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Beim Testspiel des FC Erzgebirge am Sonnabend gegen Plauen will sich John-Patrick Strauß für weitere Einsätze in der 2. Bundesliga empfehlen.

Foto: Imago

"Die Regeln im Internat von RB Leipzig sind sehr streng"

John-Patrick Strauß kam im Sommer von RB Leipzig zum FC Erzgebirge. In der 2. Fußball-Bundesliga kam der 21-Jährige bisher nur zu Kurzeinsätzen. Im Kreis der Perspektivspieler ist er an der Startelf am nächsten dran - trotz erfahrener Konkurrenz.

Von Sebastian Siebertz
erschienen am 08.11.2017

Aue. In einer spielfreien Woche heißt es Durchatmen - zumindest für die Stammspieler, die Woche für Woche um Punkte kämpfen. Wer aber zuletzt nicht so viele Einsatzzeiten in den Pflichtpartien vorweisen konnte, für den sind die Länderspielpausen um so entscheidender. Das gilt auch für John-Patrick Strauß vom FC Erzgebirge Aue. "Testspiele tun gut und sind wichtig: Man muss dem Trainer zeigen, dass man mehr Einsatzzeiten verdient hat", erklärt der Mittelfeldspieler. Er wurde in dieser Zweitligasaison bisher dreimal eingewechselt, kommt so auf gerade einmal auf 21 Spielminuten.

Am vergangenen Wochenende stand der 21-Jährige beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld eine Viertelstunde auf dem Platz und erlebte den Ausgleichstreffer der Gäste zum 1:1-Endstand in der Nachspielzeit hautnah mit. "Bei der Videoanalyse haben wir noch einmal darüber gesprochen. Bitter, dass wir in letzter Minute das Tor kassiert haben. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, war das Remis schon in Ordnung", meint Strauß. Aus seiner Sicht war es ein sehr guter Spieltag: "Mich hat es gefreut, dass mir der Trainer in dieser wichtigen, engen Phase vertraut und mich eingewechselt hat."

Auch wenn sich die Einsatzzeiten dürftig lesen - von den jungen Profis, die als Perspektivspieler nach Aue gekommen sind, sticht er positiv heraus. Betrachtet man die Spieler der Jahrgänge 1995 und jünger, überflügeln Strauß nur Torjäger Pascal Köpke und Verteidiger Nicolai Rapp. Ob der vom HSV ausgeliehene Arianit Ferati, Michael Maria, Moise Ngwisani oder Mirnes Pepic - sie alle sind derzeit nicht so nah dran wie der Neuzugang aus der zweiten Mannschaft von RB Leipzig.

Im Sommer wechselte Strauß nach fünf Jahren in der Jugendakademie des Champions-League-Teilnehmers ins Erzgebirge. "Die Regeln im RB-Internat sind sehr streng. Man muss auf und neben dem Platz, im Internat sehr diszipliniert sein", erzählt der gebürtige Wetzlarer. "Für mich war das positiv, andere kamen besonders außerhalb des Platzes damit nicht klar. Wer in der Schule oder in der Freizeit aus der Reihe getanzt ist, wurde bestraft."

Den Schritt, im Alter von 16 Jahren aus dem Elternhaus in das Internat zu ziehen, bereut er nicht. Obwohl er nie für die erste Mannschaft der Leipziger auflief. "Aus meinem Jahrgang hat es ja keiner aus der Jugend zu den Profis geschafft. Das wird sich in den nächsten fünf Jahren aber sicher ändern", sagt Strauß. "Als ich damals dort angefangen habe, war der Verein noch sehr jung. Ralf Rangnick und Nachwuchsleiter Frieder Schrof waren noch nicht da. Als sie kamen, gab es einen Umbruch." Auch seine Qualitäten - hohe Laufbereitschaft und das aggressive Attackieren des Gegners - verdankt er seiner Ausbildung bei den Roten Bullen.

Weil RB Leipzig die zweite Mannschaft im Sommer auflöste, musste sich der Hesse einen neuen Verein suchen. "Mir war klar, dass ich nicht aus der Regionalliga komme und gleich regelmäßig in der 2. Bundesliga von Beginn an spielen werde. Das ist ein enormer Leistungsunterschied. Du hast viel weniger Zeit für deine Aktionen, die Gegner sind aggressiver", erklärt Strauß. "In Aue habe ich die beste Perspektive gesehen." In welchen Bereichen er sich noch verbessern will? "Die Abgeklärtheit am Ball, Schnelligkeit im Kopf - eigentlich muss ich mich in allen Bereichen weiterentwickeln, sonst wäre ich ja schon Stammspieler", meint der zentrale Mittelfeldakteur.

Auf seiner Position ist die interne Konkurrenz groß: Clemens Fandrich ist derzeit gesetzt, Philipp Riese hat auch schon bei anderen Zweitligaclubs Erfahrung gesammelt, Mario Kvesic ist die offensivstärkste Option und an Routinier Christian Tiffert führt ohnehin kein Weg vorbei. Strauß sieht die Qualität im Mittelfeldzentrum nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für seine Entwicklung positiv. "Christian Tiffert habe ich als Kind im Fernsehen gesehen. Wie er trainiert, welche Ruhe er im Spiel am Ball hat - das ist bewundernswert. Da kann man sich viel abgucken."

Das Testspiel des FC Erzgebirge Aue gegen den Oberligisten VFC Plauen findet am Sonnabend, um 13 Uhr, im Plauener Vogtlandstadion statt.

 
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