Die schmerzliche Erfahrung des Marco Kehl-Gomez

Der Neuzugang des Chemnitzer FC musste im Trainingslager eine verletzungsbedingte Pause einlegen. An der Vorfreude des gebürtigen Zürichers auf die Drittliga-Saison ändert das jedoch nichts.

Marco Kehl-Gomez hat im Trainingslager des Chemnitzer FC in Keutschach/Österreich eine schmerzliche Erfahrung machen müssen. Dabei wurden nicht etwa durch Trainer Karsten Heine die sportlichen Qualitäten des 22-Jährigen in Frage gestellt. Vielmehr bekam der gebürtige Züricher, der einen Schweizer Vater und eine spanische Mutter hat, im Testspiel gegen Triglav Kranj (Slowenien) mächtig was auf die Socken.

Bei Grashoppers groß geworden

"Ich habe in dem Spiel das 1:1 erzielt, zehn Minuten später wurde ich äußerst rüde attackiert", sagte der Neuzugang, der die Jugendabteilung von Grashoppers Zürich durchlief und im Profi-Kader unter Trainer Ciriaco Sforza acht Partien bestritt. "Ich denke, man muss in einem Testspiel nicht so von hinten angerauscht kommen", kritisierte Kehl-Gomez den Gegenspieler, um anschließend aber mildernde Umstände geltend zu machen: "Das gehört im Fußball dazu. Es ist zum Glück nur eine Bänderdehnung, nichts Schlimmes."

Dennoch musste der defensive Mittelfeldspieler in den vergangenen beiden Tagen regelmäßig auf der Pritsche von CFC-Physiotherapeut Olaf Renn Platz nehmen, statt auf dem Trainingsplatz auf die Anweisungen von Trainer Karsten Heine zu hören. Ein gemeinsamer Mannschaftsausflug nach Velden fand ohne ihn statt. Auch beim Test gegen den ukrainischen Erstligisten Sorja Luhansk am Donnerstagabend konnte Kehl-Gomez nur zuschauen. "Ich pausiere lieber einen Tag länger, um am Ende wieder zeitiger fit zu sein", sagte der 22-Jährige, der in Besitz von zwei Pässen ist, neben Deutsch auch Spanisch und Italienisch spricht, über schulische Kenntnisse in Englisch und Französisch verfügt und der nun die ersten Lehreinheiten "Sächsisch" mit Bravour bestanden hat. Im Trainings- lager bildet er mit dem "echt erzgebirgischen Jungen" Christian Mauersberger eine Zimmerbelegung.

In Sachen Dialekt-Schulung bezeichnet Kehl-Gomez, der neben seiner sportlichen Karriere auch eine dreijährige Berufsausbildung zur kaufmännischen Fachkraft absolvierte, seinen Zimmerkumpel als guten Lehrmeister. "Ich kann schon sehr viel verstehen, muss nur manchmal nachfragen. Aber mein Schweizer-Deutsch ist auch nicht immer einfach zu verstehen", gesteht der Profi.

Viele neue Spieler - eine Chance

Die These von Trainer Heine, dass das Team trotz der vielen Neuzugänge im Trainingslager schnell zusammenwächst, kann Kehl-Gomez nur unterstützen. "Hier herrscht tatsächlich ausgezeichnete Stimmung. Aber ich denke auch, dass es unter Fußballern relativ unkompliziert zugeht. Dass so viele neue Spieler da sind, sehe ich nicht als Problem, sondern eher als Chance", so Kehl- Gomez, der nach einjähriger Stippvisite in der Regionalliga beim SC Pfullendorf nun wunschgemäß in der dritten Liga gelandet ist. "Ich bin aus der Schweiz weg, weil ich im sehr guten Züricher Kader keine Chance mehr hatte. Jetzt bin ich froh, in Deutschland zu sein und das CFC-Trikot zu tragen", betont er.

Wenn der Neuzugang aus dem Trainingslager nach Chemnitz zurückgekehrt ist, gibt es neben dem Training noch viele andere Dinge zu erledigen. "Einen Tag vor dem Start nach Keutschach habe ich in Chemnitz gemeinsam mit meiner Freundin die Schlüssel für die gemeinsame Wohnung bekommen, außerdem muss ich mein Auto in Deutschland anmelden. Und dann wird es Zeit, dass die Saison endlich losgeht", brennt der 1,81 Meter große Kicker auf den scharfen Start.

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