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Edgar Jerke, der die nunmehr 13. Bundesligaserie für die Vogtländer hebt, freute sich über erneut sechs Gültige.
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Ein Derby voller Emotionen

Zum Auftakt der Gewichtheber-Bundesliga gewann der Chemnitzer AC wie erwartet das Derby gegen das Athletenteam Vogtland. Nicht alle Hoffnungen erfüllten sich.

Von Martina Martin
erschienen am 01.10.2017

Chemnitz. Die Teamkollegen des Chemnitzer AC (CAC) waren zu den entscheidenden Versuchen extra aus dem Aufwärmraum in die Halle gekommen, um Josef Hesse zusätzlich lautstark anzufeuern. Doch es half leider nichts, sein Traum platzte. Der 23-Jährige kämpfte auf der Bühne bärenstark. Doch sowohl im Reißen als auch im Stoßen brachte er nicht die geforderten Lasten zur Hochstrecke, um sich für die U-23-EM zu qualifizieren. Mit seinen 132,6 Zählern hatte er zwar maßgeblich Anteil am klaren Erfolg (757,0:585,29) seiner Mannschaft gegen das AT Vogtland (AC Atlas Plauen und TSG Rodewisch), aber dieser Fakt tröstete in keiner Weise.

Extrem enttäuscht lag er nach seinem letzten misslungenen Auftritt kurz auf der Bühne, ehe er die Hände vors Gesicht schlug und sich für ein paar Minuten zurückzog. "Ich bin selbst so enttäuscht von mir, dass ich es nicht auf die Bühne bringen konnte. Das wird einige Tage richtig wehtun. Aber es sollte wohl nicht sein", rang Josef Hesse später nach Worten. Dabei hatte er sich bestens vorbereitet gefühlt, für dieses Ziel neben seinem Job als Immobilienkaufmann unermüdlich geackert. Gemeinsam mit seinem langjährigen Coach Rolf Feser in Leimen half ihm zusätzlich auch der frühere Bundestrainer (bis 2016) Oliver Caruso, der extra mit nach Chemnitz reiste. Auch sein Arbeitgeber hatte ihm in der Vorbereitung viel Verständnis entgegengebracht. Der gebürtige Meißner, der als Jugendlicher am Bundesstützpunkt in Chemnitz geformt wurde und dann wegen der Ausbildung nach Baden-Württemberg wechselte, sah vom Alter her die letzte Chance für eine internationale Meisterschaft. "Bei den Männern ist dieses Ziel unrealistisch. Aber jetzt gab es diese Möglichkeit für mich noch einmal. Und da kann ich mein Potenzial nicht abrufen", ärgerte sich Josef Hesse, der die dritte Saison für den CAC startet, maßlos.

Hingegen verließ Philip Kudzik bestens gelaunt den Wettkampfort. Zum Auftakt überraschte er gleich mit einer Bestleistung im Stoßen (187 kg) nicht nur seine Mitstreiter, sondern auch sich selbst. "Wenn ich daran denke, dass ich mich vor zwei Wochen am Oberschenkel verletzte und ich lange Zeit unsicher war, ob ich überhaupt mitmachen kann, war das relativ unerwartet", freute sich der 24-Jährige. Erst einen Tag vorher gab er seine Zusage. Als es dann besser als gedacht klappte, bekam er vor dem letzten Stoßversuch eine "Blitzeingebung" und ließ den neuen Rekord einfach auflegen. Sein bisheriger stand bei 186 kg, erzielt bei seinem bislang größten Triumph als Junioren-Europameister 2013.

Inzwischen hat der Heber aus Frankfurt (Oder) seinen Kaderstatus verloren, trainiert neben seinem Studium (Wirtschaftsingenieurwesen) und einem Teilzeitjob an fünf Abenden meist allein und nach eigener Planung. "Mir bekommt das gut, auch weil der Druck von außen weg ist. Mal sehen, was noch möglich ist", zeigte sich Philip Kudzik, der mit 140 Punkten nach Kapitän Max Lang (151) zweitbester CAC-Akteur war, angriffslustig.

Bei den Vogtländern sorgte Petr Petrov, WM- und EM-Starter für Tschechien, mit 144 Zählern trotz eines gerade überstandenen Infektes für das Topresultat. Besondere Ausrufezeichen setzte aber erneut Edgar Jerke. Der Luckenwalder glänzte wiederum mit einer makellosen Serie und einem für ihn starken Ergebnis von 109,2 Punkten. "Es war ein solider Beginn, mehr als ich erhoffen konnte. Und ich freue mich, dass ich nun schon zum neunten Mal in Folge ohne Fehlversuch geblieben bin", meinte der 31-Jährige und damit erfahrenste im Team. Seit nunmehr 2005 gehört er zum Aufgebot, so lange wie kein anderes Mitglied im aktuellen Kader. "Ich habe weiterhin viel Spaß. Und so lange ich gebraucht werde, versuche ich alles, bin ja auch ein Wettkampftyp", fügte der Elektromeister, der sich in seinem Heimatverein zudem mit um den Nachwuchs kümmert, hinzu. "Edi ist unübertroffen, ein ganz wichtiger Mann in der Mannschaft. Auf ihn ist immer Verlass und er kann super die anderen mitreißen", wertet Teamchef Bernd Schmiedel, der noch möglichst lange mit seinem Routinier in der jungen Truppe planen will. Entsprechend den Voraussetzungen war er mit dem ersten Vergleich zufrieden, lobte vor allem Tom Ritter (17) und Florian Hartenberger (18), der mit seinem jetzigen Körpergewicht (78,4 kg) im Reißen (110 kg) eine Bestleistung schaffte.

 
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