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Trainer mit Begleitschutz: FCE-Präsident Helge Leonhardt (links), Thomas Letsch und Aufsichtsratsmitglied Uwe Leonhardt bei der offiziellen Vorstellung des neuen Hoffnungsträgers.

Foto: PICTURE POINT

Der nächste Unbekannte - Letsch neuer FCE-Trainer

Thomas Letsch tritt bei Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue die Nachfolge von Trainer Domenico Tedesco an. Der 48-Jährige kommt aus dem "Red-Bull-Kosmos" und war in Deutschland zuvor wohl nur Fachleuten bekannt.

Von Sebastian Siebertz
erschienen am 18.06.2017

Aue. Zweieinhalb Jahre Vereinspräsident, vierte Trainervorstellung: Helge Leonhardt stellte am Sonntagabend, 16 Stunden vor dem Trainingsauftakt Montag um 11 Uhr, den neuen Trainer des FC Erzgebirge Aue vor. Zum dritten Mal nach Tomislav Stipic und Domenico Tedesco überraschte der FCE-Boss mit einem der breiten Öffentlichkeit völlig unbekannten Namen: Thomas Letsch. Damit bleibt Pavel Dotchev als ehemaliger Profi die Ausnahme. "Wir sind froh, dass wir nach einer anstrengenden, intensiven Woche einen neuen Cheftrainer vorstellen können. Wir hatten mehrere Gespräche im Erzgebirge, in München und in Salzburg. Es gab mehrere Kandidaten", sagte Leonhardt. "Mir war wichtig, dass vor dem Trainingsstart der Deckel auf der Personalie drauf ist."

Letsch erhält einen Dreijahresvertrag bei den Veilchen. Der 48-Jährige präsentierte sich nach langer Anreise aus Salzburg sachlich und unaufgeregt: "Ich bin noch nicht so weit, dass ich 'Glück auf' sage. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe. Die 2. Bundesliga ist eine fantastische Liga. Hier bei einem Traditionsverein mich beweisen zu dürfen, hat für mich einen großen Reiz." Letsch folgt auf Tedesco. Vor zehn Tagen hatte der Deutschitaliener den FCE mit seinem Wechsel zu Bundesligist Schalke 04 überrascht. Der 31-Jährige, der in drei Monaten den Tabellenletzten zum Klassenerhalt geführt hatte, tritt bei den Königsblauen die Nachfolge von Markus Weinzierl an. "Wir haben nach der Nachricht zwei Tage im Wachkoma gelegen. Das war der Hammer", meinte Leonhardt rückblickend.

Letsch kommt vom FC Liefering. Der österreichische Zweitligist ist das Farmteam von Red Bull Salzburg. Als Interimstrainer stand er 2015 schon für den Meister der Alpenrepublik an der Seitenlinie (siehe beistehender Text). Letsch galt als heißer Kandidat des jüngst entlassenen spanischen Cheftrainers Oscar Garcia. "Dass sich Salzburg für Marco Rose entschieden hat, spielte nur indirekt eine Rolle, dass ich nun hier bin", sagte Letsch.

Bei den Assistenten gibt es keine Änderungen. Wie schon unter Dotchev und Tedesco ist Robin Lenk Co-, Max Urwantschky Torwart- und Werner Schoupa Athletiktrainer. Das gilt jedoch nicht für die Mannschaft. "Der Kader hat eine gute Mischung, aber wir müssen noch daran basteln", erklärte Letsch, ohne ins Detail gehen zu wollen. "Ich muss mir ab morgen persönlich ein Bild machen. Das gebietet schon die Fairness gegenüber den Spielern. Grundsätzlich ist es ohnehin wichtig, die Richtigen zu finden und nicht schnell irgendwen."

Der Schwabe kann die komplette Vorbereitung nutzen, um seine Ideen umzusetzen. Diese seien von seiner Zeit im "Fußballkosmos" von Red Bull geprägt, sagte Letsch: "Aber das lässt sich sicher nicht eins-zu-eins umsetzen. Grundsätzlich geht es darum, ehrliche Arbeit abzuliefern. Mentalität und Wille stehen an erster Stelle. Ich will keine Mannschaft, die passiv ist, sondern ein aktives Team mit der Bereitschaft, viele Sprints und Wege zu absolvieren."

Letsch soll die Mannschaft weiterentwickeln, wenn möglich länger als seine Vorgänger. Dies hofft man im Lößnitztal jedoch schon sehr lange. Nicht erst seit Leonhardts Amtsantritt im Herbst 2014 herrscht auf dem Posten Bewegung. Letsch ist der neunte Cheftrainer seit dem Aus von Gerd Schädlich Ende 2007. Dass Leonhardt nun den vierten Cheftrainer präsentierte, hat nicht der Präsident zu verantworten. Stipic und Dotchev traten zurück, obwohl Leonhardt an ihnen festhalten wollte. Tedesco wechselte trotz bestehenden Vertrags dank einer Ausstiegsklausel zu Schalke. Ob der Neue wie Tedesco eine Klausel im Kontrakt hat, dazu wollte sich Leonhardt nicht äußern. Der FCE-Präsident stellt klar: "Wir beschäftigen uns nur mit der Gegenwart." Die heißt nun erst mal Thomas Letsch.

Ein Schwabe im Erzgebirge

Thomas Letsch wurde am 26. August 1968 in Esslingen am Neckar geboren, ist demnach ein Schwabe.

Als Spieler kam der heute 48-Jährige über den Amateurstatus (Oberliga) nicht hinaus.

Im Trainerjob klappt es schon jetzt höherklassig. Nach verschiedenen Stationen in Deutschland als verantwortlicher Coach beim VfB Oberesslingen, der Reserve der Stuttgarter Kickers, des FC Heilbronn und von der SG Sonnenhof Großaspach fungierte Letsch auch als Co-Trainer für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm.

In der Saison 2012/13 kam er in die Nachwuchsakademie des FC Red Bull Salzburg. Dort trainierte er die U-16 und die U-18, mit der er in der Saison 2014/15 Meister wurde. Zwischendurch war er neben seiner Tätigkeit in der Akademie auch Co-Trainer von
RB Salzburg unter Roger Schmidt.

Im Dezember 2015 sprang er bis zur Winterpause für zwei Spiele als Cheftrainer bei RB Salzburg ein. (sesi/tp)

 
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