerne wissen wollen, wie viele der Fans sich auch persönlich mit ihrem eigenen Geld an der Rettung des CFC beteiligt haben (und zwar nicht bloß, indem sie mal ne Eintrittskarte kaufen). Womöglich würde ich sogar persönlich etwas spenden, wenn es helfen würde, denn schade um den CFC ist es allemal, die Spieler und viele engagierte Helfer haben das nicht verdient, auch die gute Nachwuchsarbeit darf nicht kaputt gemacht werden. Ich wehre mich nur dagegen, dass ich über Kredite der öffentlichen Hand gezwungen werde, Misswirtschaft von Vorständen und Aufsichtsräten zu unterstützen.

  • 2
    2
    Zeitungss
    11.04.2018

    @cn3b..: Schöner Beitrag, sagt eigentlich alles. Ich persönlich warte darauf, ob man den AR für seine "plichtbewußte" Arbeit einmal an den Hintern greift, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Dazu gibt es eindeutige Regelungen für Aufsichtsräte, welcher dieser nicht gekannt hat. Mir sind diese Regelungen aus meiner Tätigkeit in einer solchen Einrichtung bestens bekannt. Hier aber scheint der Spruch zu gelten, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter. Ich verfolge es einmal weiter, ist es doch ein überaus spannendes Hobby.

  • 4
    3
    cn3boj00
    11.04.2018

    Es ist interessant, wie ein Vorstand erst Pläne schmiedet, um aus der Misere zu kommen, dann nichts von diesen Plänen wirklich umsetzt, und dann die Schuld weiterdelegiert an die, die nun weg sind. Und der Aufsichtsrat schaut zu. Nun, ein Neuanfang ohne Schulden hat so sein Geschmäckle, denn das meiste Geld kam ja aus der öffentlichen Hand oder von Stromkunden... Da fällt es eben leicht, diese Gelder mal eben abzuschreiben. Und die Damen und Herren Stadträte, die bis auf die rühmlichen Ausnahmen der Geldverbrennung zugestimmt haben, gehen auch ganz normal ihren Geschäften nach, als wäre nichts gewesen, und wünschen schon Erfolg für einen Neuanfang. Frau Schaper sichert schon im Voraus ihre neuerliche Unterstützung zu. So einfach geht das, wenn es nicht um das eigene Geld, sindern das der Bürger geht.

  • 5
    2
    acals
    10.04.2018

    oh @698... vorsicht ist die mutter der porzellankiste. Bei der Erstellung der Stadionmiete ist beruecksichtigt worden, dass pro Jahr um 50.000,- weniger gezahlt werden muss; weil der alte Pachtvertrag ja aufgehoben worden ist. Diese Einsparung fuer den jetzt bankrotten CFC waere ueber 25 Jahre gelaufen. Sie koennen rechnen? 25 mal 50.000 = 1.25 Mio. Oh ... Zahlt man also vorzeitig aus, so muss man gleichzeitig die pachtbetraege um eben diese 50.000,- anheben. Das ist nicht passiert. In der bereits angesprochenen Sitzung des Stadtrates wurde auch folgerichtig der Antrag gestellt, um eben diesen Betrag die Pacht zu erhoehen - wer das getan hat, wer dann wie abgestimmt hat - das bekommen sie bestimmt raus. Aber herzlichen Dank das ich das nochmal oeffentlich klarstellen konnte! Unser auswaertiger Leser Zeitungss nimmt genau das schon lange zum Anlass unlautere Geschaeftgebahren bzw. einen scharz-rot-goldenen Kriminalfall zu unterstellen - und da muss ich Recht geben.

  • 9
    5
    Zeitungss
    10.04.2018

    Schön, wenn ein alter Vorschlag doch noch das nötige Gehör findet. Dauert halt alles seine Zeit. Die Funktion des AR in dieser Truppe ist mir allerdings bis heute schleierhaft, er trägt nicht umsonst den Namen AUFSICHTSrat. Selber hat dieser nicht nur die Pflicht sich fürstlich alimentieren zu lassen, sondern Aufsicht auszuüben. Die nötigen Anregungen dazu und die Folgen bei Fehlhandlungen findet man im AR-Gesetz. Vereinzelte Exemplare davon müßten auch in der Region Chemnitz im Umlauf sein. Den beiden Stadträtinnen auch hier meine Hochachtung.

