"Herz geht vor Vernunft" - Daniel Frahn bleibt beim CFC

Nach Dennis Grote hat sich mit Daniel Frahn ein zweiter Leistungsträger entschieden, dem Chemnitzer FC auch in der Regionalliga die Treue zu halten. Dabei hatte der Torjäger viele bessere Angebote.

Chemnitz.

Am 3. Juni hat er seinen 31. Geburtstag gefeiert und bekam Präsente. Am Mittwoch machte nun Daniel Frahn selbst den Fans des Chemnitzer FC ein Geschenk: Der Torjäger verkündete seine Entscheidung, in Chemnitz zu bleiben, für die Himmelblauen auch in der Regionalliga weiter auf Torejagd gehen zu wollen. 39 Treffer erzielte der gebürtige Potsdamer in 89 Pflichtspielen bislang für den CFC, stand bei einigen Vereinen (unter anderem in Aue und Paderborn) auf dem Wunschzettel. "Ich hatte Angebote aus der 2. Bundesliga, aus der Dritten Liga, aus der ersten österreichischen Liga - und ein sehr verlockendes aus Thailand", erzählt der Stürmer. "Jedes davon war finanziell lukrativer als das, was ich jetzt beim CFC unterschrieben habe." Warum bleibt er dann?

"Ich habe auf mein Herz gehört, will weiter Spaß am Fußball haben", erklärt der Profi. "Ich habe einmal den Fehler gemacht, nur aufs Geld zu schauen. Das war 2015 bei meinem Wechsel zum 1. FC Heidenheim. Dort hatte ich dann den Spaß verloren." So stieß Frahn im Januar 2016 zum CFC, wo er wegen seiner Jahre in Diensten von RB Leipzig auch nicht von Anfang an bei allen beliebt war. Die Fans schrieben ihm damals einen Brief mit ihren Bedenken, Frahn antwortete ebenfalls mit einem Brief, um die Sorgen zu beseitigen. "Genau solche Typen brauchen wir", lobt CFC-Vorstand Thomas Sobotzik den Routinier, "einen Mann, der die Dinge nicht einfach laufen lässt, sondern sie offensiv anspricht. Er hat sich die Entscheidung zum Bleiben nicht leicht gemacht, es war eine gegen jede wirtschaftliche Vernunft." Das bestätigt auch CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon: "Herr Frahn hat deutliche Abstriche gemacht, ist uns sehr entgegengekommen. Der Vertrag passt in das vorgegebene Budget, anderenfalls hätte ich meine Zustimmung auch verweigert."

"Wir sind sehr froh, dass Daniel bleibt", fährt Sobotzik fort und kassiert aus der Ankündigung bei seinem Amtsantritt ("Wir wollen junge und hungrige Spieler") das "jung" gleich mit ein: "Jung heißt nicht unbedingt hungrig. Auf das Letztere legen wir mehr Wert. Wir brauchen auch erfahrene Leute, die das Gerüst dieser Mannschaft bilden."

Einen wie Frahn - der auch noch zwei andere Gründe für sein Bleiben nennt: "Zum einen sind das diese tollen Fans, die uns auch in der abgelaufenen Saison trotz der vielen Rückschläge so fantastisch unterstützt haben. Das hat mich sehr berührt. Zum anderen will ich meine Familie bei mir haben, meinen im September 2016 geborenen Sohn Leo aufwachsen sehen. Das geht hier, wäre bei einem Wechsel ins Ausland wohl nicht möglich gewesen. Und: Verhungern werde ich auch mit dem neuen Vertrag nicht." Der läuft über drei Jahre bis Sommer 2021 - das ist durchaus als Bekenntnis zum CFC zu werten.

Acht Drittligatore schoss Frahn 2016 in seiner ersten halben Saison als Chemnitzer, neun in der folgenden, 13 in der zurückliegenden. Den Abstieg verhindern konnte er damit nicht. Nun beginnt die Wiedergutmachung. "Wir sind bestimmt nicht die Topfavoriten in der Regionalliga Nordost, aber wir möchten auch nicht um die Plätze acht bis zehn spielen", sagt Frahn, "wir wollen uns schon nach oben orientieren. Und perspektivisch - das ist klar - muss der CFC die Rückkehr in die Dritte Liga anpeilen." Mit Daniel Frahn als Leitfigur.

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