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Die Lettin Rebeka Koha bestritt die zweite Saison für den Chemnitzer AC. In ihrem Heimatland ist die frischgebackene Europameistern die Spitzenheberin, für die Bundesliga stellte sie einen Punkterekord auf.

Foto: Kristin/Wolfgang Schmidt Bild 1 / 2

Europameisterin verzaubert Fans

Beim letzten Vergleich der Gewichtheber-Bundesliga stand in Chemnitz die Lettin Rebeka Koha besonders im Fokus. Auch für die Vogtländer gab es in Meißen einen versöhnlichen Saisonabschluss.

Von Martina Martin
erschienen am 08.04.2018

Chemnitz/Meißen. Eine besondere Ehrung seitens des Chemnitzer AC gab es auf der Bühne für Rebeka Koha vor dem Vergleich gegen den TSV Schwedt. Statt Blumen, die für den anstehenden Rückflug ungünstig gewesen wären, erhielt die junge Lettin für ihr EM-Gold vor wenigen Tagen eine kleine Holzfigur aus dem Erzgebirge geschenkt. Sie bedankte sich lächelnd und verzauberte danach bei ihren Auftritten erneut die Gefährten, Experten und die begeistert mitgehenden Zuschauer. "Es ist immer wieder ein optischer Leckerbissen, sie hebt wie ein Uhrwerk", geriet auch Trainer Andreas Rehwagen erneut ins Schwärmen.

Wie schon beim kontinentalen Championat in Bukarest, wo sie in der Klasse bis 58 Kilogramm dreimal überlegen triumphiert hatte, gelangen der 19-Jährigen alle Versuche perfekt. Mit 161 Relativzählern steuerte sie nach ihrem Landsmann Rivars Suharevs (170) nicht nur das zweitbeste Resultat zum Gesamterfolg (856,0:680,4) bei, sondern stellte einen Rekord auf. "So viele Punkte hat noch nie eine Frau in der Bundesliga geschafft. Das ist überragend. Wir sind so froh, dass Rebeka für uns startet", wertete der Coach und konnte zudem mit Blick auf die nächste Saison verkünden: "Die Letten halten uns weiterhin die Treue."

Unter Anleitung von Eduard Andrusievics, gleichzeitig für die Auswahl verantwortlich, trainieren Rebeka Koha und ihre Gefährten im Sportzentrum von Ventspils hochprofessionell und bei optimalen Bedingungen. Da die Juniorenweltmeisterin, die zudem fließend Englisch und Russisch spricht, inzwischen die Schule abgeschlossen hat, kann auch sie sich aktuell voll auf ihren Sport konzentrieren. Die finanzielle Absicherung für die Topathleten erfolgt über das Olympische Komitee und die Stadt. Dabei absolvieren die Asse bis zu drei Übungseinheiten täglich, einen trainingsfreien Tag gibt es nicht. Selbst nach der EM ging es ohne Pause, wenn auch dosierter, weiter. Auch am Sonnabend standen sie vor und nach dem Frühstück in der Halle, um ein spezielles Programm zu bewältigen. Für Rebeka Koha, die einst als Zwölfjährige ausgewählt wurde und sofort Gefallen am Heben fand, ist das Normalität. "Ich mag diese Bewegungen und die Wettkämpfe", sagt die Ausnahmeathletin, die schon 2016 Olympiavierte wurde. Die Auftritte in Chemnitz empfindet sie auch wegen der tollen Atmosphäre stets als schöne Abwechslung. Nur dieses Mal war es für sie vom Kopf her so unmittelbar nach der EM etwas schwierig, gab sie zu. Anmerken ließ sich das die sympathische junge Dame jedoch nicht.

Der nächste Höhepunkt, auf den sie sich vorbereitet, findet mit dem Pokal der Blauen Schwerter am 12. Mai erneut in Deutschland statt. Bei diesem Traditionsturnier, bei dem Rebeka Koha bereits zweimal bei den Frauen triumphierte, hatte Andreas Rehwagen 2016 die ersten Kontakte zu den Letten geknüpft. Insgesamt zollte der Coach dem gesamten Team viel Anerkennung: "Es war ein Superwettkampf, jeder hat seine Leistung gebracht." Philip Kudzik konnte sogar mit 150,8 Zählern einen persönlichen Rekord aufstellen, Julian Pianski, Josef Hesse und Routinier Hendrik Wetzel gingen ebenfalls an Grenzen. Das zweitbeste Ergebnis reichte aber nicht mehr für den Finaleinzug, da Obrigheim wie erwartet im Fernduell als Zweiter der anderen Staffel seinen Vorsprung behauptete.

Das Athletenteam Vogtland (TSG Rodewisch; AC Atlas Plauen) sicherte sich beim AC Meißen mit 637,0:629,2 (2:1) seinen zweiten Saisonsieg. "Es war enorm spannend, nicht gerade herzschonend", berichtete Teamchef Bernd Schmiedel und sprach von einem versöhnlichen Abschluss mit starken Auftritten seiner Schützlinge. Eigentlich bestand die berechtigte Hoffnung auf mehr Erfolge, doch zu oft gab aus verschiedenen Gründen (Krankheiten, Verletzungen, berufliche und internationale Verpflichtungen) Besetzungsprobleme. Bei der Einweihung des neuen Domizils in der Porzellanstadt sorgte Petr Petrov zunächst für einen Schreckmoment, als er seine Anfangslast im Reißen nicht auf Anhieb bewältigte. Doch am Ende avancierte der Tscheche, der bei der EM eine Medaille knapp verpasst hatte, mit 144 Zählern erneut zum überragenden Akteur. Seine Freundin Eliska Pudivitrova schaffte das zweitbeste Ergebnis. Mit sechs gültigen Versuchen glänzten Youngster Tom Ritter sowie die Routiniers Benjamin Meisel und Edgar Jerke. Dabei besitzt auch Bernd Schmiedel bereits die Zusage, dass die beiden Gaststarter trotz Angeboten von stärkeren Vereinen weiter für die Vogtländer Eisen stemmen.

 
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