Basketball und Abitur - ein Sportler zwischen den Stühlen

Der 18-jährige Daniel Mixich hat bereits den Sprung ins Zweitliga-Team der Niners geschafft. Aber gerade deshalb stehen dem jungen Mann mit rumänischen Wurzeln stressige Monate bevor.

Die Umstellung war enorm. Als Daniel Mixich vor 14 Monaten nach Chemnitz kam, musste er für sich selbst sorgen. "Wäsche waschen, bügeln, Essen kochen - das war schon ungewohnt", berichtet der gebürtige Berliner aus dem Stadtteil Zehlendorf. Und er gesteht, dass so manche zubereitete Mahlzeit, weil ungenießbar, im Abfall landete. Wesentlich erfolgreicher als in der Küche war er auf dem Basketball-Parkett. Der wieselflinke, spielintelligente junge Mann hat bereits den Sprung in die Profi-Mannschaft der Niners geschafft und wird nach Lage der Dinge auch beim morgigen Heimspiel gegen Baunach (Beginn: 19 Uhr in der Hartmannhalle) reichlich Einsatzzeit bekommen.

Da Mixich auch fürs Bundesliga-Team der Altersklasse U 19 aufläuft und in diesem Schuljahr am Sportgymnasium sein Abitur ablegen will, ist der Begriff Freizeit für ihn ein Fremdwort. "Vor den Herbstferien musste ich innerhalb von anderthalb Wochen sechs Klausuren schreiben", sagt der BV-Spieler. Er mag gar nicht daran denken, dass schon im März die Abi-Prüfungen beginnen, für die ordentlich gebüffelt werden muss. Und das mitten in der Basketball-Saison. "Die nächsten Monate werden hart", ist sich Mixich im Klaren. Mit seinem Zensurenschnitt sei er zufrieden. Allerdings wäre es ihm lieber, wenn Mathematik und Physik nicht zum Lehrplan gehören würden. "In diesen beiden Fächern muss ich mich verbessern", gibt der Wahl-Chemnitzer zu.

Daniel Mixich begann schon als Fünfjähriger bei der BG Zehlendorf mit dem Basketball. "Es ist mein Kindheitstraum, erste Liga und in der deutschen Nationalmannschaft zu spielen", betont der 18-Jährige, der sechsmal in der deutschen Jugend-Auswahl zum Einsatz kam und jetzt den Sprung ins U-20-Nationalteam schaffen will. Partien in Liga eins würde er künftig am liebsten mit den Niners bestreiten. "Das Konzept der BV ist ja darauf aus- gerichtet, in einigen Jahren aufzusteigen. Wenn sich der Verein so weiterentwickelt, sieht es gut aus", sagt der Aufbauspieler, dessen Vertrag in Chemnitz zunächst bis 2017 läuft. "Nach dem Abi im nächsten Jahr will ich mich eine Saison nur auf Basketball konzentrieren und anschließend ein Studium beginnen", erklärt Mixich.

Seine Eltern kommen aus Rumä- nien und waren vor gut 20 Jahren nach Deutschland ausgewandert. Obwohl Daniel Mixich in Deutschland geboren wurde, hat er eine emotionale Beziehung zu dem südosteuropäischen Land. In Timisoara im Westen der Republik leben Verwandte der Mixichs. "Mit meinen Eltern fahre ich jeden Sommer für zwei Wochen nach Rumänien", erzählt das BV-Talent, das fließend rumänisch spricht. Bis vor kurzem konnte Daniel Mixich dort auch seine Großmutter besuchen, die in diesem Jahr aber verstorben sei. Selbst in die Basketball-Szene von Timisoara hat er schon hinein- geschnuppert. "In der Stadt gibt es ein Erstliga-Team. Ich kann mir vorstellen, am Ende meiner Laufbahn dort zu spielen", so Mixich.

Zunächst heißt es aber, sich bei den Niners durchzubeißen. Zum Beispiel morgen Abend, wenn es zu Hause gegen die Baunach Young Pikes geht. Die Gäste aus Ober- franken sind ein schwerer Gegner, sagt Mixich. Denn: "Baunach hat ein junges Team mit vielen deutschen Talenten, das sehr schnell und aggressiv spielt." Er selbst ist froh, wieder ohne Handicap auflaufen zu können. In der Vorwoche gegen Leverkusen musste der 18-Jährige mit einer Schutzbrille spielen. "Im Training hatte ich von unserem Neuzugang Kenny Fluellen einen Finger ins Auge bekommen. Das war natürlich keine Absicht von ihm", sagt Mixich.

Schmerzhaft war es dennoch. Er habe sich eine Augapfel-Prellung zugezogen. "Die Ärztin meinte, dass ich nicht spielen kann. Dann haben wir aber die Spezialbrille organisiert, die ein Optiker vorrätig hatte", berichtet der Korbjäger der Niners. Er habe zweimal damit trainiert. "Es war schon ungewohnt. Die Brille hat die Sicht behindert, weil sie oft beschlagen hat", so Mixich. Inzwischen hat er wieder den vollen Durchblick - und einen Heimsieg gegen Baunach im Visier.

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