  • 4
    1
    698236
    10.04.2018

    @acals: Über die Eigentums- und Besitzverhältnisse wohl nicht richtig informiert. Das Stadion ist alleinig im Eigentum der Stadt!! Und die 1,25 Mio. hat die Stadt das Eigentum an dem Grundstück erworben. Diese Summe ist jedoch in der Stadionmiete wieder berücksichtigt worden (sozusagen als Miete umgelegt worden). Das hat für den CFC nur Aufschub gebracht. Ich vermute, dass sich wieder einmal ein Insoverwalter ein goldenes Näschen verdient. Lukrutive Partner sind ja am Start: Die Stadt, eins energie, GGG, etc. Traurig, traurig - aber man musste ja schon nach der Mitgliederversammlung mit der Insolvenz rechnen. Denn wer rechnen und die Powerpointpräsentation lesen konnte musste schon damit rechnen, dass das finanzielle Desaster ohne einen "dahergelaufenen wohltätigen Sponsor" nicht mehr abzuwenden war.

  • 13
    3
    acals
    10.04.2018

    Ich moechte die Gelegenheit weiter dazu nutzen und den Stadraetinnen Frau Patt und Frau Zais fuer ihr gezeigtes Rueckgrat u.a. eben auch in der Stadtratsitzung bedanken, in der es um die 1.25 Mio Zuweisung an den CFC ging. Alleine diesen beiden Frauen war klar das dieses Geld verbrannt wird - und es ist ein Hoffnungszeichen das es in Chemnitz noch Anstand, Aufrichtigkeit und auch Intellekt gibt.

  • 12
    4
    acals
    10.04.2018

    Tja, was wird aus dem neuen Stadion? Bei Gang in die Insolvenz koennen andere Firmen die Insolvenzmasse aufkaufen. Warum soll sich nicht Wismut Aue und FSV Zwickau zusammentun, die Reste des CFC aufkaufen und das neue Stadion fuer die Spiele ihrer jeweils 2. Mannschaften im woechentlichen Wechsel benutzen. So wuerde auf jeden Fall langfristig serioes geplanter und packender/niveauvoller Fussball in Chemnitz gezeigt werden koennen.

  • 10
    6
    Mabel
    10.04.2018

    Na endlich, es wurde Zeit. Aber ich befürchte, die Öffentliche Hand schießt nach, damit der Geldverbrennungsofen weiter betrieben werden und unsere Stadt auch weiterhin eine attraktive Fußballmannschaft ihr Eigen nennen kann. Steuergelder kosten ja nix. Sicher bin ich mir aber, dass keiner der Verantwortlichen jemals zur Verantwortung gezogen wird.

  • 4
    8
    Blackadder
    10.04.2018

    Mich interessiert wirklich nur, was jetzt aus dem schönen neuen Stadion wird und wird dafür die Pacht bezahlt.

  • 12
    3
    BlackSheep
    10.04.2018

    Na ja, auf jeden Fall hält das Stadion länger, wenn keine Fussballfans drin sind.

  • 12
    3
    587977
    10.04.2018

    Nur so, weil ich es gerade gelesen habe: der Vorstand und der AR weißen eine Mitschuld von sich ("in keinster Weise zu vertreten") - ist Hr. Bauch nicht schon seit Jahren im Aufsichtsrat oder liege ich hier falsch? Mir scheint, dass man sich reinwaschen will...

  • 8
    0
    587977
    10.04.2018

    q.e.d. Somit verabschieden sich große Teile der Verbindlichkeiten - hoffentlich wird der Strom bei der eins nicht teurer. Die Stadionpacht wird sinken, oder man geht eventuell ins dann modernisierte Sportforum, für 1-2tausend Zuschauer sollte der Platz reichen. Wenn man sich den Wirtschaftsbeirat anschaut, hatten die Herren auf keine Lust mehr weiteres Geld zu verbrennen, sonst wäre die Liqui-Lücke ja geschlossen worden. Wohin das ganze Geld ist (DFB-Pokal-Spiel gg. Bayern fiel auch in diese Saison und in den Vorjahren waren auch prominente Gegner BVB zu Gast), das weiß nur der Teufel. Wenigstens werden die FWW-Matches demnächst interessant (BFC, LOK).



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