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Zum letzten Mal verabschiedete sich Trainer Michael Hiemisch (vorn) von den VfB-Fans. Über 50 Auerbacher Anhänger waren mit nach Berlin gekommen und hatten ihre Mannschaft 90 Minuten lang angefeuert.

Foto: Marcus Schädlich

Sieg zum Abschied bleibt Trio verwehrt

Der VfB Auerbach hat am abschließenden Spieltag der Fußball-Regionalliga eine 2:4-Niederlage bei Viktoria Berlin kassiert. Für drei Auerbacher war es der letzte Auftritt.

Von marcus schädlich
erschienen am 14.05.2018

Berlin. Die große Regionalliga-Musik spielte sich am Samstag in Berlin ab. Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark kämpften Altglienicke und Budissa Bautzen gegeneinander um den einen verbleibenden sicheren Platz in Liga 4. Bautzen siegte 1:0, Altglienicke muss jetzt auf den Cottbuser Aufstieg hoffen, um die Klasse zu halten. 18 Kilometer südlich vom großen Abstiegsspektakel entfernt ging es beim Spiel des VfB Auerbach sportlich um nichts mehr. In Lichterfelde bei Viktoria Berlin war es dafür nicht weniger emotional. Michael Hiemisch nahm Abschied von der VfB-Trainerbank, Alexander Mattern und Philipp Kötzsch verließen das Team.

Was den Gelb-Schwarzen allerdings nicht gelang, war dem Trio ein Abschiedsgeschenk in Form von drei Punkten zu liefern. Was wohl auch daran lag, dass sich auch der FCViktoria Berlin ins TschüssSagen einreihte. Klub-Legende Ümit Ergirdi verlässt den Verein. Ihm gelang beim 4:2-Sieg seiner Elf ein Tor. Ob und wie Regionalliga-Fußball überhaupt noch in der neuen Saison in Lichterfelde gespielt wird, steht in den Sternen - so war es jedenfalls von den Berliner Offiziellen zwischen den Zeilen herauszulesen.

Vielleicht war das Spiel damit sogar ein Abschied von einem Konkurrenten, der dem VfB an diesem Nachmittag eines voraus hatte: die Power zum Sieg und eine beinahe phänomenale Chancenverwertung. Auerbach machte sich hingegen durch individuelle Fehler das Leben selbst schwer und verlor völlig unnötig. Sei's drum, sagte Michael Hiemisch: "Unsere Hauptaufgabe in den vergangenen englischen Wochen war es, die Klasse zu halten. Das haben wir geschafft, aber es hat Körner gekostet, wie man heute gemerkt hat. Daher kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen."

In den Emotionen des Tages ging das Ergebnis irgendwie unter. Über 50 Fans hatten den VfB nach Berlin begleitet und über 90 Minuten lautstark angefeuert. "Macht weiter so", gab Hiemisch deshalb der Fangruppierung, die seit mehr als einem Jahr für Stimmung bei VfB-Spielen sorgt, mit auf den Weg.

Bei allen Abschieden hatte die Partie aber den Zauber eines Beginns, zumindest für einen Protagonisten: Maximilian Rosenkranz. Der 21-jährige Torhüter feierte sein Regionalliga-Debüt. "Mich persönlich freut es trotzdem, dass ich mein erstes Regionalligaspiel bestreiten durfte, auch wenn ich mir mein Debüt natürlich anders vorgestellt habe", sagte er. Vier Gegentore sind für einen Keeper allerdings kein Grund zum Jubel.

Immerhin: Rosenkranz, der im Sommer vom FSV Zwickau ins Vogtland wechselte und ein weiteres Jahr bleibt, war bei den Gegentreffern schuldlos. Es war seine Defensive, die an diesem Tag von Patzer zu Patzer hastete. Beim 0:1 trat Marcin Sieber über den Ball (17.), beim 0:2 passte Felix Lietz nicht auf Ergirdi auf (20.), beim 2:3 vor der Pause unterschätzte Marcel Schlosser einen Pass auf die rechte Außenbahn (45.), beim 2:4 ließ er sich an der Eckfahne ausstanzen, in der Mitte fehlte jegliche Zuordnung (72.).

Nichtsdestotrotz hätte der letzte Spieltag für den VfB locker mit einem Punktgewinn enden können, vielleicht sogar müssen. Marc-Philipp Zimmermann hatte mit einem Doppelschlag - einmal nach Vorarbeit von Alexander Mattern (26.), das zweite Mal nach einer Schlosser-Flanke (30.) - das zwischenzeitliche 2:2 erzielt und damit für etwas Beruhigung ganz hinten im eigenen Tor gesorgt. "Natürlich war ich nach dem Doppelschlag in der ersten Halbzeit erstmal kurz angefressen", sagt Keeper Rosenkranz. "Ich wusste aber, dass wir in der Lage sind, zurückzukommen."

Zu Beginn der zweiten Hälfte, speziell nach dem 2:3 mit dem Pausenpfiff, machte Auerbach Druck und hatte mehrmals den Ausgleich auf dem Fuß. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. "Leider konnten wir uns nicht belohnen", sagt Rosenkranz. "Zuversichtlich stimmt mich die starke Rückrunde. Ohne die hätten wir uns die Niederlage gegen Viktoria Berlin vielleicht gar nicht leisten können. Darauf können wir als Mannschaft stolz sein und aufbauen." Auch wenn sich dann das Gesicht der Regionalliga-Mannschaft des VfB Auerbach wohl etwas geändert haben dürfte.

Statistik

Auerbach: Rosenkranz - Heger (65. Müller), Sieber (46. Löser), Lietz, Seb. Schmidt - Mattern - Wild, Schlosser (78. Miertschink), Kadric/V, Stock - Zimmermann. Tore: 1:0 Brendel (17.), 2:0 Ergirdi (20.), 2:1 Zimmermann (26.), 2:2 Zimmermann (30.), 3:2 Riedel (45.), 4:2 Hasse (72.). SR: Rauschenberg (Eisenach). Zuschauer: 267.

 
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