Einen Tag vor Relegation: DFB weist auch zweiten Aue-Einspruch ab

Der FC Erzgebirge Aue muss in die Relegation und es dort richten. Beim deutschen Verband fanden die Veilchen wie erwartet erneut keine Gnade.

Das große Wunder ist ausgeblieben. Der FC Erzgebirge hat innerhalb von fünf Tagen seine dritte, diesmal allerdings erwartbare Niederlage einstecken müssen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies am Donnerstag nach mündlicher Verhandlung in Frankfurt (Main) auch den zweiten Widerspruch der Veilchen gegen die Wertung des Spiels beim SV Darmstadt 98 ab. In der Partie waren Schiedsrichter Sören Storks eklatante Fehler unterlaufen.

"Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters im Zusammenhang mit dem Spiel sind endgültig, auch wenn sie falsch sind. Dies ist zwingend zu beachtendes Fifa-Recht", begründete der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz am Donnerstag die Entscheidung. "Wir würden Ihnen gerne helfen, können aber nicht", erklärte der Verhandlungsleiter laut "kicker" weiter. "Wenn wir heute anders entschieden hätten, würde der DFB von der Fifa bestraft. Die Richter des Fußballs sind die Schiedsrichter. Wir sind Richter in zweiter Instanz."

Bereits am Mittwoch war der Auer Protest per Einzelrichterentscheid vom DFB abgelehnt worden. Die Erzgebirger, die den Verdacht der Spielmanipulation während der Verhandlung zurückzogen, könnten jetzt binnen einer Woche vor das DFB-Bundesgericht ziehen. "Wir warten jetzt erst einmal die Urteilsbegründung ab, werden uns dann zusammensetzen, beraten und entscheiden. Doch jetzt haben für uns alle die bevorstehenden Relegationsspiele gegen Karlsruhe absolute und oberste Priorität", sagte Helge Leonhardt vor der Rückreise aus Frankfurt. Der FCE-Präsident hatte zusammen mit Vorstandsmitglied Kay Werner, der von Beruf Rechtsanwalt ist, die Interessen der Auer in der DFB-Zentrale vertreten - vergebens. Das Relegationshinspiel gegen den Drittligisten wird am Freitag (18.15 Uhr/ZDF live) im Karlsruher Wildparkstadion angepfiffen.

Das Abstiegsduell in Darmstadt hatten die Lila-Weißen am vergangenen Sonntag mit 0:1 (0:0) verloren, dabei aber einen regulären Treffer in der 4. Minute erzielt, welchen Storks jedoch nicht anerkannte. Diesen Regelverstoß, der zu "unerträglichen Konsequenzen für den Verein" führen könnte, brachten die Auer laut DFB-Mitteilung am Donnerstag als Begründung für ihren Einspruch vor. Das Sportgericht konnte dagegen keinen Regelverstoß erkennen, insbesondere auch keine Verpflichtung von Storks, andere Beteiligte zu kontaktieren. Der 29-jährige Referee aus Velen (Westfalen) hatte nur seinen Assistenten an der Linie befragt - und dann das Tor nicht gegeben. Kay Werner hatte vor der Verhandlung argumentiert, dass Storks auch den vierten Offiziellen und Spieler hätte befragen müssen. Dem folgte das DFB-Sportgericht offensichtlich nicht.

Bereits vor der Verhandlung hatte Helge Leonhardt einen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht, nachdem die 2. Fußball-Bundesliga auf 19 Vereine aufgestockt werden sollte. Diese Idee ist seit Donnerstag vom Tisch.

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1Kommentare
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  • 9
    4
    Steuerzahler
    17.05.2018

    "Die Richter des Fußballs sind die Schiedsrichter. Wir sind Richter in zweiter Instanz", sagte Verhandlungsleiter Hans E. Lorenz." Ja Herr Hans E. Lorenz, wofür gibt es denn eine zweite Instanz, wenn sie nicht gewillt sind, die Fehler der Ersten zu korrigieren? Bleibt nur zu hoffen, dass die Fans von Aue friedlich aber bestimmt zeigen, was sie von solchen Machenschaften des DFB halten. Der Ausspruch, dass es schlecht gelaufen ist für den Schiedsrichter, bildet die Krone von dem ganzen Geschehen. Aus Schmiergeldzahlungen, Schiedsrichterskandal usw. nichts gelernt! Was sich hier abspielt ist ein Persilschein für Schiedsrichter, dass sie freie Hand haben und nichts zu befürchten brauchen, selbst wenn sie das Ergebnis einer ganzen Saison beeinflussen. Eine Fehlentscheidung kann immer passieren, diese Abfolge mit "Fehler" oder "Zufall" abzutun, ist an Ignoranz und Mitwirkung nicht zu überbieten. Übrigens: ich bin kein Auefan, aber an sauberen Sport interessiert, wo niemand um seinen Erfolg betrogen wird!



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