Dreimal Gold: Rebekka Haase krönt sich zur Sprint-Königin

Nach Siegen über 100 und 200 Meter stand die Erzgebirgerin vom LV 90 bei der U23-EM der Leichtathleten auch mit der deutschen Staffel ganz oben auf dem Podest.

Tallinn/Chemnitz.

Rebekka Haase ist keine Freundin von großen Sprüchen. Große sportliche Taten hat sie in den vergangenen Tagen zweifellos vollbracht. In Tallinn, bei der U23-EM der Leichtathleten, krönte sich die 22-Jährige vom LV 90 Erzgebirge zur Sprint-Königin. Nach Siegen über 100 und 200 Meter komplettierte die aus Herold stammende junge Dame am Sonntag mit der deutschen 4x100-m-Staffel das goldene Triple. "Für mich wird ein Traum wahr. Ich bin so oft in den vergangenen Jahren auf die Schnauze gefallen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden. Danke an meinen Heimtrainer Jörg Möckel, der mich immer wieder motiviert hat", sagte sie bei "leichtathletik.de".

Der Dreifacherfolg, den vor ihr noch keine andere deutsche Athletin bei einer U23-EM geschafft hat, stand ursprünglich gar nicht auf der Agenda von Rebekka Haase. Erst, als ein Rennen über 200 Meter ausfiel, entschied sie sich kurzfristig doch für einen Doppelstart in den Einzelrennen.

Dabei hatte die "Mission Gold" keineswegs optimal begonnen. Im Finale über 100 m kam die Psychologiestudentin an der TU Chemnitz schlecht aus dem Block. "Ich musste richtig kämpfen, um in den Schritt zu kommen. Das hat zum Glück geklappt und ich habe gewonnen, das ist das Einzige, was zählt", meinte die Europameisterin, die in 11,47 s ihre Mannschaftskameradin Alexandra Burghardt (Mannheim/11,54) noch abgefangen konnte.

Im Endlauf über 200 Meter kam Rebekka Haase am Sonnabend dann ein starker Kurvenlauf zu Gute. Mit sechs Hundertstel Vorsprung vor Anna-Lena Freese (Jahn Brikum) stürmte die hübsche Sächsin über den Zielstrich. Gemeinsam mit Burghardt, Freese und Amelie-Sophie Lederer (Quelle Fürth) setzte sie am Sonntag schließlich den Schlusspunkt unter die tollen Tage von Tallinn, die sie so schnell nicht vergessen wird. Noch vier Jahre zuvor war sie in der Hauptstadt Estlands bei der U20-EM im 100-m-Halbfinale ausgeschieden.

In diesen vier Jahren ist viel passiert. Rebekka Haase kämpfte sich unbeirrt nach oben und steckte Rückschläge weg. Bei der U23-EM 2013 in Tampere schied sie zum Beispiel im Halbfinale aus und kam in der Staffel nicht zum Einsatz. 2014 aber, bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig, siegte sie über 200 Meter - ein "Dosenöffner". Beflügelt von diesem überraschenden Erfolg holte sich über 200 Meter auch den Meistertitel im Freien und qualifizierte sich souverän für die EM im vergangenen Jahr in Zürich. Dort schied sie mit der deutschen Staffel nach einem Wechselfehler allerdings im Halbfinale aus. Wieder ein Negativerlebnis, welches sie lange beschäftigte, aber nicht umhaute: "Wenn ich mal richtig down war, hat mich mein Trainer wieder hochgezogen und umgekehrt", sagte Rebekka Haase, die Jörg Möckel bereits lange kennt und mit ihm zusammenarbeitet. Das Triple-Gold dürfte der vorläufige Höhepunkt des Gebens und Nehmens sein.

Knapp am Podest vorbei

Franziska Hofmann (LAC Chemnitz) musste in Tallinn im Finale über 100 m Hürden mit dem vierten Rang (13,17 s) vorliebnehmen, zeigte sich nach Verletzungsproblemen im Vorfeld aber nicht unzufrieden. "Das ist im Moment das Optimale, was ich herausholen konnte."

Annika Gärtz (LV 90 Erzgebirge) landete im Weitsprung der Damen mit 6,41 m auf dem neunten Rang. Der Sieg ging an die Deutsche Malaika

Mihambo (LG Kurpfalz/6,73 m). Bastian Heber (LV 90) konnte sich mit der deutschen 4x100-m-Staffel nicht für das Finale qualifizieren.

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