Junge Sächsin beendet lange Abstinenz

Bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft diese Woche in Moskau gehört Lea Johanna Dastich aus Dresden zu den Debütantinnen. Die deutschen Erwartungen sind gedämpft.

Moskau/Chemnitz.

Seit gestern darf Lutricia Bock sich wieder auf den schmalen Kufen bewegen. Zu gern hätte das die Chemnitzerin auf dem Eis in Moskau getan, denn ursprünglich stand auch auf ihrem Saisonplan die EM. Doch alle Hoffnungen machten erneut Knieprobleme zunichte, nach einer Operation im Dezember 2016 musste sie ein Jahr später erneut unters Messer. Das zweite Mal war der Eingriff jedoch nicht groß, sodass sie schneller auf das glatte Parkett zurückkehrt. "In der nächsten Saison greife ich wieder an", zeigte sich die 18-Jährige, die bei Ingo Steuer trainiert und zu den großen deutschen Hoffnungen gehört, kämpferisch.

Lutricia Bock durfte bereits 2016 als nationale Meisterin mit erst 16 Lenzen ihr Debüt bei einer EM der Damen geben. In diese Rolle ist nun eine Dresdnerin geschlüpft: Lea Johanna Dastich startet in der russischen Hauptstadt erstmals beim kontinentalen Championat. Über den Saisonverlauf hinweg hatte sich die 17-Jährige das Ticket erkämpft, musste im internen deutschen Ranking nach verschiedenen Wettbewerben nur der Oberstdorferin Nicole Schott den Vortritt lassen. "Schon nach den ersten Wettkämpfen war mir klar, dass ich Nicole noch nicht schlagen kann. Deshalb habe ich mich darauf fokussiert, zweitbeste Deutsche zu werden", freute sich Lea Dastich im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung", nachdem sie für die EM fest nominiert war. Da fiel auch nicht negativ ins Gewicht, dass sie bei den Deutschen Meisterschaften nach ein paar Fehlern nur Dritte war. Für Schlagzeilen sorgte die sprungstarke Sächsin dabei in der Vorsaison, als sie bei der Junioren-WM Rang acht belegte.

Lea Dastich nimmt diese stetige Entwicklung unter den Fittichen der Chemnitzerin Anett Pötzsch. Das Erfolgsduo blieb auch bestehen, als die Olympiasiegerin von 1980 aus privaten Gründen im Sommer 2017 ihren Wohnsitz nach Frankfurt (Main) verlegte und seither in Mannheim als Trainerin arbeitet. Ihre Meisterschülerin wollte die Partnerschaft keineswegs aufgeben und folgte ihrer Betreuerin. In ihrem neuen Umfeld hat sie sich inzwischen gut eingelebt, meistert auch die etwas veränderten schulischen Anforderungen mit Bravour. Sie startet aber weiterhin für den Dresdner EC, ist damit seit 30 Jahren (1988: Simone Koch) die erste EM-Teilnehmerin aus der Landeshauptstadt. Zudem wurde sie für Olympia als Ersatzläuferin nominiert.

Nach der Absage von Aljona Savchenko und Bruno Massot werden die deutschen Läufer in den Kampf um Spitzenresultate nicht eingreifen können. Platzierungen unter den besten zehn sollten aber in den Einzeldisziplinen möglich sein. Der Berliner Peter Liebers, 2014 immerhin Olympia-Achter, beendet bei der EM seine Karriere. Für Pyeongchang hatte er sich als DM-Zweiter nicht qualifiziert. "Ich gebe noch einmal alles", meinte der 29-Jährige, der bereits zweimal (2014, 2015) Sechster war, aber immer wieder verletzungsbedingt zurückgeworfen wurde.

EM-Service

Deutsches Aufgebot

Damen: Nicole Schott (Oberstdorf); Lea Johanna Dastich (Dresden); Herren: Paul Fentz, Peter Liebers (beide Berlin); Paare: Annika Hocke/Ruben Blommaert (Berlin, Oberstdorf; Eistanz: Kavita Lorenz/Joti Polizoakis (Oberstdorf).

Zeitplan (MEZ):

Mittwoch, 9.45 Uhr: Männer (Kurzprogramm); 17 Uhr: Paare (KP); Donnerstag, 10.30 Uhr: Damen (KP); 16.55 Uhr: Paare (Kür); Freitag, 10.15 Uhr: Eistanz (Kurztanz); 15.45 Uhr: Männer (Kür); Sonnabend, 11.40 Uhr: Eistanz (Kür); 16.30 Uhr: Frauen (Kür); Sonntag, 12 Uhr: Schaulaufen.

Fernsehen

ARD-one: Donnerstag: ab 16.30; Freitag, ab 18 Uhr; Sonnabend, ab 12 Uhr; Sonntag, ab 14.20 Uhr; ARD: Freitag: 13:45 bis 14:05: Zusammenfassung Kür der Paare; Eurosport: plant Übertragungen vom Paarlaufen (Angaben ohne Gewähr)

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