Einige kommen nur, um das Flair zu genießen

Vereine aus Mylau und Plauen stellten die Sieger bei den Pirker Finntagen der Segelsportabteilung des TSV Oelsnitz. Ihre Wettkampfpremiere auf der Talsperre erlebt die neue Bootsklasse Europe.

Taltitz.

Vier Wettfahrten, ansprechende äußere Bedingungen, ein reibungsloser Verlauf und ein gelungener Einstand der Europe-Klasse - Regattaleiter Frieder Schramm vom TSV Oelsnitz zeigte sich gestern rundum zufrieden. Da ließ es sich auch verschmerzen, dass im Hauptrennen bei den Finn Dinghys - die Regatta wird zugleich als sächsische Landesmeisterschaft gewertet - mit diesmal 20 Booten die Resonanz etwas hinter anderen Jahren zurückblieb. "Dafür gibt es auch einige neue Segler, die erstmals bei den Meisterschaften an den Start gingen und auch in den nächsten Jahren wiederkommen wollen. Das gibt uns Zuversicht", so Schramm. Darüber freute er sich genauso wie über die Treue einiger alter Segler, die zwar die ganze Anmeldeprozedur mitmachten, sich dem harten Wettkampf auf dem Stausee aber nicht mehr aussetzen wollten. "Alfred Blum aus Glauchau hat zum Beispiel alles mitgemacht, auch mit Stolz das T-Shirt getragen, das alle Finn-Segler erhielten. Er wollte einfach nur das Flair bei uns genießen. So etwas freut einen natürlich besonders", schwärmt Schramm.

Souveräner Sachsenmeister wurde Thomas Fleischmann von der SSG Mylau, der schon in den Vorjahren in Pirk abgeräumt hatte. Diesmal hat er den Wanderpokal gar nicht erst mit an die Talsperre gebracht, so sicher war er sich seines Sieges. "Er hat einfach soviel Gefühl für den Wind, fährt immer vorneweg", lobt Frieder Schramm. Das galt für drei der vier Wettfahrten am Wochenende, die Fleischmann gewann. Nur in der ersten Fahrt stahl ihm Michael Knoll vom SC Handwerk Plauen die Show, der Mylauer wurde da nur Fünfter.

Vor allem für die Nachwuchsarbeit könnte sich die neue Bootsklasse Europe positiv auswirken, hofft Schramm. Sie schaffe eine günstigen Übergang von der Optimistenklasse zu größeren Booten. Europes sind schneller als Optimisten, anspruchsvoller zu steuern, fast so schnell, aber leichter als Finn Dinghys. Sechs Boote für den Anfang sind für die Oelsnitzer ein verheißungsvoller Beginn: "Die Klasse wird es bei uns künftig öfter geben", ist sich Schramm sicher.

Premierensiegerin in Pirk wurde Tess Fleischmann, die Tochter von Thomas Fleischmann. Schramm schmunzelnd: "Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Sie bewegt sich schon perfekt. Da kam selbst so eine erfahrene Seglerin wie Anja Weller nicht mehr mit." Die Plauenerin vom SC Handwerk wurde Zweite.

Bei den Optimisten ging der Sieg an David Holzmann von Handwerk Plauen vor Maximilian Trommer von der SSG Reichenbach. Erik Schneider vom TSV Oelsnitz wurde Dritter. "Darauf sind wir sehr stolz. Es war erst seine dritte Regatta, dafür macht er seine Sache schon sehr gut. Und Erik ist sehr ehrgeizig", so Schramm.

Vom 20. bis 26. Juli hält der TSV Oelsnitz an der Talsperre Pirk wieder ein Nachwuchstrainingslager ab. Das ist inzwischen so beliebt, dass die Oelsnitzer gar nicht jeden interessierten Segler aufnehmen kann. "21 Kinder sind die Schmerzgrenze, um effektiv arbeiten zu können", sagt Frieder Schramm. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Vogtland, sondern aus etlichen anderen Segelrevieren. Am 25. Juli können sie bei einer Abschlussregatta das gelernte unter Wettkampfbedingungen demonstrieren. Einige von ihnen werden sich auch an der nächsten Pirker Regatta beteiligen - am Blauen Band am 26. und 27. Juli.

Ergebnisse Finn Dinghy: 1. Thomas Fleischmann (SSG Mylau), 2. Michael Knoll (SCHandwerk Plauen), 3. Patrick Frind (SSG Mylau), 8. Michael Kästner, 15. Johann Schengber, 18. Jochen Egelkraut (alle TSV Oelsnitz). Europe: 1. Tess Fleischmann (SSG Mylau), 2. Anja Weller (SC Handwerk Plauen), 3. Sebastian Wolff (SV Pouch), 5. Stella Krieglstein (TSV Oelsnitz). Optimist: 1. David Holzmann (SC Handwerk Plauen), 2. Maximilian Trommer (SSG Reichenbach), 3. Erik Schneider, 4. Adrian Steeg, 7. Jan Scharfe (alle TSV Oelsnitz).

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