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Am 20. Oktober 2007 brachte der heutige CFC-Spieler Dennis Grote (links) den VfL Bochum in Führung. Nachdem Franck Ribéry ausgeglichen hatte, sorgte Bastian Schweinsteiger (rechts) für den 2:1-Sieg.

Foto: Imago

Der himmelblaue Bayern-Spezialist

Dennis Grote trifft am Samstag schon zum fünften Mal auf den FC Bayern. Der Linksfuß des Chemnitzer FC hat eine starke Torquote gegen die Münchner - vor und auch im DFB-Pokalspiel hat der Routinier in Reihen des Drittligisten eine wichtige Aufgabe.

Von Sebastian Siebertz
erschienen am 11.08.2017

Chemnitz. Nicht jeder kann von sich behaupten, die Bayern geärgert zu haben. Dennis Grote schon. Und das zwei Mal. Der Routinier vom Chemnitzer FC traf in zwei Partien gegen den deutschen Rekordmeister. Bei seinem ersten Streich war der Ärger der Münchner zu Spielende aber bereits wieder verflogen. Dem Führungstreffer Grotes für den VfL Bochum im Oktober 2007 folgten je ein Tor von Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger zum 2:1-Sieg des FCB. Der zweite Treffer tat den Münchner länger weh: Ein Jahr später sorgte Grote mit einem Kopfball fünf Minuten vor Abpfiff in der Allianz-Arena für den 3:3-Endstand.

"Die Tore gehören sicher zu meinen Karrierehöhepunkten", erklärt Grote. "Bundesligatore sind schon allgemein etwas Besonderes, wenn man noch gegen Bayern und auch in München trifft, ist es noch spezieller." Große Geschichten dazu erzählen will der 31-Jährige vor dem Spiel im DFB-Pokal gegen den amtierenden Meister aber nicht. "Ich werde keine Videos heraussuchen und ich habe auch keine Power-Point-Präsentation für die Jungs in der Kabine vorbereitet", sagt Grote.

"Diese Momente sind schon Jahre her und das anstehende Spiel steht unter ganz anderen Vorzeichen als die Bundesligaspiele damals", meint er. Wie lange seine Tore zurückliegen, erkannt man daran, dass Grote nicht etwa Manuel Neuer, sondern Michael Rensing überwand und dass Jürgen Klinsmann beim 3:3 Bayern-Trainer war. "Ribéry ist der Einzige aus dem Team damals, der noch bei den Bayern ist", weiß Grote.

Dennoch hat der Routinier vor der Pokalpartie gegen die mit Weltmeistern und Weltklassespielern gespickte Elf des Gegners eine wichtige Aufgabe. "Wir älteren Spieler haben genauso wie der Trainer versucht, der Mannschaft klarzumachen, dass sie nicht in Ehrfurcht erstarren muss", so Grote. Außer ihm konnte im CFC-Kader nur Florian Trinks bereits Erfahrung gegen die Profis der Bayern sammeln. Der Neuzugang verlor die beiden Bundesligapartien mit Werder Bremen. Trotz der Quote von zwei Toren in vier Aufeinandertreffen konnte Grote aber mit dem VfL Bochum nur einen Zähler gegen die Münchner sammeln.

Ob die Vorbereitung des Routiniers den jungen und unerfahrenen Profis des Chemnitzer FC hilft, die Ehrfurcht vor Robert Lewandowski und Co. abzulegen? Das wird sich erst am Samstag ab 15.30 Uhr auf der Fischerwiese zeigen. Einen klaren Plan haben die Himmelblauen jedenfalls. "Unser Ziel ist es, richtig gut zu verteidigen. Das ist uns in den Meisterschaftsspielen zuletzt nicht gelungen. Wir haben deswegen in dieser Woche verstärkt daran gearbeitet", berichtet Grote.

Sein Trainer Horst Steffen rückt angesichts des scheinbar übermächtigen Gegners von seiner offensiven Spielidee ab. "Es wäre vermessen, gegen die Bayern Pressing zu spielen", sagt der 48 Jahre alte CFC-Coach. "Hauptaufgabe ist das Verteidigen. Nichtsdestotrotz wollen wir jede Balleroberung nutzen, um nach vorne zu kommen. Wir wollen über Konter und Standardsituationen für Torgefahr sorgen."

Die Quoten der Wettanbieter schätzen die Chancen auf ein Weiterkommen der Himmelblauen erwartungsgemäß gering ein. Wer bei Tipico Geld auf den CFC setzt, erhält im Erfolgsfall das 25fache zurück. Bei Oddsett liegt die Quote für den Tipp auf einen Bayern-Sieg gerade einmal bei 1,08.

Das überrascht Dennis Grote nicht: "Als die Bayern zum letzten Mal in der erste Runde des DFB- Pokals ausgeschieden sind, war ich noch ein Kind. Da gab es doch die Blamage in Vestenbergsgreuth." Im August 1994 scheiterten die Bayern im Nürnberger Frankenstadion durch ein 0:1 an dem krassen Außenseiter. "Wir müssen die kleine Chance nutzen, die eigentlich gar nicht da ist. Vielleicht ist ja genau dieser eine Tag", meint Grote. Er weiß schließlich, wie man die Bayern ärgern kann. Sollte ihm das -und sei es nur für einige Minuten - zum dritten Mal gelingen, dürfte das in Chemnitz nicht so schnell vergessen werden.

Ancelotti: "Es wird die bestmögliche Elf spielen"

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti ist sich sicher, dass seine Mannschaft den Chemnitzer FC nicht unterschätzt. "Wir haben letztes Jahr gegen Jena eine ähnliche Aufgabe gelöst", sagte der Italiener am Freitag. "Dieses Spiel ist nicht nur für Chemnitz, sondern auch für uns wichtig. Wir werden kein mentales Problem haben." Gegen Carl Zeiss Jena hatten sich die Münchner in der ersten Runde der vergangenen Saison keine Blöße gegeben und gegen den damaligen Regionalligisten 5:0 gewonnen.

Das Lazarett der Münchner lichtet sich: Die zuletzt angeschlagenen Arjen Robben und David Alaba werden im Kader stehen. "Für die Startelf kommen sie nicht infrage, ich könnte sie aber in der zweiten Halbzeit einwechseln", erklärte Ancelotti, der keinen seiner Profis für den Bundesligastart gegen Bayern Leverkusen nächste Woche schonen will. "Es wird die bestmögliche Elf spielen." Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Javi Martinez, Thiago, Juan Bernat und James fallen verletzt aus. (sesi)

 
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