Ausfälle in der CFC-Abwehr - Mbende vor Startelf-Debüt

Der Deutsch-Kameruner rückt beim Ostderby in Magdeburg heute Nachmittag in die Innenverteidigung. Er hat bislang erst ein Drittligaspiel für den CFC absolviert - und das war zum Vergessen.

Exakt 48,3. Das war der Altersdurchschnitt der Abwehrreihe, mit der eine der beiden Mannschaften gestern beim Abschlusstraining des Chemnitzer FC spielte. Neben dem Trainerduo Sven Köhler und Ulf Mehlhorn reihte sich Physotherapeut Olaf Renn in die Dreierkette ein. Beim Drittligaspiel in Magdeburg heute Nachmittag stehen die drei sehr erfahrenen Herren aber nicht auf dem Feld, so brisant ist die Situation dann doch nicht. Gleichwohl: Die Himmelblauen haben vor dem Ostderby einige Probleme in der Abwehr.

Eigentlich sind in der Innenverteidigung Kevin Conrad und Marc Endres gesetzt. Endres ist aber seit Wochen verletzt, für ihn kamen zuletzt entweder Jamil Dem oder Jan Koch zum Einsatz. Beide fallen nun ebenfalls mit Verletzungen aus. Die Chance für den Sommer-Neuzugang Emmanuel Mbende. "Er ist gelernter Innenverteidiger, hat lange warten müssen. Jetzt bekommt er seine Chance", sagte CFC-Trainer Sven Köhler gestern vor der Abfahrt nach Sachsen-Anhalt.

Der im Sommer vom U21-Team des englischen Zweitligisten Birmingham nach Chemnitz gewechselte Mbende konnte bislang noch nicht Fuß fassen bei seinem neuen Arbeitgeber. Häufig stand er gar nicht im Kader, zum Einsatz kam er nur in einem Drittligaspiel. Und das würde er am liebsten vergessen.

Vor gut zwei Monaten wurde der Deutsch-Kameruner beim Stand von 2:0 für die Himmelblauen in Aalen eingewechselt. Da waren noch zehn Minuten zu spielen. Die Partie endete 2:2 und ein Gegentor ging auf das Konto des Neuzugangs. "Das habe ich längst abgehakt", sagt Mbende und ergänzt. "Ich blicke mit großer Vorfreude auf das Spiel in Magdeburg."

Für das Ostderby wurden bereits 16.000 Tickets verkauft, die Mannschaft von Sven Köhler erwartet eine hitzige Atmosphäre. Hat man da als Startelf-Debütant Lampenfieber? Mbende verneint. "Deswegen wird man doch Fußballer, um solche Spiele erleben zu dürfen", sagt der 20-Jährige. In der Innenverteidigung bekommen er und Conrad es mit einem der besten Torjäger der dritten Liga zu tun. Christian Beck hat in elf Partien sieben Treffer erzielt - genauso viele wie CFC-Stürmer Anton Fink. Auf Beck und die Spielweise des FCM habe man sich mit Videoanalysen vorbereitet, berichtet Mbende. Seinen eigenen Spielstil werde er aber nicht umstellen, sagt der Verteidiger. "Ich konzentriere mich auf meine eigenen Stärken, also das Zweikampfverhalten und das Kopfballspiel. Damit versuche ich ihn auszuschalten." Körperlich steht ihm der Magdeburger allerdings kaum nach. Beide Fußballer messen 1,96 Meter. Das lässt spannende Zweikämpfe erwarten.


Beide Mannschaften mit Trauerflor

Mit einer Schweigeminute vor der Partie gedenken heute der 1. FC Magdeburg und der CFC dem kürzlich verstorbenen Magdeburg-Fan Hannes. Zudem spielen beide Mannschaften bei der heutigen Drittliga-Partie wie schon am vergangenen Wochenende mit Trauerflor.

CFC-Sportchef Stephan Beutel sagte dazu: "Wir machen das aus Respekt vor dem Fan und seiner Familie. Außerdem wollen wir ein Zeichen dafür setzen, dass hier Grenzen überschritten worden sind."

Der Magdeburg-Fan Hannes war vor rund zwei Wochen bei Haldensleben aus einem fahrenden Zug gestürzt, in dem sich Anhänger des rivalisierenden Vereins Hallescher FC befanden. Der 25-Jährige erlag später seinen schweren Verletzungen. Die genauen Umstände sind noch ungeklärt. Hannes soll aber von HFC-Fans bedroht worden sein. (lumm)

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